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AKTIE IM FOKUS: SAP im Aufwind nach Bericht über Google-Auftrag

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktie des Software-Herstellers SAP <DE0007164600> hat am Dienstag von einem Medienbericht über einen prestigeträchtigen Auftrag in den USA profitiert. Zuletzt ging es um knapp 2 Prozent auf 108,90 Euro nach oben. Kurzzeitig kletterte sie sogar bis dicht unter den Widerstand bei 110 Euro von Ende Januar und Anfang Februar. Sollte er überwunden werden, könnte mittelfristig der Bereich für weitere Kursgewinne um die 122 bis 123 Euro liegen. Unter dieses Niveau war das SAP-Papier im Oktober gesackt, nachdem der Konzern wegen Corona und der Kosten für die Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft seine Ziele gestutzt hatte.

Auslöser für den aktuellen Kurssprung war ein CNBC-Bericht am Montag. Unter Berufung auf eine interne Email an Google-Angestellte berichtete der US-Wirtschaftssender, dass die Kernfinanzsysteme von Google <US02079K1079> sowie des Mutterkonzerns Alphabet <US02079K3059> im Mai von Oracle <US68389X1054>- auf SAP-Software umgestellt würden.

"Die Ankündigung von Google ist ein schöner öffentlicher Sieg für SAP", kommentierte JPMorgan-Analystin Stacy Pollard. "Google und Oracle haben eine Reihe von Konflikten", erläuterte sie. Unter anderem seien die beiden so genannte "Hyperscaler"-Wettbewerber im Bereich Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Hyperscaler sind Anbieter von IT-Ressourcen auf Basis des Cloud Computings. Zudem habe sich Oracle wohl geweigert, seine Datenbanksoftware für die Google Cloud zu zertifizieren, was auf Kosten von Googles Kunden ging, wie Pollard schrieb.

Die JPMorgan-Expertin verwies darüber hinaus auch auf eine gerichtliche Niederlage von Oracle am Vortag. In einem wegweisenden Urteil für die Software-Branche entschied das Oberste Gericht der USA einen Urheberrechtsstreit um das Smartphone-System Android zu Gunsten von Google. Die Verwendung von Schnittstellen sei als "fair use" (faire beziehungsweise angemessene Nutzung) rechtens gewesen, urteilten die Richter mehrheitlich. Damit unterlag der Softwarekonzern Oracle, der von Google wegen der Nutzung dieser Schnittstellen - Java-Software-Codes - rund 9 Milliarden Dollar Entschädigungszahlungen verlangt hatte.