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AKTIE IM FOKUS: GlaxoSmithKline-Abspaltung Haleon startet unspektakulär an Börse

LONDON (dpa-AFX) - Das vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) abgespaltene Konsumgüterunternehmen Haleon <GB00BMX86B70> ist am Montag unspektakulär an die Börse gestartet. Nach einem ersten Kurs von 330 Pence, der das Unternehmen mit rund 30 Milliarden Pfund bewertete, kosteten die Titel zuletzt mit 316 Pence etwas weniger. Damit avancierte das Unternehmen mit Marken wie Dr.-Best-Zahnbürsten, das Schmerzgel Voltaren oder die Zahnpasta Sensodyne allerdings auf Anhieb zu einem der größten börsennotierten Unternehmen in Großbritannien. Die GSK-Aktien notierten angesichts der Haleon-Abspaltung fast 20 Prozent tiefer, doch bekamen die GSK-Aktionäre je Papier einen Haleon-Titel ins Depot gebucht. Inklusive dessen Wert war die Haleon-Abspaltung für die GSK-Anteilseigner im Großen und Ganzen ein Nullsummenspiel.

Vor der Abspaltung hatte der frühere Mutterkonzern GSK <GB0009252882>, der sich jetzt auf verschreibungspflichtige Medikamente und Impfstoffe fokussieren will, Übernahmeofferten mehrerer Branchengrößen für den Bereich abgelehnt. So hatte etwa Unilever <GB00B10RZP78> im Januar 50 Milliarden Pfund geboten, und auch Nestle <CH0038863350> wurden Kaufüberlegungen nachgesagt. GSK hatte die Unilever-Offerte als zu niedrig abgelehnt und an dem bereits in die Wege geleiteten Abspaltungsplan festgehalten. Die jetzt deutlich niedrige Bewertung von Haleon könnte nach Einschätzung von Experten Fragen bei GSK-Investoren aufwerfen.

Haleon selbst werde sich nun angesichts der Kosteninflation in der Konsumgüterindustrie beweglich aufstellen müssen, schrieb Analystin Susannah Streeter von der Investmentgesellschaft Hargreaves Landsdown. Das große Markenportfolio sollte dem Unternehmen aber helfen, Kunden zu halten, die eher auf andere Produkte verzichten dürften. Haleon muss jetzt zudem beweisen, dass es mittelfristig das angestrebte jährliche Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent erreichen und gleichzeitig die von GSK übernommenen Schulden abbauen kann.

Bereits am Freitag hatte UBS-Analyst Dominic Lunn geschrieben, dass die Bewertung von GSK nach der Trennung von Haleon im Einklang mit wichtigen Wettbewerbern wie Astrazeneca <GB0009895292>, Novo Nordisk <DK0060534915> und Eli Lilly <US5324571083> liege. Sein unverändert negatives Anlagevotum für GlaxoSmithKline begründete er mit dem Forschungs- und Entwicklungsbedarf des Pharmakonzerns.

Die Anteile von GlaxoSmithKline hinken seit einiger Zeit der Entwicklung vieler anderer Pharma-Aktien hinterher. Mit der Fokussierung auf den Pharmabereich will GSK diese Entwicklung stoppen. Das Unternehmen wird an der Börse derzeit mit rund 70 Milliarden Pfund bewertet.

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