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AKTIEN IM FOKUS: Rally bei Solarenergie- und Biosprit-Produzenten geht weiter

FRANKFURT/KOPENHAGEN/MADRID (dpa-AFX) - Die Aktien einiger alternativer Energieanbieter profitieren offenbar vom sich verschärfenden Gasmangel in Europa. Am Dienstag setzten sowohl der Solarenergiekonzern SMA Solar <DE000A0DJ6J9> als auch der Biosprithersteller Verbio <DE000A0JL9W6> und Envitec Biogas <DE000A0MVLS8> ihren guten Lauf fort. Um die Mittagszeit schrumpften die Gewinne angesichts des sich weiter eintrübenden Marktumfelds aber etwas.

Verbio reichte ein Kursplus von über zweieinhalb Prozent auf 55,85 Euro gleichwohl für einen der vorderen Plätze im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386>. Damit hält die Mitte Juli gestartete Erholungsrally an, dank der Verbio sich immer weiter von der 50-Tage- und der 21-Tage-Linie nach oben absetzt, die als wichtige Indikatoren für den kurz- und mittelfristigen Trend gelten.

Bis zum Rekord von 88,10 Euro aus dem April haben die Verbio-Titel, die zwischenzeitlich um über 50 Prozent von diesem Wert zurückgefallen sind, aber noch einen weiten Weg vor sich. Seit dem Frühjahr hatten immer wieder politische Überlegungen belastet, den Einsatz von Biosprit aus angebauten Pflanzen zu begrenzen oder sogar schrittweise zu beenden, um den starken Anstieg der Nahrungsmittelpreise seit Beginn des Kriegs in der Ukraine zu dämpfen.

SMA Solar legten zuletzt noch um gut ein halbes Prozent auf 47,90 Euro zu und markierten bei 50,35 Euro den höchsten Stand seit über einem Jahr. Sie notieren nicht nur deutlich über ihrer 50-Tage-Linie und 21-Tage-Linie, sondern auch weit oberhalb der für den langfristigen Trend bedeutsamen 200-Tage-Linie.

Jefferies-Analyst Constantin Hesse befürchtet zwar, dass die Chipknappheit den Umsatz von SMA im zweiten Quartal erneut gebremst und zu weiteren Marktanteilsverlusten geführt haben dürfte. Zudem sei wegen der Unterauslastung der Produktion ein erneuter Betriebsverlust zu erwarten. Im zweiten Halbjahr dürften dem Unternehmen aber wieder mehr elektronische Bauteile geliefert werden, sodass sich die Lage deutlich verbessern sollte.

Außerhalb der wichtigen deutschen Aktienindizes sprangen die Anteilsscheine von Envitec Biogas <DE000A0MVLS8> am Dienstag um 13 Prozent auf 49 Euro hoch - teurer waren sie zuletzt vor 15 Jahren.

Die Aktien von Windkraftanlagen-Herstellern bleiben beim aktuellen Höhenflug indes außen vor: Das ehemalige SDax-Mitglied Nordex büßte über vier Prozent ein und setzte damit den Zickzack-Kurs der vergangenen Tage fort. Ähnlich sah es bei den Papieren des dänischen Konkurrenten Vestas <DK0061539921> aus, die mehr als sechs Prozent verloren. Siemens Gamesa <ES0143416115> gaben um 0,2 Prozent auf 17,91 Euro nach. Seitdem der Energiekonzern Siemens Energy <DE000ENER6Y0> vor über zwei Monaten angekündigt hat, das noch ausstehende knappe Drittel an seiner Tochter zu übernehmen, pendelt die Aktie knapp unter den 18,05 Euro, die der Energiekonzern den Minderheitsaktionären bietet.

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