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Afghanistan: Tugendbehörde statt Frauenministerium

·Lesedauer: 2 Min.

Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist die Lage für die weibliche Bevölkerung sehr viel schwieriger geworden. An weiterführenden Schulen dürfen sie bis auf Weiteres nicht am Unterricht teilnehmen, hier sind nur noch Jungen erwünscht. Auch Lehrerinnen dürfen an diesen Bildungseinrichtungen nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen.

Im Gebäude des vorherigen Frauenministeriums wird eine Behörde eingerichtet, die sich unter anderem um Tugenden kümmern soll.

Leider gab es im Rahmen des Islamischen Emirats Afghanistan keinen Platz für das Frauenministerium, und im Kabinett des Islamischen Emirats sind keine Frauen vertreten

Sara Seerat
ehemalige Beraterin des afghanischen Frauenministeriums

Sara Seerat, ehemalige Beraterin des afghanischen Frauenministeriums, sagt: „Leider gab es im Rahmen des Islamischen Emirats Afghanistan keinen Platz für das Frauenministerium, und im Kabinett des Islamischen Emirats sind keine Frauen vertreten.“ Das sei ein Anzeichen, dass die Taliban Frauen um keinen Preis anerkennen wollten, ergänzte Seerat.

Unangemeldete Kundgebungen wurden von der Taliban-Regierung untersagt. Zuvor hatten Frauen regelmäßig bei Demonstrationen Unterdrückung und die Beschneidung ihrer Rechte angeprangert.

Weltsicherheitsrat: Mandat verlängert

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einstimmig beschlossen, das Mandat seiner Mission in Afghanistan um weitere sechs Monate zu verlängern und eine Resolution zu verabschieden. In der wird von den Taliban gefordert, eine Regierung einzusetzen, die „die vollständige, gleichberechtigte und sinnvolle Beteiligung von Frauen" vorsieht und die Menschenrechte achtet.

„Eine Implosion Afghanistans, der Zusammenbruch der öffentlichen Dienste, zum Beispiel im Gesundheits- oder Bildungswesen, wenn der Staat nicht mehr funktioniert, wird eine Krise auslösen, die viel größer ist als die humanitäre Krise", warnte der UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi

Die Afghanistan-Beauftragte der Vereinten Nationen, Deborah Lyons, hatte sich dafür ausgesprochen, die Wirtschaftshilfe für das Land nicht abzubrechen, um eine Notlage der Bevölkerung zu verhindern. Die könnte eine Hungersnot und eine weitere Flüchtlingswelle auslösen, sagte sie.

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