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AKTIEN IM FOKUS: Delivery Hero drehen deutlich ins Plus trotz Deliveroo-Warnung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Delivery Hero <DE000A2E4K43> haben am Montag anfängliche Verluste wett gemacht und deutlich zugelegt. Zuletzt waren die Papiere des Essenslieferanten mit einem Plus von 7,22 Prozent auf 38,78 Euro Spitzenreiter im MDax <DE0008467416>. Zur Eröffnung hatten sie in Reaktion auf reduzierte Wachstumsziele des britischen Konkurrenten Deliveroo <GB00BNC5T391> um bis zu 1,6 Prozent nachgegeben.

Deliveroo hatte auf Basis der Eckdaten für das zweite Quartal seine Jahreszielspanne für das währungsbereinigte Wachstum des Bruttotransaktionswerts (GTV) von 15 bis 25 Prozent auf nur noch 4 bis 12 Prozent reduziert. An seiner Profitabilitätsprognose (bereinigtes Ebitda) von minus 1,5 bis minus 1,8 Prozent bezogen auf den Bruttotransaktionswert hält das Management fest. Die Deliveroo-Aktie fiel nach Handelsbeginn in London um bis zu 8,5 Prozent, erholte sich aber rasant und verbuchte zuletzt ein Kursplus von 8 Prozent.

Jefferies-Analyst Giles Thorne verwies darauf, dass mit dem beibehaltenen Margenausblick bei Deliveroo nun ein geringerer operativer Verlust zu erwarten sei als bisher.

Sein Kollege Rob Joyce von Goldman Sachs räumte ein, dass der britische Essenslieferant beim GTV hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Er glaubt aber nach Gesprächen mit Investoren, dass viele bereits damit gerechnet hätten.

Der gesamte Bereich der Essenslieferungen werde durch rapide abschmelzende Verbraucherbudgets schwer belastet, konstatierte Analyst Marcus Diebel von JPMorgan. Daher rechnet er nun auch für die Wettbewerber Delivery Hero und Just Eat Takeaway <NL0012015705> mit sinkenden GTV-Zielen. Die Aktien des letztgenannten Unternehmens stiegen zuletzt um 6,4 Prozent auf 1228 Pence.

Mit der aktuellen Kurserholung nähern sich die Papiere von Delivery Hero wieder der Marke von 40 Euro. Nach einem monatelangen Kursrutsch bis auf knapp 24 Euro im Mai hatte eine Konsolidierung begonnen. Erholungsversuche scheiterten aber seither immer wieder im Bereich um die 40 Euro. Zum Vergleich: Im November 2021 hatten die Aktien des Corona-Profiteurs noch mehr als 130 Euro gekostet.

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