Deutsche Märkte öffnen in 14 Minuten

Aktien Frankfurt: Aktienmärkte bleiben deutlich unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt bleibt die Lage zu Wochenbeginn sehr angespannt. In einem international nervösen Börsen-Umfeld

stand auch der Dax <DE0008469008> weiter unter Druck. Nach Schwankungen im frühen Handel pendelte sich der Leitindex klar im Minus ein, gegen Mittag verlor er 1,02 Prozent auf 13 535,22 Punkte. Kurz war er sogar unter die Marke von 13 500 Punkten gerutscht. Er näherte sich damit seinem Niveau von Anfang März.

Andere Indizes bewegten sich am Montag noch klarer im Minus: Der MDax <DE0008467416> fiel um 1,39 Prozent auf 28 365,25 Zähler und der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 <EU0009658145> gab um 1,42 Prozent auf 3577,71 Punkte nach.

Anleger sorgen sich im Umfeld steigender Zinsen und Kosten derzeit generell um das Wachstum der Weltwirtschaft. "Wir haben im Moment überall Risiken. Da fällt es schwer, positiv in die Zukunft zu schauen", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Als große Unsicherheitsfaktoren bleiben der Ukraine-Krieg und die Auswirkungen der Pandemie-Einschränkungen in China. Von dort kamen am Montag schwache Handelszahlen.

Auch die Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" über Hitler-Deutschland in Moskau sorgten für Anspannung, zumal die USA und andere G7-Staaten neue Sanktionen gegen Russland verkündet haben. Kremlchef Wladimir Putin hat zum 77. Jahrestag den Einmarsch in die Ukraine mit der Erweiterung der Nato begründet und vor einem neuen Weltkrieg gewarnt. Aufgabe sei es, "wachsam zu sein und alles zu tun, damit sich die Schrecken eines globalen Krieges nicht wiederholen", sagte Putin bei der Militärparade.

Etwas Hoffnung legen einige Börsianer derweil noch in die laufende Berichtssaison der Unternehmen, aber auch hier entwickelten sich am Montag keine positiven Kurstreiber. Infineon <DE0006231004> konnte von erneut erhöhten Jahreszielen nicht profitieren, nachdem Experten betonten, der Schritt komme nicht unerwartet. Nach einem schwankenden Auftakt verloren die Aktien des Chipkonzerns zuletzt 3,7 Prozent an Wert. Laut dem Analysten Janardan Menon von Jefferies wird nun ein Abschwung im kommenden Geschäftsjahr eingepreist.

Wechselhaft ging es nach Zahlen auch beim Finanzdienstleister Hypoport <DE0005493365> zu, hier sanken die im MDax gelisteten Aktien zuletzt um 1,9 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit aktuell auf dem niedrigsten Niveau seit dem Ausbruch der Corona-Krise im März 2020. Da half es auch nicht, dass Experte Marius Fuhrberg von Warburg Research von einem starken ersten Quartal sprach. Er sieht in der Kursschwäche eine Kaufgelegenheit.

Enorme Kursverluste von 12,3 Prozent mussten die Aktionäre von SMA Solar <DE000A0DJ6J9> hinnehmen. Hier nahmen die Anleger nach gutem Lauf im großen Stil Gewinne mit infolge eines skeptischen Analystenkommentars. Analyst Constantin Hesse von Jefferies Research sorgt sich wegen intensiven Wettbewerbs um die Marktanteile des Solartechnik-Herstellers - und stufte die Papiere auf "Underperform" ab. Die Aktie wurde zuletzt als Profiteur der Energiekrise gesehen, dies hatte den Kurs auf ein Hoch seit November getrieben.

Positive Kursreaktionen waren rar. Im Rüstungssektor zogen die Hensoldt <DE000HAG0005>-Titel am Montag um 2,9 Prozent an. Die US-Bank Morgan Stanley lobte die Rolle als Profiteur westlicher Rüstungsinvestitionen, die Aktie wird außerdem von Experten als Rückkehrer in den SDax <DE0009653386> gehandelt. Rheinmetall <DE0007030009> könnte sogar in den Dax aufgenommen werden, hier ging es zu Wochenbeginn aber um 1,6 Prozent bergab. Das Research-Team der Deutschen Bank gab seine bisherige Kaufempfehlung auf.

Recht stabil zeigten sich im SDax die Papiere der Shop Apotheke <NL0012044747>, die zuletzt aber auch nur ein knappes Plus von 0,1 Prozent verteidigen konnten. Hier hält Analyst Alexander Thiel vom Analysehaus Jefferies Neuigkeiten zur Einführung des E-Rezepts für möglich. Er verwies dabei auf ein am Montag anberaumtes Treffen der zuständigen Agentur Gematik mit möglichen Aussagen zum weiteren Fahrplan im zweiten Halbjahr.