Deutsche Märkte geschlossen
  • Nikkei 225

    27.584,08
    -57,75 (-0,21%)
     
  • Dow Jones 30

    34.825,96
    -290,44 (-0,83%)
     
  • BTC-EUR

    33.464,46
    +1.033,95 (+3,19%)
     
  • CMC Crypto 200

    975,95
    +49,18 (+5,31%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.794,20
    +32,90 (+0,22%)
     
  • S&P 500

    4.408,86
    -14,29 (-0,32%)
     

Addo bei Lanz: "Seit ich denken kann, werde ich mit Rassismus konfrontiert"

·Lesedauer: 3 Min.

Rassismus im Profi-Fußball ist immer noch ein Thema. Das zeigt der Dokumentarfilm "Schwarzer Adler", der am Freitag seine Free-TV-Premiere im ZDF feiert. Einen Tag zuvor erzählten die betroffenen Fußballer Gerald Asamoah, Otto Addo und Patrick Owomoyela bei "Markus Lanz" ihre Geschichte.

Otto Addo im Studio bei Markus Lanz
"Wenn die erste Frage ist: Woher kommst du? - dann fühlst du dich nicht als Deutscher", erklärte der Ex-Bundesliga-Profi und Fußballtrainer Otto Addo bei "Markus Lanz". (Bild: Screenshot ZDF)

Es waren berührende Szenen, die sich am vergangenen Samstag kurz nach Anpfiff des EM-Spiels Belgien gegen Russland abspielten: Die belgische Nationalmannschaft kniete auf dem Platz, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen; ihre russischen Gegner blieben stehen. Dies ist nur ein Beispiel, welches am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz diskutiert wurde. Anlässlich der Free-TV-Premiere der Dokumentation "Schwarzer Adler" (Freitag, 18. Juni, 23.30 Uhr, ZDF) sprach der Moderator über Rassismus im Fußball. Zu Gast waren Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, Ex-Bundesliga-Profi und Fußballtrainer Otto Addo, Ex-Fußballprofi Patrick Owomoyela, CDU-Politikerin Serap Güler und Fußballtrainer Ewald Lienen.

Kommentar: Hinknien bei der Fußball-EM ist nichts für Schwache

"Wenn du Fußballer bist und der einzig Schwarze, merkst du schon, dass du mehr tun musst, um deine Ziele zu erreichen", erklärte Asamoah gleich zu Beginn. Gleichzeitig habe er durch sein Fußballtalent allerdings erstmals Anerkennung auf dem Schulhof erlangt. Bei Owomoyela hingegen begannen die Anfeindungen erst durch seine Fußballerkarriere: Sobald er überregional unterwegs war, hätten die Leute im Stadion Bananen nach ihm geworfen oder Affenlaute von sich gegeben.

von links: Gerald Asamoah, Otto Addo und Patrick Owomoyela
Drei Fußballstars mit ähnlichen Erfahrungen (von links: Gerald Asamoah, Otto Addo und Patrick Owomoyela) berichten von rassistischen Anfeindungen in ihrer Jugend und ihrer Profi-Karriere. (Bild: Screenshot ZDF)

 

"Die Leute haben durch Gerald begriffen, dass es auch schwarze Deutsche gibt"

Doch es war Otto Addo, der die berührendsten Geschichten erzählte: "Seit ich denken kann, werde ich mit Rassismus konfrontiert", erinnerte er sich. Ob im Kindergarten, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf dem Fußballplatz: "Für mich war das leider normal." Dies sei so weit gegangen, dass er als kleiner Junge auf dem Weg zum Fußballtraining jeden Tag von demselben Auto verfolgt wurde. Seiner Mutter erzählte er damals nichts. Zu groß sei seine Angst gewesen, nicht mehr Fußball spielen zu dürfen.

Schwarze Fußball-Nationalspieler: "Es macht so müde"

Addo entschied sich später gegen eine Karriere in der deutschen Nationalelf: "Wenn die erste Frage ist: Woher kommst du? - dann fühlst du dich nicht als Deutscher", erklärte er. Dass sein Freund und Kollege Asamoah für die Deutschen spielte, habe er lange nicht verstanden. Schließlich seien sie doch gemeinsam angefeindet worden. Mit der Zeit habe er aber verstanden: "Okay, die Leute haben durch Gerald begriffen, dass es auch schwarze Deutsche gibt." Dies sei toll und "ein super Zeichen".

Asamoah, Addo und Owomoyela wirkten auch am Dokumentarfilm "Schwarzer Adler" mit. Unter dem Untertitel "Wie rassistisch ist der deutsche Fußball?" steht dabei die Sicht der Deutschen auf schwarze Fußballstars im eigenen Land im Mittelpunkt. In über 100 Filmminuten zeigt der Filmemacher Torsten Körner Beispiele rassistischer Anfeindungen aus der Vergangenheit und Gegenwart und lässt die Betroffenen selbst zu Wort kommen.

Im Video: EM 2020: Fan-Bus stört die Ruhe im Camp der deutschen Nationalmannschaft

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.