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Aktien Frankfurt Ausblick: Gewinnmitnahmen nach zwei guten Tagen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt dürften die Anleger am Donnerstag nach dem guten Lauf der vergangenen beiden Tage zunächst Gewinne einstreichen. Der X-Dax als Indikator für den Dax <DE0008469008> deutete knapp eine Stunde vor Handelsbeginn ein Minus von 0,78 Prozent auf 12 286 Zähler an. Am Dienstag und Mittwoch hatte der deutsche Leitindex insgesamt um fast vier Prozent zugelegt. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone wird am vorletzten Handelstag der Woche 0,9 Prozent schwächer erwartet.

Wichtige Neuigkeiten zur Corona-Pandemie, die die Finanzmärkte weiter im Griff hat, gab es in den vergangenen Stunden nicht. Im Tagesverlauf stehen dann unter anderem mit den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe Neuigkeiten zu dem zuletzt stark unter der Krise leidenden US-Arbeitsmarkt an.

Zudem wirft der Hexensabbat am Freitag seinen Schatten voraus: Beim großen Verfall an den Derivatebörsen laufen dann Terminkontrakte und Optionen aus, was nicht selten zu eher zufällig wirkenden Kursausschlägen führt. Laut der Helaba bewegt sich die Mehrzahl der offenen Positionen um die 12 000 Punkte. Insofern könne nicht ausgeschlossen werden, dass Marktakteure versuchten, den Dax in diese Richtung zu drücken.

In Deutschland stehen am Donnerstagvormittag einige Einzelwerte in den Fokus. So wird mit Spannung die endgültige Bilanz des im Dax notierten Zahlungsabwicklers Wirecard <DE0007472060> erwartet. Zuletzt blieben beim Durchleuchten der Bücher viele Fragen offen. Der Konzern will nun eigentlich vor Börsenstart endlich die mehrfach verschobene Bilanz für 2019 und die kompletten Zahlen für das erste Quartal 2020 vorlegen. Auf Tradegate ging es vorbörslich zunächst um gut zweieinhalb Prozent hoch verglichen mit dem Xetra-Schluss.

Aus der zweiten Reihe steht der IT-Systemanbieter Cancom <DE0005419105> mit Zahlen für das erste Quartal im Blick. Cancom bestätigte seine Prognosen für 2020. Auf Tradegate verloren die Titel zweieinhalb Prozent. Anfang Juni hatten sie ein Rekordhoch erreicht.

Der Internet-Modehändler Zalando <DE000ZAL1111> rechnet mitten in der Corona-Krise mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und operativem Gewinn. Zalando habe sehr starke Wachstumsindikationen für das zweite Quartal gegeben und könnte möglicherweise seine Jahresziele anheben, schrieb Analyst Volker Bosse von der Baader Bank in einer aktuellen Studie. Zalando gewannen auf Tradegate vorbörslich fast sechs Prozent zum Xetra-Schluss.

Umstufungen, die bewegen könnten, betreffen den Autosektor. So stufte das Analysehaus Jefferies Traton <DE000TRAT0N7> von "Hold" auf "Buy". HSBC sprach eine Kaufempfehlung für Schaeffler <DE000SHA0159> aus.