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Adar Poonawalla leitet den weltgrößten Impfstoffhersteller – und ist jetzt wegen Drohungen aus Indien geflohen

Yelena Dzhanova
·Lesedauer: 2 Min.
Der Chef des Serum Institute of India, Adar Poonawalla.
Der Chef des Serum Institute of India, Adar Poonawalla.

Der Geschäftsführer des indischen Impfstoffherstellers Serum Institute, Adar Poonawalla, sagte im Interview mit der "Times of London", er sei nach England geflohen. Er habe Drohungen von Leuten bekommen, die behaupten, er würde Impfstoffe zurückhalten. "Drohung ist noch eine Untertreibung", sagte Poonawalla. "Die Erwartungen und Aggressionen sind wirklich beispiellos."

"Es ist überwältigend. Jeder meint, dass er den Impfstoff bekommen sollte. Die Leute können nicht verstehen, warum ihn jemand haben sollte", fügte er hinzu. "Sie sagen, wenn ihr uns den Impfstoff nicht gebt, sieht es nicht gut für euch aus. Es ist nicht die Sprache, es ist der Tonfall. Es ist die Andeutung, was sie vielleicht tun würden, wenn ich nicht einwillige."

Das Serum Institute ist der größte Impfstoffhersteller der Welt und produziert jeden Monat mehr als 60 Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca und Oxford. Zum Zeitpunkt des Interviews erklärte Poonawalla, dass er für "eine längere Zeit in England bleiben wird, weil ich mich nicht wieder in diese Situation begeben möchte. Alles fällt auf meine Schultern, aber ich kann es nicht allein bewältigen." Wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Interviews machte Poonawalla aber einen Rückzieher und schrieb auf Twitter, dass er "in ein paar Tagen" nach Indien zurückkehren werde.

https://twitter.com/adarpoonawalla/status/1388559173219016704?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1388559173219016704%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.businessinsider.com%2Fvaccine-manufacturer-fled-india-covid-19-threats-2021-5

Die Nachricht seiner Ausreise aus Indien kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land einen starken Anstieg an positiven Corona-Fällen erlebt. Am Samstag meldete Indien ein Rekordhoch von 401.993 neuen Infizierten. Kein anderes Land hatte bislang die Marke von 400.000 Fällen pro Tag überschritten. In ganz Indien sind die Krematorien mit Leichen überfüllt. Die Menschen sterben, weil den Krankenhäusern der Sauerstoff ausgeht. Das Land hatte neun Tage in Folge täglich mehr als 300.000 neue Fälle gemeldet, bevor es die Grenze von 400.000 erreichte. Indien hat allerdings auch eine Bevölkerungszahl von über 1,3 Milliarden Einwohnern.

Darüber hinaus meldete das Land am Samstag mehr als 3.500 Todesfälle – der vierte Tag in Folge, an dem die Zahl der Toten über 3.000 lag. Und diese Zahlen sind vermutlich noch zu niedrig angesetzt. Eine Untersuchung der "New York Times" fand "zunehmend Beweise", dass Todesfälle von der Regierung „unterschlagen oder heruntergespielt werden“.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.