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AKTIEN IM FOKUS 2: Pfizer und Biontech von Corona-Impfstoff beflügelt

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(neu: Analystenkommentare, Kursentwicklung aktualisiert)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aussicht auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus hat am Montag Pfizer <US7170811035> und Biontech <US09075V1026> hohe Kursgewinne beschert. Die Papiere des an der US-Technologiebörse Nasdaq notierten Mainzer Biotech-Unternehmens Biontech schnellten in der Spitze um 25 Prozent auf 115 US-Dollar nach oben. Allerdings gaben sie einen Teil dieser Gewinne wieder ab und lagen zuletzt noch mit 10 Prozent im Plus. Aktien des Pharmaschwergewichts Pfizer legten um 8,7 Prozent zu.

Ein effektiver Corona-Impfstoff in Europa und den USA rückt in greifbare Nähe: Als erste westliche Hersteller haben Biontech und Pfizer am Montag vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Studie veröffentlicht. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Schwere Nebenwirkungen seien bislang nicht registriert worden, hieß es von den beiden Unternehmen.

Die auf mehr als 90 Prozent bezifferte Effizienz sei beeindruckend, schrieb Analyst Chris Schott von der Investmentbank JPMorgan in einer ersten Reaktion auf die Nachricht. Es liege nun nahe, dass es sich um einen Durchbruch im Kampf gegen die Pandemie handeln könnte. Mit dem Kurssprung preisten die Aktie von Pfizer ein optimales Impfstoff-Szenario nun aber schon ein.

Eine Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten von mehr als 90 Prozent sei höher als erwartet, schrieb Analyst Carter Gould von der Barclays Bank. Das Ergebnis sollte dazu beitragen, Bedenken hinsichtlich des Wirksamkeit und der allgemeinen Impfbereitschaft auszuräumen. Auch andere Impfstoffe, die gegenwärtig gegen das Virus erforscht und entwickelt würden, könnten eine höhere Wirksamkeit zeigen als bislang vermutet, ergänzte Gould.

Etwas zurückhaltender argumentierte Analyst Zhiqiang Shu von der Berenberg Bank. Die Effizienzanforderungen der US-Arzneimittelbehörde FDA dürften mit einer Wirksamkeit von 90 Prozent zwar locker übertroffen werden. Außerdem gebe es bislang keine schwerwiegenden Sicherheitsbedenken. Es blieben aber weitere Fragen offen, etwa was die Dauer des Schutzes betrifft. Einige dieser Fragen könnten wohl erst nach einer Zulassung beantwortet werden./bek/tih/he

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