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AKTIE IM FOKUS: Credit Suisse stark unter Druck - Zwangsverkäufe eines Fonds

·Lesedauer: 2 Min.

ZÜRICH (dpa-AFX) - Zwangsverkäufe eines US-Hedgefunds im großen Stil haben am Montag die Aktien der Credit Suisse <CH0012138530> stark unter Druck gebracht. In Zürich sackten sie im frühen Handel als Schlusslicht im SMI-Index <CH0009980894> um zehn Prozent auf 11,23 Franken ab. Der SMI notierte 0,4 Prozent schwächer.

Ein bedeutender Hedge-Fonds mit Sitz in den USA sei in der vergangenen Woche den Nachschussforderungen der Credit Suisse und einiger anderer Banken nicht nachgekommen, teilte die Bank am Montag mit. Man sei nun dabei, sich aus diesen Positionen zurückzuziehen. Obwohl es zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht sei, die genaue Höhe des Verlustes aus diesem Ausstieg zu beziffern, könnte er "sehr bedeutend und wesentlich" für das Ergebnis des ersten Quartals sein, hieß es.

Laut Medienberichten handelt es sich bei dem Hedgefonds um Archegos Capital, wobei von Zwangsverkäufen der stark fremdfinanzierten Archegos-Vermögenswerte in der Größenordnung von 20 bis 30 Milliarden US-Dollar die Rede ist. Neben der Credit Suisse hat am Montag etwa auch die japanische Bank Nomura <JP3762600009> vor einem womöglich erheblichen Verlust gewarnt und die Höhe der Forderung auf zirka zwei Milliarden US-Dollar geschätzt, basierend auf den Marktpreisen vom 26. März.

Zu den betroffenen Banken gehören laut den Medienberichten daneben aber auch Goldman Sachs <US38141G1040>, Morgan Stanley <US6174464486>, Deutsche Bank <DE0005140008> und UBS <CH0244767585>, die alle als Prime Broker für Archegos tätig waren. Der Kurs der Deutschen Bank <DE0005140008> sank am Morgen um vier Prozent und auch die UBS in Zürich gab deutlich nach.

Da noch keine Details bekannt sind, geben sich Analysten noch eher zurückhaltend. Die Bank Vontobel etwa kommentiert so: Während die Greensill-Angelegenheit noch lange nicht gelöst sei, sehe sich die Credit Suisse mit einem weiteren Problem konfrontiert, das einen wesentlichen Einfluss auf ihr Ergebnis haben könnte. Man werde vermutlich in den nächsten Tagen oder Wochen von den Auswirkungen des erzwungenen Schuldenabbaus auf eine Reihe von Banken hören.

Etwas pointierter kommentiert die ZKB. Man sei fast geneigt, den alten Spruch zu zitieren, dass die Bank erst kein Glück gehabt habe und dann auch noch Pech dazu gekommen sei. Angesichts der ganzen Sonderereignisse, welche das Kerngeschäft überschatten, dränge sich ein Engagement in den Papieren der Credit Suisse jedenfalls nicht auf.