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AKTIE IM FOKUS 4: Misserfolge drücken Bayer auf 17-Jahres-Tief

(neu: weitere Details und Schlusskurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Hiobsbotschaften aus gleich zwei Sparten haben die Aktien von Bayer DE000BAY0017 am Montag auf eine steile Talfahrt geschickt. Der Agarchemie- und Pharmakonzern erhielt nicht nur einen neuen Tiefschlag im Glyphosatstreit in den USA. Schockierender noch ist Analysten zufolge der Abbruch der klinischen Studie mit dem Pharma-Hoffnungsträger Asundexian.

Die Papiere sackten am späteren Vormittag bis auf 32,60 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Sommer 2006. Mit einem Minus von 18 Prozent auf rund 34 Euro beendeten sie den Handel, womit 7,3 Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet wurden. Außerdem ist Bayer nach Siemens Energy DE000ENER6Y0 nun mit einem Minus von fast 30 Prozent im bisherigen Jahr 2023 schwächster Wert im 40 Unternehmen umfassenden Leitindex Dax DE0008469008. Dieser legte bislang zugleich um etwas mehr als 14 Prozent zu.

Die Zeiten, dass Bayer mit einem Börsenwert von knapp 120 Milliarden Euro der wertvollste Dax-Konzern war, sind längst vorbei. Das war im April 2015 gewesen, bevor Bayer 2018 dann Monsanto kaufte. Inzwischen bringt Bayer nur noch etwas mehr als 33 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung auf die Waage, womit sie auf der Rangliste nur noch im Mittelfeld rangieren.

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Am Wochenende war bekannt geworden, dass Bayer in einem seiner noch offenen Glyphosat-Prozesse von einem US-Geschworenengericht zur Zahlung von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar verurteilt wurde. In der Nacht zum Montag teilte Bayer dann mit, dass die Phase-III-Studie mit Asundexian vorzeitig abgebrochen wurde. Dieses Mittel galt bis dato als Nachfolge-Hoffnung für das Medikament Xarelto. In der Studie wurde Asundexian im Vergleich zum Konkurrenz-Produkt Apixaban (Pfizer/BMS) bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko untersucht und letztlich nun eine unterlegene Wirksamkeit festgestellt.

"Der Konzern befindet sich damit in einer äußerst misslichen Lage", konstatierte Jürgen Molnar Kapitalmarktstratege von RoboMarkets. "Einerseits brechen potenzielle Einnahmequellen weg, andererseits gibt es neue potenzielle Kosten." Deshalb rechnet Molnar damit, dass diese Kombination den Aktienkurs auch in den kommenden Wochen noch belasten dürfte.

Beide Ereignisse seien ein finanzieller Rückschlag für Bayer und bedeuteten auch einen weiteren Vertrauensverlust, urteilte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. Allerdings erwartet er, dass die Schadensumme im Glyphosat-Streit - wie in der Vergangenheit - noch "drastisch" reduziert werde. Zum Teil seien die Summen um mehr als 90 Prozent verringert worden, erinnerte er. Den Schaden durch Asundexian kalkuliert er unterdessen mit etwa ein bis zwei Euro je Aktie.

"Die Ankündigung zum Studien-Abbruch ist eine absolute Überraschung", schrieb Emily Field, Analystin bei der britischen Bank Barclays. Die Hoffnung auf einen Erfolg von Asundexian sei im April 2022 der Grund gewesen, warum sie Bayer hochgestuft habe. Da sich diese nun zerschlagen habe, sieht sie erhebliche Herausforderungen für das Pharmageschäft der Leverkusener. Entsprechend stufte sie die Aktie auf "Equal Weight" zurück und stampfte ihr Kursziel von 65 auf 40 Euro ein. Eine tiefere Bewertung sei jetzt angebracht, argumentiert sie und verweist auf Unsicherheiten für den weiteren Weg nach den Patentabläufen von Xarelto und Eylea.

Weitere Experten äußerten sich ähnlich. Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan sprach von einem "schweren Schlag", da Asundexian Umsatzeinbußen bei Xeralto und Eylea eigentlich hätte kompensieren sollen. Die Herausforderungen für den neuen Konzernchef Bill Anderson würden damit noch größer, schrieb Jefferies-Analyst Charlie Bentley. Die Pipeline sei schwach und Investitionen erforderlich, während Bayer zugleich unter einer hohen Verschuldung leide und weitere Rechtsstreitigkeiten in Sachen Glyphosat den Konzern belasteten.