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Aktien Frankfurt Ausblick: Erholung braucht länger - Dax rutscht weiter ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> dürfte am Donnerstag seine Kursverluste der vergangenen beiden Tage deutlich ausweiten. Knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start in den Feiertagshandel signalisierte der X-Dax <DE0008469008> als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von zwei Prozent auf fast 12 280 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> wird 2,2 Prozent tiefer erwartet. Als Grund für die Verluste machen Börsianer die trüben Wirtschaftsprognosen der US-Notenbank Fed aus.

Der Dax korrigiert nun seine fulminante Erholungsrally: Bis zum Montag war er in elf Tagen ohne größeren Stopp um bis zu fast 19 Prozent auf 12 913 Punkte nach oben gerannt. Damit hatte er sich seinem Rekordhoch aus dem Februar bei 13 795 Punkten auf weniger als sieben Prozent angenähert. Inzwischen scheint die Euphorie in der Lockerungsphase aus der Corona-Krise aber verflogen.

Bereits an der Wall Street hatten die Kurse am Vortag nur kurz positiv auf das Signal der US-Notenbank Fed reagiert, die Zinsen wohl noch für Jahre an der Nulllinie zu halten. Letztlich weiteten der Dow Jones Industrial <US2605661048> und der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> ihren Rückschlag aus. Nur die Nasdaq führt mit ihrer Rekordjagd zunächst weiter ein Eigenleben.

Der trübe Wirtschaftsausblick der Fed drücke auf die Stimmung, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK in einem Kommentar. Der Realitätssinn der Notenbank könne "so manchen Optimisten am Aktienmarkt enttäuschen", der auf eine raschere Belebung der US-Wirtschaft gehofft habe, sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Am Markt sei man bislang von einer sehr schnellen Wirtschaftserholung von der Corona-Krise ausgegangen, eine steile V-förmige Erholung, doch die Fed habe nun eine U-förmige Erholung propagiert, hieß es im Mußler-Börsenbrief am Donnerstagmorgen. Eine U-förmige Erholung bedeutet, dass es länger dauern wird, bis die Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat.

Als Grund für den Rutsch der Standardwerte an der New Yorker Börse nannte Marktstratege Stephen Innes von AxiCorp neben einem gewissen "Fed-Kater" nach ausgebliebenen weiteren Impulsen auch aktuelle Viruszahlen aus den USA mit einem starken Anstieg in Texas.

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt könnte am Feiertag der Blick auf Delivery Hero <DE000A2E4K43> interessant sein, nachdem am Vorabend bekannt wurde, dass sich Just Eat Takeaway.com <NL0012015705> den US-Wettbewerber Grubhub einverleiben will. Spekulationen über ein Interesse sowohl der Briten als auch von Delivery Hero an Grubhub hatten bereits vor Tagen die Runde gemacht.