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Aktien Europa: Anleger gehen wieder ins Risiko

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben sich am Dienstag zu neuen Höhen aufgeschwungen. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg auf den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2015. Die Investoren hätten auch auf dem hohen Kursniveau noch immer Vertrauen in die Märkte, allen voran in die Rally an der Wall Street, sagte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Zuletzt stieg der EuroStoxx 50 um 0,6 Prozent auf 3727,28 Punkte.

Ein mögliches Scheitern eines Deals im US-chinesischen Handelsstreit wischten die Anleger derweil beiseite, sagte Erlam. Der Experte begründete die optimistische Einstellung damit, dass US-Präsident Donald Trump vermutlich nicht ohne eine Einigung mit China in den näher rückenden Präsidentschaftswahlkampf gehen wolle.

Der französische Cac 40 <FR0003500008> setzte die Anfang Oktober begonnene Rally ebenfalls fort und erreichte den höchsten Stand seit mehr als zwölf Jahren. Zuletzt lag der Index mit 0,44 Prozent im Plus bei 5956,08 Punkten. In London legte der FTSE 100 <GB0001383545> um 0,75 Prozent auf 7363,12 Zähler zu.

Die Risikofreude der Anleger spiegelte sich in den Aktiensektoren wider: An der Spitze lagen Automobilaktien mit einem Sektorplus von 1,5 Prozent. Sie gelten als besonders abhängig von der Konjunktur und dem weltweiten Handel. Defensive Papiere der Lebensmittelhersteller waren hingegen nicht gefragt, der Sektor verlor 0,3 Prozent.

Die Aussicht auf einen kurstreibenden Bieterkampf um den spanischen Börsenbetreiber Bolsas y Mercados Espanoles (BME) ließ dessen Aktienkurs auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren steigen. Laut dem spanischen Wirtschaftsmagazin La Informacion erwägt neben der Börse Euronext <NL0006294274> und der schweizerischen Börse Six nun auch die Deutsche Börse <DE0005810055> ein Kaufangebot für die BME. Die Aktien waren am Vortag um fast 40 Prozent nach oben geschnellt.

In Zürich verteuerten sich die Aktien von Julius Bär <CH0102484968> um 1,3 Prozent. Die schweizerische Privatbank will für bis zu 400 Millionen Franken eigene Aktien zurückkaufen.

Anteilsscheine von Easyjet <GB00B7KR2P84> kletterten um fast vier Prozent. Mit Blick auf die Prognosen des Billigfliegers für das laufende Geschäftsjahr hoben die Analysten von JPMorgan günstigere Währungseffekte positiv hervor.

An der Spitze des französischen Cac 40 lagen die Aktien des Autozulieferers Valeo <FR0000130338> mit einem Plus von fast vier Prozent. Die Analysten der Investmentbank UBS attestierten den Papieren ein Aufwärtspotenzial von mehr als 20 Prozent und rieten zum Kauf.