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Achtung, Knöllchenfalle! Wie Park-Sensoren überwachen

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Parkplätze sind Mangelware. Viele Supermärkte lassen ihre Parkplätze deshalb überwachen. Zum Einsatz kommt immer häufiger ein neues System, dem kein Parksünder entkommen kann. Unauffällige Sensoren überwachen die zulässige Haltezeit sekundengenau. Wird die überschritten, gibt es ein dickes Knöllchen.

Vor allem in Großstädten dauert es manchmal länger, einen Parkplatz zu finden, als von A nach B zu fahren. Mancher weicht dann gerne mal auf einen Supermarktparkplatz aus. Das schmeckt den Betreibern der Märkte aber ganz und gar nicht, denn die Plätze sind Kunden vorbehalten und vor allem Langzeitparker deshalb nicht gern gesehen.

Um das Dauerparken zu verhindern, lassen viele Supermärkte überwachen. Große blaue Hinweisschilder weisen darauf hin, schreiben eine Parkscheibe und eine begrenzte Parkzeit von meist maximal 90 Minuten vor. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Knöllchen rechnen – bis zu 30 Euro sind dann fällig. Ausgestellt werden die Strafzettel von Firmen wie Park & Control GmbH, Parkräume KG und Fairparken, die eigens für die Überwachung der Plätze engagiert werden.

Aber selbst für die professionellen Kontrolleure ist es oft schwer, alle Fahrzeuge auf den großen Parkplätzen der Einkaufszentren im Blick zu behalten. Deshalb kommt jetzt eine ausgeklügelte Technik zum Einsatz, der kein Parksünder mehr entkommen kann: Parksensoren, die sekundengenau registrieren, wie lange ein Auto auf einem Parkplatz steht.

Die Sensoren stecken in einer robusten, flachen Metallhülle. (Bild: Smart City System)

Die Sensoren mit dem Namen „Parking Pilot“ befinden sich in eher unscheinbaren grauen, flachen Metallboxen, die mittig am Boden des Parkplatzes angebracht sind. So wird die zulässige Parkdauer überwacht und per Funk an die Kontrolleure übermittelt. Der stellt bei Überschreitung der Parkzeit dann einen Strafzettel aus.

Aufwendige Technik ist dafür noch nicht einmal notwendig. Laut dem Entwickler Smart City System übermittelt der Sensor die Daten wahlweise an Computer, Tablets oder auch Smartphones. Die Stromversorgung läuft über eine interne Batterie. Der Sender steckt in einem robusten Metallmantel, der am Boden verklebt wird und dem noch nicht einmal ein Schneeräumungsfahrzeug etwas anhaben könne, so der Hersteller.

Laut der Parkraum-Überwachungsfirma Park & Control soll das System aber auch Vorteile für Autofahrer bringen. „Das Auslegen einer Parkscheibe ist nicht mehr nötig. So muss sich niemand mehr Sorgen um eine eventuell vergessene Parkscheibe machen. Auch das damit zusammenhängende Risiko einer Vertragsstrafe verringert sich dadurch deutlich“, so das Unternehmen zur Einführung der neuen Sensortechnologie.

Auf Parkplätzen fallen die kleinen Parkwächter kaum auf. (Bild: Smart City System)

Rechtlich wirksam sind Knöllchen im Zusammenhang mit den Sensoren übrigens nur, wenn der Parkplatz-Betreiber gut sichtbare Hinweisschilder mit den Nutzungsbedingungen angebracht hat, ein kleines Schild am Rand reicht nicht aus. Neben Supermarktparkflächen wird Parking Pilot laut dem Hersteller Smart City System auch auf Park and Ride Parkflächen, Elektroladesäulenstellplätzen und Unternehmensparkflächen verstärkt eingesetzt.

Also: Augen auf bei der Parkplatzsuche! Wer Knöllchen vermeiden will, sollte auf Hinweisschilder achten und vielleicht auch mal auf den Parkplatz selbst schauen, ob dort schon eins der grauen Kästchen klebt.

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