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Aktien Europa: Gewinnmitnahmen wegen Sorgen über Korea-Konflikt

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen sind am Dienstag nach einem freundlichen Start in die Verlustzone gedreht und haben spürbar nachgegeben. Am Markt wurde vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Nord- und Südkorea auf Gewinnmitnahmen verwiesen. Daher dürften auch die US-Börsen am Nachmittag schwach starten, wie die der Eröffnung vorauslaufenden Futures bereits nahelegen. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145>, der in der ersten Juniwoche um fast elf Prozent nach oben geschnellt war, knüpfte an seinen Montagsverlust an und gab am späten Vormittag um 1,35 Prozent auf 3320,91 Punkte nach.

Auch die großen Länderbörsen schwächelten: In Paris sank der Cac 40 <FR0003500008> um 1,55 Prozent auf 5095,24 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 <GB0001383545> büßte 1,43 Prozent auf 6380,14 Zähler ein.

Nach monatelangem Stillstand in den Beziehungen zu Südkorea will Nordkorea werden nun sämtliche Kommunikationskanäle zwischen den Regierungen und den Militärs beider Länder gekappt. Dies sei nur der erste Schritt, "um alle Kontaktwege" abzuschneiden, hatte es zuvor von Seitens der nordkoreanischen Staatsmedien geheißen. Dass es soweit kommt, hatte sich zwar abgezeichnet, doch bedeuteten die wieder deutlich zunehmenden politischen Spannungen vor dem Hintergrund der noch nicht ausgestandenen Corona-Krise neue Unsicherheiten und Risiken, hieß es.

Unter den Branchen in Europa konnte sich zuletzt nur der als defensiv geltende Gesundheitssektor <EU0009658723> im Plus halten und legte um 0,8 Prozent zu. Im währungsgemischten Stoxx Europe 50 ragten entsprechend die Aktien von Astrazeneca <GB0009895292>, Roche <CH0012032048>, GSK <GB0009252882>, Novartis <CH0012005267> und Novo Nordisk <DK0060534915> mit Gewinnen zwischen 1,2 und 1,5 Prozent an der Index-Spitze heraus.

Die Auto- <EU0009658681> und die Bankenbranche <EU0009658806> indes waren die Schlusslichter mit Verlusten von 3,2 und 3,9 Prozent. Unter den Bankaktien waren die Papiere der Societe Generale <FR0000130809> im EuroStoxx besonders schwach mit minus 5,5 Prozent, gefolgt von Intesa Sanpaolo <IT0000072618> und der ING <NL0011821202>, die jeweils um etwas mehr als 4 Prozent nachgaben. Lloyds <GB0008706128> büßten im Stoxx knapp 5 Prozent ein.

Nestle <CH0038863350> legten im SMI <CH0009980894> um 1,0 Prozent zu. Der Nahrungsmittelhersteller trennt sich von einem weiteren Bereich mit einer unbefriedigenden Entwicklung und verkauft das Geschäft mit der Pasta-Marke Buitoni in Nordamerika an den Finanzinvestor Brynwood Partners. Damit bestätigte sich ein Bericht des "Wall Street Journal". Der Zeitung zufolge kommt die Buitoni Food Company mit den Rechten an der Marke in den USA, Kanada und der Karibik auf einen Wert von 115 Millionen US-Dollar.