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Aktien Frankfurt Ausblick: Dax unter Druck - Nächste Verlustwoche droht

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Furcht vor der Coronavirus-Epidemie hat die Aktienmärkte nach einer kurzen Stabilisierungsphase am Freitag wieder fest im Griff. Der X-Dax <DE0008469008> als vorbörslicher Indikator für den Dax deutet knapp eine Stunde vor Handelsbeginn auf einen Dax bei 11 703 Punkten hin - ein Verlust von rund zwei Prozent.

Damit würde der deutsche Leitindex wieder in die Nähe des Anfang der Woche erreichten Zwischentiefs von 11 624 Zählern rutschen. Es zeichnet sich eine weitere Verlustwoche ab. In der Vorwoche hatte der Dax mehr als zwölf Prozent eingebüßt - es war die schwärzeste Woche seit dem durch die Schuldenkrise ausgelösten Börsencrash im August 2011. Vom Rekordhoch von Mitte Februar ist der Dax mittlerweile weit entfernt.

In New York war der Dow Jones Index am Donnerstag stark unter Druck geraten. Grund dafür war unter anderem, dass Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom wegen der Ausbreitung des Virus den Notstand ausgerufen hatte. Auch die Aktienmärkte in Asien melden Verluste, so verlor der japanische Leitindex Nikkei 225 mehr als zweieinhalb Prozent.

"Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus belastet die internationalen Aktienmärkte", sagte Volkswirt Ulrich Wortberg von der Bank Helaba. Zinssenkungen diverser Notenbanken und angekündigte Stützungsmaßnahmen zeigten kaum Wirkung.

Für Continental <DE0005439004>-Aktien ging es vorbörslich auf Tradegate um 2,5 Prozent erneut abwärts. Enttäuschende Gewinnziele des Autozulieferers hatten den Kurs am Vortag um mehr als zwölf Prozent einbrechen lassen. Das Bankhaus Metzler senkte das Votum für die Aktie auf "Verkaufen".

Der US-Präsident Donald Trump wurde Kreisen zufolge von Mitarbeitern der Regulierungsbehörde CFIUS davor gewarnt, die Übernahme von Cypress Semiconductors durch Infineon <DE0006231004> zu genehmigen. Die Behörde sehe in der Milliardenübernahme ein Sicherheitsrisiko für das Land, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Händler werteten dies negativ für Infineon, weil der Chip-Hersteller mit Cypress auf neue Produkte und Synergien setze. Infineon verloren vorbörslich 1,6 Prozent.