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Aggressive Preisschlacht: So kämpfen Aldi, Lidl und Co. um den Endspurt im Jahr

Aktionspreise dienen dazu, Kunden anzulocken – umso mehr während der Inflation. Die Supermärkte und Discounter liefern sich eine regelrechte Preisschlacht. - Copyright: Roland Weihrauch/picture alliance via Getty Images
Aktionspreise dienen dazu, Kunden anzulocken – umso mehr während der Inflation. Die Supermärkte und Discounter liefern sich eine regelrechte Preisschlacht. - Copyright: Roland Weihrauch/picture alliance via Getty Images

Die Preise im Lebensmittelhandel sind im Laufe des Jahres deutlich gestiegen – und die Kunden sind angesichts der Inflation noch preisbewusster geworden. Immer mehr von ihnen gehen zum Discounter statt in den Supermarkt oder greifen zu den günstigeren Eigenmarken, deren Preise jedoch auch teils drastisch gestiegen sind. Um die Aufmerksamkeit der Kunden von der Inflation abzulenken, greifen Supermärkte und Discounter daher gerade um die Feiertage zu drastischen Rabattaktionen. Das berichtet die „Lebensmittelzeitung“ (LZ).

„Mit diesen Aktionen kämpft der Handel um seine Preiswürdigkeit“, erklärte ein Händler der "LZ". So gibt es Cremissimo-Eis bei Aldi Nord kommende Woche für 1,49 statt 3,49 Euro, Coca-Cola mit der Lidl-App für 65 Cent statt 1,35 Euro. Netto verscherbelt Obst- und Gemüseartikel für einen Cent, wenn Kunden für mehr als 30 Euro einkaufen, berichtet das Branchenmedium "LZ".

Aldi Süd hat meist die günstigsten Aktionspreise – Kaufland die meisten Angebote

Schon zu Ostern habe es diesen Trend gegeben. Nach Preisen sei Aldi Süd Gewinner der Rabattschlacht. Untersuchungen der Preisvergleichs-App Smhaggle zufolge hat der Discounter meist günstigere Aktionspreise als die Konkurrenz, rabattiert dafür aber weniger Artikel. Lidl hingegen habe im direkten Vergleich mit Kaufland, Rewe, Edeka und Aldi teurere Angebote. Zwischen sechs und acht Cent zahlten Kunden hier drauf.

Lidl baut sich sein positives Preis-Image auf, laut "LZ", vor allem rund um Feiertage wie Weihnachten und Ostern. Da biete der Discounter stets Angebote, die mindestens so günstig seien wie bei der Konkurrenz. Ansonsten würden geschickt Preispunkte und Packungsgrößen variiert. Kaufland hingegen habe bis Anfang November 2022 mit Abstand die meisten Aktionsartikel angeboten – und damit seinen Umsatz deutlich gesteigert.

Überhaupt ergab die Untersuchungen von "LZ" und Smhaggle: Supermärkte hatten in den Aktionen häufig bessere Preise als viele Discounter – und wachsen trotzdem nicht annähernd so stark. „Dabei sind Vollsortimenter für Konsumenten deutlich attraktiver als Discounter, da diese erheblich mehr Aktionen in einer höheren Frequenz anbieten“, erklärte Sven Reuter, Geschäftsführer von Smhaggle, der "LZ".

sb