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AKTIEN IM FOKUS 2: 1&1 und Mutter United ziehen an - Neues Netz-Angebot von O2

·Lesedauer: 3 Min.

(neu: Kurse, Expertenstimmen und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von 1&1 Drillisch <DE0005545503> und im Gefolge deren Mutter United Internet <DE0005089031> haben am Montag kräftig von einer Neuverhandlung des National-Roaming-Vertrags mit Wettbewerber Telefonica Deutschland <DE000A1J5RX9> profitiert. Telefonica hatte ein neues Angebot zur vorübergehenden Nutzung seines Mobilfunknetzes vorgelegt, nachdem es von der EU-Kommission dazu aufgefordert worden war. Dank National Roaming können sich Handynutzer dort, wo ihr Netzbetreiber keine eigenen Antennen hat, mit einem anderen Netz verbinden. Es ist für 1&1 Drillisch deshalb so wichtig, da der Mobilfunkbetreiber noch kein eigenes Netz hat.

Gegen Mittag zogen 1&1 Drillisch im SDax <DE0009653386> um etwa 8 Prozent auf 22,64 Euro an auf den höchsten Stand seit September 2020. United Internet profitierten davon im MDax <DE0008467416> mit gut 5 Prozent auf 39,13 Euro. Fünf Monate zuvor war der Preisstreit mit Telefonica Deutschland eskaliert und 1&1 Drillisch sowie United Internet hatten ihre Prognose für den operativen Gewinn senken müssen. Zudem warnten sie vor Gefahren weiterer Gewinnrückgänge in den kommenden Jahren.

Nach den Feststellungen der EU-Kommission sieht Jefferies-Analyst Ulrich Rathe nun den Durchbruch für ein National-Roaming-Abkommen. Für 1&1 Drillisch sollte dies den Weg freimachen für den Aufbau und Start eines eigenen 5G-Netz, wie Analyst Simon Bentlage von der Privatbank Hauck & Aufhäuser schrieb. Damit dürfte ein Unternehmenswandel einhergehen, der dann auch die Abhängigkeit von anderen Mobilfunknetzbetreibern wie Telefonica oder Vodafone <GB00BH4HKS39> reduziere und helfe, mittel- bis langfristig Kosten einzusparen. Die Regulierungsbehörden hätten ein Interesse am Wettbewerb im deutschen Telekommarkt, damit sich die Netzwerkqualität und die Preise für Endkunden verbesserten.

Berenberg-Analyst Usman Ghazi zielte vor allem auf das "volle Ausmaß" der finanziellen Vorteile für 1&1 Drillisch ab. Dieses sei größer als die zunächst vom Unternehmen veranschlagten 30 Millionen Euro für Juli bis Dezember 2020 oder 60 Millionen Euro auf annualisierter Basis, schrieb er. Dafür verwies er darauf, dass einige Aspekte der neuen Vereinbarung so strukturiert seien, dass das Unternehmen davon erst von 2021 an profitieren werde. 1&1 wolle den Finanzmärkten dazu mehr Klarheit liefern, sobald es das neue National-Roaming-Angebot vorliegen habe, was an diesem Freitag der Fall sein dürfte. Dann werde auch die Entscheidung darüber gefällt, ob es angenommen oder abgelehnt werde.

Andrew Lee von Goldman Sachs sowie UBS-Kollege Polo Tang sahen indes die jüngsten Entwicklungen sowohl für 1&1 als auch für United Internet nur als "mäßig positiv" an. Die neuen Bedingungen für den Netzzugang brächten nur kleinere Vorteile, schrieb Tang, denn die "Hängepartie in der Netzfrage" sei weiter nicht gelöst. Die von Drillisch genannten 30 Millionen Euro, mit denen sich die neuen Nutzungsbedingungen auf das operative Ergebnis (Ebitda) auswirkten, könnten aber immerhin bereits in die durchschnittlichen Analystenschätzungen eingepreist werden, weshalb die Aktien positiv reagierten.

Für Telefonica Deutschland werteten Anleger es zugleich positiv, dass die vorgeschlagenen Bedingungen dem Unternehmen zufolge keinen Einfluss auf die diesjährigen Finanzkennziffern haben. Die Papiere reagierten daher ebenfalls positiv und legten zuletzt um ein Prozent auf 2,30 Euro zu./ck/ag/jha/

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