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Bei dieser Aktie stimmt was nicht: Ist AT&T jetzt zu billig?

·Lesedauer: 5 Min.
Funkmast
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In diesem Artikel:

  • AT&T gesteht seine Fehler rund um DIRECTV und Time Warner ein und wird seine Medienbeteiligungen in einem Deal mit Discovery abspalten.

  • Damit wird AT&T wieder ein fokussierter Telekommunikationskonzern sein, während aktuelle Aktionäre als Bonus auch noch Inhaber des neu formierten Medienunternehmens werden.

  • Die Dividende wird gekürzt, aber davon werden Investoren letztlich profitieren. Dem Unternehmen wird es guttun.

Das Telekommunikationsunternehmen AT&T (WKN: A0HL9Z) beendete kürzlich seine Reise in den Bereich der digitalen Inhalte, die 2015 mit dem Kauf von DIRECTV für 49 Mrd. US-Dollar begann und 2018 mit dem Kauf von Time Warner für weitere 85 Mrd. US-Dollar fortgesetzt wurde. Den Anlegern gefiel AT&Ts Vorstoß in den Bereich Medien nie; die Aktie ist in den letzten fünf Jahren um mehr als 30 % gefallen.

AT&T ist nun dabei, sein Warner-Media-Geschäft auszugliedern und mit Discovery zu einem eigenständigen Unternehmen zusammenzulegen. Damit wird AT&T wieder zu einem reinen Telekommunikationsunternehmen. Klingt langweilig, aber hier sind drei Gründe, warum sich die Anleger darüber freuen sollten.

1. Aus eins mach zwei

Nur weil AT&T aus dem Streaming- und Inhaltsgeschäft aussteigt, heißt das nicht, dass seine Aktionäre das auch müssen. Im Rahmen der Fusion zwischen Warner Media und Discovery (WKN: A0Q90J) werden die Aktionäre von AT&T 71 % des entstehenden Eigenkapitals erhalten. Mit anderen Worten: Wenn du AT&T-Aktien besitzst, erhältst du Anteile an dem neuen Unternehmen.

Das neue Unternehmen wird über alle Mediengeschäftsbereiche von AT&T verfügen, darunter HBO und HBO Max, Warner Bros., DC Universe, TBS, TNT, CNN, Cartoon Network und viele weitere Marken und Kanäle, die mit der eigenen Senderpalette von Discovery kombiniert werden, darunter Discovery, HGTV, Food Network, TLC und andere.

Das neue Unternehmen, das den Namen Warner Bros. Discovery tragen wird, wird über eine umfangreiche Sammlung von geistigem Eigentum sowie Streaming-Dienste verfügen, um dieses zu verbreiten. Warner Media wird HBO Max einbringen, und Discovery besitzt auch einen Dienst namens Discovery Plus.

Das neue Unternehmen muss sich natürlich noch bewähren, aber die AT&T-Investoren erhalten jetzt eine Beteiligung an diesem neuen Unternehmen, zusätzlich zu ihrer bestehenden Beteiligung am Telekommunikationsgeschäft von AT&T.

2. Die Bilanz kommt wieder in stabileres Fahrwasser

Die enorme Schuldenlast von AT&T war einer der Hauptgründe für die jahrelange Talfahrt des Aktienkurses. Das Unternehmen hat sich zur Finanzierung der Übernahmen von DIRECTV und Time Warner stark verschuldet und seit der Time Warner-Übernahme vor drei Jahren keine nennenswerten Fortschritte bei der Rückführung der Bilanz gemacht.

Das Unternehmen verfügt derzeit über eine Gesamtverschuldung von rund 180 Mrd. US-Dollar in seiner Bilanz und hat einen Verschuldungsgrad von vier, d. h. AT&T ist viermal so hoch verschuldet wie sein Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (kurz EBITDA, eine Profitkennzahl, von der noch eine große Menge abgezogen wird).

Vor dem Kauf von DIRECTV lag das Verhältnis Schulden/EBITDA von AT&T noch bei etwa zwei, was aufzeigt, wie viel Schulden das Unternehmen in den letzten fünf Jahren aufgenommen hat. Im Rahmen des Discovery-Deals wird AT&T einen Schuldenballast in Höhe von 43 Mrd. US-Dollar abwerfen, wodurch das Verhältnis von Schulden zu EBITDA bei Abschluss des Deals Mitte 2022 auf etwa 2,6 sinken wird, und das Management plant, die Schulden ab diesem Zeitpunkt weiter abzubauen.

Die Unternehmensleitung hat eine Dividendenkürzung vorgenommen und gibt eine Ausschüttungsquote von 40 % des erwarteten Cashflows von AT&T in Höhe von 20 Mrd. US-Dollar nach der Abspaltung vor. Dies würde bedeuten, dass etwa 8 Mrd. US-Dollar für die Dividende bereitgestellt werden, während das Unternehmen im Jahr 2020 noch 15 Mrd. US-Dollar für die Dividende ausgab. Die groben Berechnungen deuten auf eine Kürzung um 50 % hin, was Dividendenanleger wahrscheinlich verärgern wird.

Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass die Anleger derzeit eine Dividendenrendite von 7,6 % genießen, sodass die gekürzte Dividende immer noch mehr einbringt als viele andere Dividendenwerte. Das Unternehmen könnte das zusätzliche Geld für den Rückkauf von Aktien verwenden, was wahrscheinlich dem Gewinn pro Aktie zugutekäme und den Aktienkurs in die Höhe treiben würde.

3. Die AT&T-Aktie ist zu billig

Es wird erwartet, dass AT&T im Jahr 2021 rund 3,36 US-Dollar pro Aktie verdienen wird. Damit wird die Aktie zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,1 gehandelt, was deutlich unter dem erwarteten 2021er-KGV des S&P 500 von 22 liegt. Wenn die Abspaltung erfolgt, werden die Gewinne von AT&T sinken; das Warner-Media-Geschäft hat 2020 etwa ein Fünftel der Gewinne von AT&T eingebracht.

Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass die Anleger dies in Form von Aktien des neuen Unternehmens Warner Bros. Discovery erhalten werden. AT&T würde ohne die Beiträge von Warner Media immer noch mit einem starken Abschlag gegenüber dem Markt gehandelt, sodass die Aktie sehr attraktiv bewertet erscheint, bevor man den Bonus der Aktien aus der Abspaltung berücksichtigt.

Kein Haken: Hier entsteht ein echtes Schnäppchen

Mit AT&T bleibt den Anlegern ein stärker fokussiertes Telekommunikationsunternehmen, das weniger Schulden hat und über den finanziellen Spielraum für Aktienrückkäufe oder die weitere Rückzahlung seiner Schulden verfügt. Nicht jeder ist davon überzeugt, aber aus meiner Sicht ist es gut möglich, dass die Anleger die Aktie mit einer höheren Bewertung versehen, sobald sie schwarz auf weiß sehen, wie sich die Bilanz des Unternehmens verbessert. Somit erscheint AT&T zum heutigen Preis wie ein Schnäppchen.

Der Artikel Bei dieser Aktie stimmt was nicht: Ist AT&T jetzt zu billig? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dieser Artikel wurde von Justin Pope auf Englisch verfasst und am 06.09.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. Justin Pope hat keine Position in einer der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Discovery (C-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021

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