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AKTIE IM FOKUS: Lieferkettenprobleme erwischen Nike-Anleger auf falschem Fuß

·Lesedauer: 3 Min.

NEW YORK (dpa-AFX) - Corona-bedingte Produktionsausfälle haben die zuletzt rekordverwöhnten Nike-Anleger <US6541061031> am Freitag geschockt. Die Aktien des Sportartikelherstellers sackten um 6,7 Prozent auf 148,97 US-Dollar ab und waren damit das klare Schlusslicht im leicht nachgebenden Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048>.

Nike wird aktuell von der monatelangen Schließung seiner vietnamesischen Fabriken wegen strikter Corona-Maßnahmen gebremst. "Wir haben bereits zehn Wochen Produktion verloren", sagte Finanzchef Matt Friend bei der Vorlage von Quartalszahlen am Vorabend. Das Unternehmen muss die Fertigung nach China und Indonesien verlagern. Die Überlastung der Lieferketten führt aber dazu, dass die fertige Ware deutlich länger nach Nordamerika braucht als gewohnt. Angesichts der aktuellen Entwicklung schraubte Nike die Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr zurück.

Analysten äußerten sich denn auch überwiegend skeptisch. Mit der Ausweitung der Restriktionen im Süden Vietnams hätten die Unsicherheiten noch zugenommen, schrieb etwa der Experte James Grzinic von der US-Investmentbank Jefferies. In einer Telefonkonferenz habe Nike ausgeführt, dass vier Fünftel der Produktionskapazitäten für die Schuhfertigung ausgefallen seien sowie die Hälfte der Kapazitäten für Bekleidung. Die Auslieferzeiten hätten sich von üblicherweise 40 auf nahezu 80 Tage fast verdoppelt. Das spiegele sich in der gesenkten Umsatzprognose wider.

Der Analyst Michael Pohn von der DZ Bank empfahl weiterhin, die Nike-Aktien zu verkaufen. Die Beeinträchtigungen der Lieferketten seien zwar nur vorübergehend, doch befürchtet er für die Zukunft im asiatischen Raum auch weitere Probleme durch die neue politische Haltung der Regierung in der Volksrepublik China, die zu spürbaren Benachteiligungen ausländischer Unternehmen führen könnte.

Analyst Matthew Boss von der US-Bank JPMorgan wies derweil darauf hin, dass sich am Ziel einer Bruttomarge von deutlich über 40 Prozent in den kommenden Jahren nichts geändert habe. "Oder anders ausgedrückt: Der Chef John Donahoe sieht Nike in 18 Monaten und nach einem Ende der Lieferkettenprobleme in einer besseren Position als jetzt". Zudem habe das Management auf weltweit hohe durchschnittliche Verkaufspreise verwiesen.

Insgesamt beurteilen Analysten die Perspektiven für die Nike-Aktien überwiegend positiv. Von den 30 von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Experten raten 24 zum Kauf der Papiere. Lediglich zwei empfehlen einen Verkauf und vier Fachleute nehmen eine neutrale Haltung ein.

Derweil notieren die Anteilsscheine von Nike trotz des Kursrutsches an diesem Freitag immer noch deutlich über dem Schlussstand kurz vor der Veröffentlichung der vorangegangenen Quartalszahlen Ende Juni. Diese hatten zunächst ein Kursfeuerwerk und dann eine mehrere Wochen lang laufende Rekordrally ausgelöst. Seinerzeit hatte Nike noch kräftig vom Ende vieler Corona-Beschränkungen in den USA profitiert.

Bei gut 174 Dollar aber stoppte die Rekordjagd der Nike-Aktien dann Anfang August. Seitdem haben die Papiere kontinuierlich nachgegeben.

Unter dem Strich steht damit bei den Anteilsscheinen von Nike seit Jahresbeginn gerechnet aktuell ein Plus von nur rund 5 Prozent zu Buche. Der Dow hingegen ist in diesem Zeitraum bereits um gut 13 Prozent gestiegen.

Aus charttechnischer Sicht haben sich die langfristigen Perspektiven für die Aktien von Nike nunmehr eingetrübt, nachdem der Kursrutsch zu Wochenschluss die Papiere unter die 100-Tage-Durchschnittslinie gedrückt hatte. Gestützt werden die Anteilsscheine aber noch von der viel beachteten 200-Tage-Linie. Sie verläuft aktuell bei gut 145 Dollar.

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