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Gewinn bei Adidas bricht ein – Rorsted gibt keine Prognose für das laufende Jahr ab

Die Coronakrise schadet dem Sportartikelkonzern enorm. Für das zweite Quartal kündigt Adidas einen nochmals stärkeren Rückgang bei Umsatz und Ergebnis an.

Europas größter Sportkonzern hat am Montagmorgen seine Quartals- und Jahreszahlen vorgelegt. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz des Turnschuh-Herstellers ist im ersten Quartal um 19 Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro gefallen.
  • Der Gewinn des Dax-Konzerns aus fortgeführten Geschäftsbereichen ist zwischen Januar und Ende März um 97 Prozent auf 20 Millionen Euro abgesackt.
  • Die operative Marge ist im ersten Quartal ebenfalls um 13,5 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent zurück gegangen.

Das fällt positiv auf

Der E-Commerce läuft auf Hochtouren: Der Online-Handel hält den Dax-Konzern am Leben. In den ersten drei Monaten ist das Geschäft über das Internet um 35 Prozent geklettert. Dies sei in den meisten Teilen der Welt der einzige noch voll operative Vertriebskanal, teilte Adidas am Montagmorgen mit. Bis zu den Ladenschließungen in vielen Ländern im März lief es zudem rund. In den ersten zwei Monaten seien die Erlöse außerhalb Asiens um acht Prozent gestiegen.

Das fällt negativ auf

Geschlossene Läden belasten das Geschäft: „Mehr als 70 Prozent unserer Stores weltweit sind weiterhin geschlossen“, sagte Adidas-Chef Kasper Rorsted. Im ersten Quartal schlugen vor allem die Auswirkungen der Pandemie in China aufs Geschäft durch. Dort ist der Umsatz um 800 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr zurück gegangen. Darin enthalten seien Produktrücknahmen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zur Steuerung der Lagerbestände in dem wichtigen Markt.

Was jetzt passiert

Keine Prognose: Der Sportkonzern gibt keine Prognose für das laufende Jahr ab. In China habe sich das Geschäft in den ersten drei Aprilwochen allmählich erholt, und auch der Umsatz im E-Commerce weltweit habe sich nach einem währungsbereinigten Anstieg um 55 Prozent im März weiter deutlich beschleunigt. Mehr als 70 Prozent der Adidas-Läden seien derzeit allerdings noch geschlossen. Im zweiten Quartal rechne der Konzern daher mit einem stärkeren Umsatz- und Gewinnrückgang als im ersten Quartal gerechnet. Demnach werde der währungsbereinigte Umsatz mehr als 40 Prozent unter dem Vorjahresquartal liegen und das Betriebsergebnis negativ ausfallen.