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Aktien Frankfurt Ausblick: Gewinne - Erleichterung nach Rede von Fed-Chef Powell

FRANKFURT (dpa-AFX) -Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Mittwoch der starken Wall Street folgen und mit Gewinnen in den Handel starten. Anleger nahmen am Vortag erleichtert die Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell auf. Dieser sagte unter anderem, der Prozess der sinkenden Inflation habe begonnen, sei aber noch in einem "sehr frühen Stadium". Weitere Fortschritte dürften noch einige Zeit dauern. Darauf hatten insbesondere die zinssensiblen Technologiewerte deutlich positiv reagiert.

Rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn signalisiert der X-Dax für den deutschen Leitindex Dax DE0008469008 ein Plus von 0,7 Prozent auf 15 422 Punkte. Damit rückt das Jahreshoch vom Donnerstag bei rund 15 520 Punkten wieder in den Fokus. Der EuroStoxx 50 EU0009658145, der Leitindex der Eurozone, dürfte ähnlich zulegen.

Am Freitag hatte der starke US-Arbeitsmarktbericht einen weiteren Anstieg der wichtigsten Börsenindizes erst einmal beendet und die Zinssorgen wieder angefeuert. "Wichtig ist, dass Powell die Chance hatte, einen Wechsel zu einer aggressiveren Haltung zu signalisieren und sie nicht wahrgenommen hat", sagte Bill Adams, Chefvolkswirt der Comerica Bank.

Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners verwies zudem auf die Rede des US-Präsidenten Joe Biden zur Lage der Nation. Dies sei das zweite große Ereignis gewesen, das die Börsen nun zu verarbeiten hätten. "Die State of the Union von US-Präsident Joe Biden kommt am amerikanischen Aktienmarkt besonders gut und am chinesischen Aktienmarkt besonders schlecht an. Denn mit dem Fokus auf US-amerikanische Lieferketten will der US-Präsident die eigene Wirtschaft stärken und gleichzeitig seinen größten Konkurrenten China schwächen. Damit könnte der Wirtschaftskrieg zwischen den beiden Supermächten eine neue Dimension erreichen."

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Unter den Einzelwerten am deutschen Markt wird wohl vor allem der Börsengang von Ionos DE000A3E00M1 im Blick stehen. Der Internetkonzern United Internet DE0005089031 bringt seine Webhosting-Tochter an die Börse. Er konnte jedoch nur den Minimalerlös einfahren: Die Papiere wurden zu einem Preis von je 18,50 Euro platziert, was dem unteren Ende der angepeilten Spanne entspricht. Das obere Ende hatte bei 22,50 Euro je Aktie gelegen. Für die United-Internet-Aktie ging es auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs dennoch um 1,3 Prozent aufwärts.

Im Dax dürften insbesondere Eon DE000ENAG999, VW DE0007664039 und Hannover Rück DE0008402215 Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Der Essener Energiekonzern Eon schnitt im vergangenen Jahr nicht zuletzt dank höherer Einnahmen aus der Atomkraft besser ab als erwartet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll vorläufigen Zahlen zufolge bei etwa acht Milliarden Euro liegen. Das Management um Konzernchef Leonard Birnbaum hatte selbst im optimistischsten Szenario 200 Millionen Euro weniger erwartet. Auch soll der bereinigte Konzerngewinn mit 2,7 Milliarden Euro das obere Ende der Prognose übersteigen.

Die Eon-Aktie legte vorbörslich auf Tradegate um 1,7 Prozent zu. Ein Händler rechnet allerdings mit Gewinnmitnahmen im Handelsverlauf. Dass die Ergebnisse besser als erwartet ausgefallen seien, liege an Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft zählten, sagte er. Interessanter dürfte der Ausblick sein, den Eon Mitte März geben wolle.

Für VW dagegen ging es auf Tradegate leicht abwärts. Europas größter Autobauer Volkswagen (VW) baute ersten Eckdaten zufolge im vergangenen Jahr zwar den Gewinn im laufenden Geschäft trotz des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise aus, jedoch hinterließen Versorgungsengpässe bei Rohstoffen sowie durch anhaltende Probleme in etlichen Lieferketten Spuren. Umfangreiche Finanzmittel blieben dadurch etwa in den Lagerbeständen der VW-Gruppe oder in bestimmten Betriebsmaterialien gebunden. "Der Netto-Barmittelzufluss hat die Erwartungen eindeutig verfehlt, aber die Erklärung ist verständlich und sollte in Kombination mit der Nettoliquidität von 43 Milliarden Euro keine große Belastung für die Aktie darstellen", sagte ein Händler.

Für die Anteile der Hannover Rück ging es vorbörslich ebenfalls leicht nach unten. Der Rückversicherer setzte zur Vertragserneuerung zum 1. Januar bei seinen Kunden deutliche Preiserhöhungen durch und verzichtete teilweise auf Geschäft. Bereinigt um Inflation und veränderte Risiken stiegen die Preise in den Verträgen im Schaden- und Unfallgeschäft um 8 Prozent. Das erneuerte Prämienvolumen ging allerdings zurück. "Wir mussten einige bewusste Entscheidungen zur Steuerung unseres Portefeuilles treffen, um auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren", sagte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz. Davon verspricht er sich einen rentableren Vertragsbestand.