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AKTIE IM FOKUS 3: Hoffnung auf Erholung überstrahlt die schwachen Adidas-Zahlen

(Mehr Analystenstimmen und Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat die Anleger von Adidas <DE000A1EWWW0> über den schwachen Jahresstart des Sportartikelherstellers hinweg getröstet. Nachdem die Papiere am Montag in einer ersten Schockreaktion noch um fast vier Prozent abgesackt waren, erholten sie sich im frühen Handel und lagen zuletzt unter den Gewinnern im sehr festen deutschen Leitindex Dax <DE0008469008> rund ein Prozent im Plus. Zeitweilig hatten die Anteilsscheine sogar gut fünf Prozent höher notiert.

Adidas erlitt im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie einen Umsatz- und Gewinneinbruch. So musste der Konzern wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus weltweit eine Vielzahl seiner Läden schließen. In den noch offenen Läden kauften zudem erheblich weniger Kunden ein als sonst. Das Betriebsergebnis belasteten Produktrücknahmen in China, Stornierungen von Bestellungen und höhere Wertberichtigungen auf Forderungen.

Analysten bezeichneten die Quartalszahlen als sehr schwach. Marktteilnehmer dürften sich auf das operative Ergebnis konzentrieren, das wesentlich schlechter als erwartet sei, schrieb der Experte Piral Dadhania vom Analysehaus RBC. Darin spiegelten sich die gegenüber dem Vorjahr stabil gebliebenen Betriebskosten trotz der deutlich gesunkenen Umsätze wider.

Laut dem Fachmann James Grzinic vom Investmenthaus Jefferies enttäuschte vor allem das Asien-Pazifik-Geschäft. Allerdings habe sich die Erholung in China in den letzten Wochen fortgesetzt.

Hoffnungsfroh stimmte die Anleger auch die Nachricht, dass insgesamt der E-Commerce-Erlös deutlich zunahm - um 55 Prozent etwa im März. Vor diesem Hintergrund dürfte Adidas die Talsohle im zweiten Quartal erreicht haben, sagte ein Händler. Er erwartet damit, dass sich die Geschäfts im zweiten Halbjahr 2020 wieder erholen.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Adidas einen Milliardenkredit durch die staatseigene Förderbank KfW bekommt, um die dringend notwendige Liquidität sicherzustellen. Ansonsten aber hat der Adidas-Kurs in den letzten Tagen bereits viele negative Aspekte eingepreist, so dass sich einige Anleger nun auf das Positive konzentrierten. Die Aktien hatten sich von dem Tief des Pandemie-Crashs bei gut 162 Euro bis auf 229 Euro nach oben gearbeitet, bevor sie wieder unter Druck geraten waren.

Aus markttechnischer Sicht stimmte zuversichtlich, dass die Adidas-Papiere immer noch in der Nähe des 21-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 209,66 Euro notieren, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Derweil erweist sich die 50-Tage-Linie bei aktuell 222,67 Euro immer noch als hartnäckiger Widerstand. Sie ist ein Indikator für die mittelfristige Entwicklung.

Im Kielwasser von Adidas drehten auch die Anteilsscheine des Wettbewerbers Puma <DE0006969603> ins Plus. Sie gewannen zuletzt fast vier Prozent.