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Air Berlin klagt gegen Flughafenbetreiber auf Schadenersatz

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Berlin (dapd-lbg). Gütliche Einigung gescheitert: Wegen der verspäteten Eröffnung des Hauptstadtflughafens verklagt Air Berlin (Xetra: AB1000 - Nachrichten) dessen Betreibergesellschaft auf Schadenersatz. Das teilte die Fluggesellschaft am Dienstag in Berlin mit. Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) bestritt dagegen den grundsätzlichen Anspruch von Air Berlin auf Schadenersatz. Sie hat gleichwohl bereits Risikovorsorge in dreistelliger Millionenhöhe getroffen.

Air Berlin erklärte, mit der beim Landgericht Potsdam eingereichten Klage solle der Anspruch auf Schadenersatz gerichtlich festgestellt werden. Die FBB hatte den Eröffnungstermin am 3. Juni 2012 nicht eingehalten und dann mehrfach verschoben. Nun soll der Flughafen Willy Brandt am 27. Oktober 2013 in Betrieb gehen.

Mehdorn: Schon jetzt Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn begründete die Klageerhebung damit, dass es in den vergangenen Monaten "in vielen intensiven Gesprächen nicht gelungen" sei, "zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung" der Schadenersatzfrage zu kommen. Das Management sei verpflichtet, Schaden von der Gesellschaft abzuwenden, und habe sich daher zu der Klage entschlossen. Eine Summe könne noch nicht genannt werden, da sie unter anderem vom Verlauf des Betriebes am Flughafen Tegel, "insbesondere während des Winters", abhänge. Es seien aber bereits "geschätzte Mehrkosten und sonstige Schäden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden".

FBB-Geschäftsführer Rainer Schwarz bestritt den Anspruch auf Schadenersatz mit der Begründung, mit der Airline sei "vertraglich kein fixer Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg vereinbart" worden. Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) habe mit der Klage gerechnet, erklärte er. Die Gespräche mit der Fluggesellschaft hätten gezeigt, dass "wir in der Schadenersatzfrage weit auseinanderliegen". Man könne nur zahlen, "wenn dies rechtlich zwingend geboten ist", sagte Schwarz, der sich ebenfalls auf die Verpflichtung gegenüber den Gesellschaftern berief. Die FBB setze alles daran, den derzeitigen Flugbetrieb in Tegel so reibungslos wie möglich zu gestalten. Zur Verbesserung der dortigen Betriebsabläufe "nehmen wir jetzt noch einmal knapp zwei Millionen Euro in die Hand".

Sollte die FBB um Schadenersatz nicht herumkommen, könnte es trotzdem glimpflich für die endgültige Kalkulation der Verschiebungskosten ausgehen: Bereits im September hatte sie bei Bekanntgabe der möglichen Mehrkosten erklärt, sie habe für "verschiebungsbedingten Bedarf/Belastungen aus dem operativen Geschäft" 230 Millionen Euro und als "Risikovorsorge für sonstige Mehrkosten und Mindereinnahmen" 322 Millionen Euro zurückgelegt.

Die Lufthansa erklärte, es gebe noch keine Entscheidung, ob sie ebenfalls vor Gericht ziehe. Sie ermittle weiterhin, in welcher Höhe durch die Verschiebung der Flughafeneröffnung Schäden entstanden sind, sagte ihr Sprecher Wolfgang Weber. Erst dann werde die Frage erwogen, ob man sie geltend mache. Zurzeit liefen noch Gespräche. Ob all dies in eine Klage münde, "dazu gibt es noch keine Entscheidung".

dapd

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