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AKTIEN IM FOKUS: Virusvariante setzt vor allem Reise- und Bankenbranchen zu

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Rasant steigende Corona-Neuinfektionen in Deutschland und einigen anderen Ländern Europas sowie eine womöglich noch ansteckendere Coronavirus-Variante als Delta haben am Freitag die typischen Krisenverlierer wieder auf Talfahrt geschickt. Corona-Profiteure dagegen legten überwiegend zu.

Experten befürchten, dass die im südlichen Afrika aufgetauchte Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein und womöglich auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Großbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in einige Staaten im südlichen Afrika ein.

Der europäische Reise- und Freizeitsektor <CH0019112744> brach als größter Branchenverlierer zeitweise um mehr als 7 Prozent ein, nachdem er im Zuge der vierten Pandemiewelle ohnehin bereits eine wochenlange Talfahrt hinter sich hat. Anleger befürchten neue Lockdowns und zunehmende Reisebeschränkungen.

Für die Aktien des Flugzeugbauers Airbus <NL0000235190>, Anteilsscheine des Tourismuskonzerns Tui sowie Papiere der Lufthansa und von Fraport ging es zweistellig abwärts. Auch Papiere des Triebwerksherstellers MTU <DE000A0D9PT0>, des Ticketverkäufers für Großveranstaltungen CTS Eventim <DE0005470306> und von Sixt <DE0007231326> gerieten massiv unter Druck.

Dennoch verwies ein Händler mit Blick auf Airlines auf deutliche Unterschiede im Vergleich zum Ausbruch der Pandemie 2020. "Auch wenn die neue Variante ein Risiko für die Erholung der Luftfahrtbranche sein könnte, darf nicht vergessen werden, dass diese Unternehmen dank vorsorglicher Finanzierungsmaßnahmen im Sommer sowie aufgrund von Kapitalerhöhungen über jede Menge Liquidität in ihren Bilanzen verfügen."

Die europäische Bankenbranche <EU0009658806> sackte um 5 Prozent ab und war somit zweitschwächster Sektor. Hierzulande gaben die Aktien der Deutschen Bank <DE0005140008> und der Commerzbank <DE000CBK1001> rund 6 Prozent nach, denn das Thema mögliche Zinsanhebungen in Europa rückt mit den neuen Virussorgen in immer weitere Ferne, sollte die Wirtschaft coronabedingt erneut stark leiden und von den Zentralbanken noch längere Zeit gestützt werden müssen. Womöglich könnte dann auch das Pandemie-Notfallkaufprogramm der EZB über den März 2022 hinaus fortgesetzt werden, was allesamt keine guten Nachrichten für Banken und deren Erträge wären.

Gefragt waren indes Papiere von Impfstoffherstellern wie Biontech <US09075V1026>, Novavax und Valneva <FR0004056851>. Letztere kletterten gar zweistellig auf ein Rekordhoch. Valneva ist derzeit dabei, einen Totimpfstoff gegen Corona zu entwickeln und könnte mit diesem klassischen Ansatz eine Alternative für besonders hartnäckige Impfskeptiker bieten.

Labordienstleister wie Sartorius <DE0007165631> oder Synlab <DE000A2TSL71> sowie Medizintechnik-Unternehmen wie Drägerwerk <DE0005550636> gehörten mit Gewinnen zwischen 4 Prozent und 7 Prozent ebenso zu den gefragtesten Werten.

Deutlich legten zudem klassische Lockdown-Profiteure zu: Hellofresh <DE000A161408>, Delivery Hero <DE000A2E4K43>, Zalando <DE000ZAL1111> und auch Home24 <DE000A14KEB5>, Westwing <DE000A2N4H07>, Shop Apotheke <NL0012044747> oder Global Fashion Group <LU2010095458>. Auch Teamviewer <DE000A2YN900> erholten sich vom Rekordtief.

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