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Airbnb-CEO Brian Chesky im Interview

Airbnb-CEO Brian Chesky spricht exklusiv mit Yahoo Global Anchor Katie Couric (Bild: Screenshot Yahoo News)


Exklusiv: Airbnb-Chef Chesky spricht mit Yahoo Global Anchor Katie Couric
Airbnb ist der bekannteste Online-Marktplatz für die vorübergehende Vermietung privaten Wohnraums. CEO Brian Chesky sprach mit Yahoo Global Anchor Katie Couric über das Geschäft.

Die private Wohnung vorübergehend mit fremden Besuchern aus aller Welt zu teilen, gehört für zahlreiche Menschen in Deutschland beinahe zum Alltag. Über verschiedene Internetplattformen finden Suchende einer Unterkunft am Urlaubsort und Anbieter zueinander.

Die bekannteste Sharing-Community ist Airbnb. 2008 in San Francisco gegründet, können über die Plattform Unterkünfte aller Art in 192 Ländern und mehr als 34.000 Städten weltweit gebucht werden. Mitgründer und CEO Brian Chesky sprach mit Yahoo Global Anchor Katie Couric exklusiv über das Geschäftsmodell und den damit verbundenen Problemen.

Alles habe mit einer internationalen Design-Konferenz Ende 2007 in San Francisco angefangen, erklärt Chesky. Da alle Hotels der Stadt ausgebucht waren, hätten er und sein Mitgründer Joe Gebbia ihre Luftmatratzen aus dem Schrank geholt – daraus wurde „Air Bed and Breakfast“. Der Startschuss war gefallen.

Allerdings fehlte noch die Finanzierung. Als 2008 die „National Convention“ der demokratischen und republikanischen Partei anstand, kamen Chesky und Gebbia auf die zündende Idee: Sie widmeten den jeweiligen Präsidentschaftskandidaten Frühstücks-Cornflakes und boten deren Anhängern „Obama-O’s“ und „Captain McCain’s“ an. Die Hersteller Kellogg’s und General Mils., die die beiden ins Boot holen wollten, hielten die Airbnb-Gründer für verrückt. Sie machten trotzdem weiter, verkauften ihre politischen Frühstücksflocken und verdienten dadurch die 30.000 US-Dollar Startkapital für ihre Onlineplattform.

Sehen Sie hier das vollständige Interview zwischen Airbnb-CEO Brian Chesky und Yahoo Nachrichten-Moderatorin Katie Couric in englischer Sprache


Mittlerweile ist Airbnb zehn Milliarden US-Dollar wert und musste bereits erste Krisen meistern. Denn ganz so rosig verläuft die Vermietung privater Räumlichkeiten an Fremde nicht immer. 2011 habe das Unternehmen erstes Lehrgeld zahlen müssen, erzählt Brian Chesky Yahoo-News-Moderatorin Katie Couric. Eine Wohnung sei verwüstet worden und Airbnb nicht entsprechend versichert gewesen. Auch ein gut funktionierender Kundenservice habe es damals noch nicht gegeben.

Die Sharing Community hat daraus gelernt und kräftig aufgeräumt: Abertausende unseriöser Nutzer seien entfernt worden, so Chesky. Dennoch stehen selbst die vertrauenswürdigen Airbnb-Nutzer unter Beschuss. In Städten wie Berlin, Paris, Barcelona, Malibu, San Francisco und New York prüfen die Regierungen derzeit, ob die Gastgeber ihre Unterkünfte möglicherweise illegal vermieten.

Airbnb will nun entsprechend handeln. „Wir haben das Projekt ‚Share City‘ gestartet“, sagt Chesky. Dabei gehe es um eine intensive Zusammenarbeit mit den Städten und um eine mögliche Anpassung an deren Gesetzeslage.

Als Bedrohung für das herkömmliche Hotel- und Gastgewerbe sieht der Airbnb-CEO sein Unternehmen aber nicht. Das würde bedeuten, dass die Hotels verlieren, erklärt er gegenüber Katie Couric. Er sehe sich eher mit ihnen auf einer Stufe, da die Sharing-Plattform auch die branchenüblichen Steuern zahlen möchte. „Wir wissen aber, dass es eine Generation gibt, die ihren Urlaub in einem richtigen Zuhause verbringen möchte.“