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Airbus mit interessanten Wasserstoff-News: Könnte die Aktie davon profitieren?

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
American Airlines stimmte einem ziemlich hohen Preis zu, als es die A320neo bestellte. Foto: Airbus
American Airlines stimmte einem ziemlich hohen Preis zu, als es die A320neo bestellte. Foto: Airbus

Es gab wohl im letzten Jahr kaum eine Branche, die durch die Coronapandemie so stark getroffen wurde wie die Luftfahrtindustrie. Dies verwundert nicht, da ja nicht nur die gesamte Touristikbranche, sondern auch der Bereich der Geschäftsreisen überdimensional eingebrochen ist. Dieser Umstand hat natürlich auch sämtliche Fluglinien in Schwierigkeiten gebracht.

Und so ist es durchaus nachvollziehbar, dass für die beiden großen Flugzeughersteller Airbus (WKN: 938914) und Boeing (WKN: 850471) hiermit ihr wichtigster Absatzmarkt mehr oder weniger zusammengebrochen ist. Demzufolge ist es kein Wunder, dass die Aktien der beiden Firmen im letzten Jahr eine sehr schlechte Performance abgeliefert haben. Und bis heute fehlt uns bei beiden Papieren so etwas wie eine positive Stimulanz.

Doch bei Airbus gibt es jetzt recht interessante Neuigkeiten. Der Konzern setzt nämlich bei zukünftigen Flugzeugen auch auf Wasserstoff. Könnten dadurch vielleicht wieder positive Impulse für die Airbus-Aktie ausgelöst werden? Schauen wir hierzu einfach einmal auf die aktuellen Nachrichten und versuchen dies herauszufinden.

Airbus forciert Wasserstoffflugzeug

Nun ist es amtlich. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus will an seinem Plan festhalten, bis spätestens 2035 ein Flugzeug auf den Markt zu bringen, das mit Wasserstoff angetrieben wird. Dies bestätigte nun der Deutschlandchef des Unternehmens, André Walter. Er sagte dazu: „Ziel ist, grünes Fliegen umzusetzen. Und da versprechen wir uns vom Wasserstoff eine Menge.“

Laut Konzernangaben gibt es drei Konzepte für mit Wasserstoff betriebene Flugzeuge, an denen man arbeitet. Bei zwei von ihnen handelt es sich um konventionelle Entwürfe mit Rumpf und Tragflächen. Allerdings soll das dritte Flugzeug ein „Nurflügler“ werden. Doch sei es neben der Entwicklung der entsprechenden Flugzeuge genauso wichtig, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Nämlich dahin gehend, dass an den Flughäfen auch Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stehe.

Man betonte auch, dass es wichtig erscheine, den Wasserstoff auch grün herzustellen. Damit ist gemeint, dass er per Elektrolyse mit Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Und nicht etwa aus Dampfreformierung aus fossilem Erdgas, wo große Mengen an Kohlendioxid freigesetzt werden. In diesem Zusammenhang sagte André Walter weiterhin: „Da ist noch eine Menge Arbeit zu leisten.“

Allerdings liefere ein rein elektrischer Antrieb bei größeren Flugzeugen nicht genug Schub. Deshalb wird man bei der Mittel- und Langstrecke nicht ganz auf Verbrennungstriebwerke verzichten können. Aus diesem Grund beschäftigt man sich bei Airbus auch intensiv mit sogenannten Hybridantrieben.

Wie reagierte die Aktie?

Schaut man auf den aktuellen Kurs der Airbus-Aktie, so scheint sich die geplante Entwicklung eines Wasserstoffflugzeugs hier in keiner Weise auszuwirken. Sie notiert mit 90,39 Euro (06.01.2021) sogar leicht unter ihrem Kurs vom Beginn des aktuellen Jahres. Und ganze 32 % tiefer als noch Anfang Januar 2020. Aber vielleicht hat der Markt die positive Entwicklung ja schon vorweggenommen?

Denn alleine von Anfang November 2020 konnten die Papiere von Airbus bis heute einen Kurszuwachs von 43 % verbuchen. Dies ist natürlich für alle, die noch zu hohen Kursen von über 100 Euro eingestiegen sind, wohl nur ein schwacher Trost. Und die Frage, wie es mit der Aktie von Airbus weitergeht, kann man nicht wirklich seriös beantworten. Ihre Entwicklung wird wohl maßgeblich davon bestimmt werden, wie es weltweit mit der Coronapandemie weitergeht.

Und hier sieht es meiner Meinung nach nicht wirklich gut aus. Denn in vielen Teilen der Welt gibt es weitere Lockdowns und auch ein Immunisieren der Bevölkerung mit den neuen Corona-Impfstoffen kann sich bekanntlich noch eine längere Zeit hinziehen. Nur wer eine gehörige Portion Optimismus, gepaart mit einer hohen Risikobereitschaft mitbringt und davon ausgeht, dass der im November begonnene Turnaround weiter anhält, könnte sich eventuell einmal etwas näher mit der Airbus-Aktie beschäftigen.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021