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AKTIE IM FOKUS 2: Sprunghafte Erholung bei Adler Group - Vonovia vor Einstieg

·Lesedauer: 2 Min.

(Neu: Xetra-Kurs, 14-Euro-Option, Analystenbeobachtung, Viceroy-Einordnung)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zuletzt in Turbulenzen geratenen Aktien der Adler Group <LU1250154413> haben am Freitag wegen der Aussicht auf einen Einstieg des Branchenriesen Vonovia <DE000A1ML7J1> an ihre Erholung vom Vortag angeknüpft. Die Papiere des Wohnimmobilienkonzerns schossen zum Auftakt um mehr als 12 Prozent hoch bis auf 13 Euro. Im Verlauf ließ der Schwung etwas nach und sie bewegten sich 7,5 Prozent höher bei 12,42 Euro. Die Anteilsscheine von Vonovia waren derweil mit einem halben Prozent ins Minus abgerutscht.

Vonovia hat sich in einer Vereinbarung mit dem Adler-Großaktionär Aggregate Holdings das Recht gesichert, einen Anteil von 13,3 Prozent an Adler zu erwerben. Wird die Kaufoption gezogen, würde sich der Anteil von Aggregate an Adler halbieren. Vonovia teilte anschließend mit, die Kaufoption zu 14 Euro je Aktie über die nächsten 18 Monate ausüben zu können. Von den Bochumern hieß es als Grund für die Hilfsbereitschaft, die ganze Immobilienbranche habe kein Interesse an einer instabilen Adler Group.

Mit 14 Euro läge der Kaufpreis für die Anteile deutlich über dem aktuellen Aktienkurs. Zur Wochenmitte waren sie auf ein Rekordtief von nur noch knapp über 9 Euro eingebrochen, nachdem der Shortseller Viceroy schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben hatte. Adler wies diese später "auf das Schärfste" zurück.

Händler begründeten die deutlichen Kursgewinne am Freitag denn auch mit Eindeckungen durch Leerverkäufer. Hatten diese zuvor im Zuge des Viceroy-Angriffs in großem Stil auf fallende Kurse der Adler-Aktien gewettet, müssen sie nun Papiere zurückkaufen, um ihre Positionen glattzustellen und größere Verluste zu vermeiden. Allerdings kamen am Markt auch Zweifel auf, warum Vonovia nur eine Kaufoption erworben hat, statt die Aktien direkt zu erwerben.

Einige Experten sind derweil dazu übergegangen, die Beobachtung der Aktie angesichts der diffusen Situation erst einmal auszusetzen. Diese Information kam am Freitag etwa von der US-Großbank JPMorgan sowie dem französischen Analysehaus Kepler Cheuvreux. Die britische Barclays-Bank hatte sich am Vortag noch skeptisch geäußert mit der Aussage, ein Boden sei für die Aktie nicht in Sicht. Analyst Sander Bunck sorgte sich in seiner Studie insbesondere um die Verschuldungslage und Liquidität des Unternehmens.

Viceroy ist in der Börsenwelt längst für seine Attacken bekannt, zuletzt war vor etwa einem Jahr der Leasingspezialist Grenke in den Fokus des Shortsellers gerückt. Jahre zuvor hatte die Firma des bekannten Spekulanten Fraser Perring den inzwischen insolventen Zahlungsabwickler Wirecard ins Visier genommen, als ansonsten noch niemand Ungemach witterte.

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