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Aktien Frankfurt: Anleger verdrängen vor Fed weiter die Bankensorgen

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Anleger am deutschen Aktienmarkt positionieren sich am Dienstag für den tags darauf erwarteten US-Zinsentscheid. Sie setzten angesichts der Probleme in Teilen des Bankensektors auf eine gemäßigtere Geldpolitik. Gleichzeitig nahm die Angst vor größeren Verwerfungen in der Bankenbranche weiter ab, die den Dax DE0008469008 am Montagmorgen noch auf ein Tief seit Anfang Januar gedrückt hatte.

Bis zum Nachmittag baute der Leitindex sein Plus am Dienstag mit 15 226,63 Punkten auf 1,96 Prozent aus. Der MDax DE0008467416 gewann 1,72 Prozent auf 27 050,09 Zähler und für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um etwa zwei Prozent hoch. An der New Yorker Börse legte der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 im frühen Handel etwa ein Prozent zu.

Nach dem ersten Schock wegen der notwendigen Credit-Suisse-Rettung hatte sich der Dax bereits zu Wochenbeginn erholt. Im Bankensektor hatte letztlich die Erleichterung dominiert, dass größere Verwerfungen vermieden wurden. Diese Auffassung hatte am Dienstag Bestand, wie die Aktien der Commerzbank DE000CBK1001 und der Deutschen Bank DE0005140008 zeigten. Ihre Erholung ging an der Dax-Spitze um bis zu 7,6 Prozent weiter.

Auch die Aussicht auf ein gedrosseltes Zinserhöhungstempo der US-Notenbank galt als Faktor, der Anleger wieder anlockte. Wenn die Fed am Mittwoch den Zinsentscheid bekannt geben wird, dürften die Währungshüter wegen der jüngsten Turbulenzen im Bankensektor vorsichtiger werden, so der Glaube der Anleger. Laut der Commerzbank preist der Markt nicht einmal mehr einen Zinsschritt um 25 Basispunkte voll ein.

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Commerzbank-Expertin Antje Praefcke vergleicht den US-Zinsentscheid aber mit einem Griff in die Pralinenschachtel. "Meines Erinnerns nach gingen die Erwartungen vor einer Zinssitzung der Fed noch nie so weit auseinander, von 0 über 25 bis 50 Basispunkte", schrieb sie am Morgen. Sie glaubt, dass selbst die Notenbanker noch nicht so recht wissen, was der beste Weg ist: Hätten sie einen Wunsch frei, so wäre es ihnen vermutlich lieber, "diese Woche keine Sitzung zu haben".

Neben den Finanzwerten blieb die Rheinmetall DE0007030009-Aktie nach ihrem Dax-Aufstieg auf Bergfahrt. Der Kurs steuerte hier mit plus vier Prozent den zwei Wochen alten Rekord an. Der Rüstungskonzern gilt als wichtiger Profiteur steigender Verteidigungsausgaben und der Munitionslieferungen an die Ukraine.

Mit 3,1 Prozent Plus lagen die RWE DE0007037129-Aktien im vorderen Dax-Drittel. Mit Blick auf den finalen Jahresbericht des Energiekonzerns erwähnten Händler solide Jahresziele positiv. Im Detail galt dies auch für den Dividendenausblick: Mit einem Euro solle die Auszahlung für 2023 höher ausfallen als bisher von Analysten gedacht.

Noch besser kam der Ausblick von Amadeus Fire DE0005093108 an: Die Titel zogen an der SDax-Spitze um 8,2 Prozent an. Der Personaldienstleister erwartet im neuen Geschäftsjahr weitere Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis. Die Aktionäre sollen für 2022 außerdem eine deutlich höhere Dividende erhalten.

Pfeiffer Vacuum DE0006916604 waren mit einem Abschlag von 1,1 Prozent einer der wenigen Verlierer im SDax DE0009653386. Der Vakuumpumpen-Spezialist rechnet wegen höherer Kosten in diesem Jahr mit weniger Gewinn im Tagesgeschäft. Laut Händlern enttäuschte der Ausblick margenseitig.

Thyssenkrupp DE0007500001 gehörten dagegen mit 5,6 Prozent zu den größten MDax-Gewinnern. Hier rückt nach einem "Handelsblatt"-Artikel die Zukunft der Stahlsparte in den Blick. Darin heißt es, die mit dem Verkauf beauftragte Investmentbank Goldman Sachs habe mit dem Finanzinvestor CVC immerhin einen Interessenten gefunden. Damit komme wieder neuer Schwung in die Angelegenheit, erwähnte ein Händler positiv.

Zum Spitzenwert im MDax avancierte aber Bechtle DE0005158703. Nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler beendeten die Aktien des IT-Dienstleisters eine mehrwöchige Kurskonsolidierung. Sie kletterten um fast sieben Prozent auf das höchste Niveau seit September vergangenen Jahres.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen fielen am Dienstag deutlich. Während die Umlaufrendite von 2,02 Prozent am Vortag auf 2,23 Prozent stieg, sank der Rentenindex Rex DE0008469107 um 1,11 Prozent auf 125,96 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 verlor zuletzt 1,17 Prozent auf 136,26 Punkte.

Der Euro EU0009652759 kostete zuletzt 1,0780 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0717 Dollar festgesetzt./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---