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Adidas, Infineon und SAP: 3 DAX-Chancen, die jetzt günstiger sind

Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Neben unschönen roten Zahlen im Depot bringt die aktuelle Korrektur an den Aktienmärkten vor allem eines: Möglichkeiten für günstige Einstandskurse! Für viele Unternehmen wird das Coronavirus in einigen Jahren wahrscheinlich nicht mehr als eine kleine Delle im Geschäftsverlauf sein. Daher könnte es eine gute Idee sein, jetzt günstig zuzuschlagen.

Drei DAX-Aktien, die jetzt interessant sein könnten, sind Adidas (WKN: A1EWWW), Infineon (WKN: 623100) und SAP (WKN: 716460). Lies hier, warum!

Adidas

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach konnte 2019 den Umsatz um 7,8 % und das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um 12,3 % steigern. Insbesondere in den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika erfreuten sich die Marken Adidas und Reebok einer steigenden Beliebtheit, was in diesen Märkten zu zweistelligem Umsatzwachstum führte.

Produktseitig kommt den Wearables eine immer höhere Bedeutung zu. Diese standen 2019 zwar erst für knapp 5 % des Konzernumsatzes, doch das starke Umsatzwachstum von 27 % in dieser Produktkategorie lässt darauf hoffen, dass das Geschäft für Adidas zu einem wichtigen Wachstumstreiber werden kann.

Im Jahr 2020 will Adidas trotz Coronavirus den Gewinn im zweistelligen Prozentbereich verdoppeln und die sportlichen Großveranstaltungen des Jahres, namentlich die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele, für sich nutzen.

Der nicht ganz ausgeschlossene Fall einer Absage dieser Veranstaltungen aufgrund von Covid-19 (aktuell werden in den ersten Sportligen Wettkämpfe vorzeitig beendet und Spiele ohne Zuschauer ausgetragen) könnte das Erreichen dieser Ziele zwar erschweren, was das langfristige Wachstum aber nur vorübergehend stören sollte.

Infineon

Infineon ist ein führender Anbieter für Halbleiterlösungen. 44 % der Umsätze stammen aus dem Automotivesegment, wo das Unternehmen unter anderem Lösungen für Antriebsstränge und Fahrerassistenzsysteme liefert.

Damit dürfte das Unternehmen langfristig von Trends wie Elektromobilität und autonomes Fahren profitieren: Ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug hat einen fast doppelt so hohen Halbleiterbedarf wie ein konventionell angetriebenes, und ein Auto mit Level-4- oder Level-5-Autonomie benötigt mehr als drei Mal so viele Halbleiter wie eines ohne jede Automatisierung. Unter anderem auf diesem Feld will sich Infineon mit dem Zukauf von Cypress Semiconductor (WKN: 871117) verstärken, der kürzlich von den US-Behörden genehmigt wurde.

Im Geschäftsjahr 2019 konnte Infineon den Umsatz um 5,7 % steigern, wobei dieser Anstieg recht gleichmäßig auf alle Segmente verteilt war. Über die letzten vier Jahre liegt die Umsatzwachstumsrate sogar bei 8,5 %. Die EBIT-Marge ist mit 14,5 % gut, die Bilanz ist solide.

Zwar könnte das Coronavirus im recht konjunktursensiblen Halbleitersektor vorübergehend für eine Flaute sorgen, doch die stabilen Finanzen und die langfristigen Wachstumstreiber sollten dem Unternehmen durch eine Rezession helfen.

SAP

Der Marktführer für Unternehmenssoftware aus Walldorf steckt mitten im Umstieg auf die neueste Generation seines Kernprodukts, SAP S/4HANA. Im vierten Quartal konnten unter anderem E.ONFordRoche und Zalando als neue Nutzer der Lösung gewonnen werden, die sowohl als individuell konfigurierbare, als cloudbasierte oder als Hybrid-Version existiert.

Mit S/4HANA treibt SAP seine Cloudstrategie stark voran, was sich auch in den Zahlen bemerkbar macht: Die Cloud-Umsätze stiegen um ganze 38,9 %, während die Umsätze aus Softwarelizenzen und Softwaresupport in etwa konstant blieben. Insgesamt stand ein Umsatzwachstum von 11,5 % zu Buche, beim bereinigten EBIT waren es 14,6 %.

In Zukunft möchte das Unternehmen weiter wachsen: Das Unternehmen will seine Umsätze bis 2023 auf über 35 Mrd. Euro steigern, 2019 waren es 27,6 Mrd. Euro. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von gut 6 % gegenüber den in den letzten drei Jahren erreichten knapp 8 %.

Ein merklicher wirtschaftlicher Rückgang könnte Verzögerungen bei der Implementierung von S/4HANA in Unternehmen herbeiführen, was SAPs Wachstumsdynamik ausbremsen könnte. Diese Umstellungen dürften jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, weshalb ich auch hier keine langfristigen negativen Effekte erwarte.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Zalando. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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