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Aktien Europa: EuroStoxx mit Handelstreit-Hoffnung auf dem Vormarsch

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Im europäischen Aktienhandel herrscht am Montag wieder vorsichtiger Optimismus. Grund waren positive Signale im US-chinesischen Handelsstreit. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg bis zum Mittag um 0,44 Prozent auf 3703,58 Punkte. Der Leitindex der Eurozone holte damit Verluste aus der per Saldo schwachen Vorwoche teils auf.

Wie am Wochenende bekannt wurde, geht China mit verschärften Strafen für die Verletzung geistigen Eigentums ein Stück weit auf die USA zu. Hinzu kam eine Meldung der staatlichen chinesischen Zeitung "Global Times", wonach ein zuletzt immer wieder thematisiertes erstes Teilabkommen kurz vor dem Abschluss stehen soll.

Von London bis Madrid starteten die Länderbörsen in diesem Umfeld positiv in die neue Woche. Der französische Cac 40 <FR0003500008> gewann 0,49 Prozent auf 5922,11 Punkte und der britische FTSE 100 <GB0001383545> stieg um 0,65 Prozent auf 7374,67 Punkte. Hier galt vor allem die Stärke der in London gewichtigen Rohstoffbranche als Stütze.

In diesem Marktumfeld haben am Montag vor allem konjunkturlastige Sektoren zu den Favoriten der Anleger gezählt. Neben den Minenwerten, deren Branchenindex mit einem Anstieg um 1,4 Prozent die Spitze einnahm, waren auch Automobilaktien gefragt. Deren Branchenindex Stoxx Europe 600 <EU0009658202> Automobiles & Parts stieg um 0,7 Prozent.

Allgemein gefragt waren derweil auch Luxusgüterwerte, für die China ein wichtiger Wachstumsmarkt ist. Hier löste es zudem Konsolidierungsfantasie aus, dass der Luxusgüterkonzern LVMH <FR0000121014> nun offiziell ein Angebot abgegeben hat für den US-Juwelier Tiffany <US8865471085>. Die LVMH-Anleger reagierten erfreut, die Aktie gab mit einem Anstieg um 2,2 Prozent den Sektorton an.

In Mailand waren Unicredit gefragt: Die Papiere der italienischen Großbank Unicredit <IT0004781412> kletterten um 1,9 Prozent, nachdem es hieß, dass offenbar einen Ausstieg aus dem Türkei-Geschäft erwägt wird. Zumindest spricht das Finanzhaus derzeit im Rahmen ihres neuen Strategieplans mit dem türkischen Partner Koc Group über die Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens.

Eher gemieden wurden von Anlegern die Telekomwerte, die unter anderem wegen verlässlicher Dividenden als eher defensiv angesehen werden. Die Aktien von Orange <FR0000133308> zum Beispiel waren im EuroStoxx mit einem Abschlag von 0,1 Prozent unter den wenigen Verlierern.