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Achtung, Investoren: Zwei Aspekte, die gegen eine Investition in ETFs sprechen!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Bei seiner Geldanlage und dem Investieren sollte man besonders vorsichtig sein. Denn gerade hier können einmal getroffene falsche Entscheidungen den Verlust einer Menge Geld nach sich ziehen. Oder man könnte, wenn man auf die falschen Pferde setzt, eine Menge Rendite verschenken. Man sollte also immer genau hinschauen, wem man sein hart verdientes Geld letztendlich anvertraut und in was man investiert.

Ich denke, viele Anleger machen es sich da aber etwas einfach und hören hier auf die Werbung in den entsprechenden Medien, oder lassen sich von anderer Seite beeinflussen. Denn anders ist es wohl nicht zu erklären, dass gerade ETFs zu den beliebtesten Anlageprodukten der Deutschen gehören. Sie setzen auf die Indexfonds, weil diese breit aufgestellt sind und so vermutet wird, dass die Rendite marktgerecht und das Risiko recht gering ist.

Doch sind ETFs in Sachen Geldanlage wirklich die Wunderwaffen am Kapitalmarkt und für den Anleger also bestens geeignet? Ich bin da etwas misstrauisch und sehe den Kauf von Indexfonds etwas kritischer. Folgende zwei Punkte fallen mir dabei besonders ins Auge.

Die Art der Beteiligung

Dies ist wahrscheinlich eine Angelegenheit, die vielen Investoren vielleicht gar nicht so bewusst ist. Denn es stellt einen riesigen Unterschied dar, ob man einzelne Aktien kauft oder in einen ETF investiert. Erwirbt man nämlich über die Börse Aktien, dann wird man auch tatsächlich Miteigentümer des entsprechenden Unternehmens. Das bedeutet, man ist jetzt direkt an einer Aktiengesellschaft beteiligt. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass man die Dividenden auf sein Konto überwiesen bekommt. Auch kann man nun auf der Hauptversammlung sein Stimmrecht ausüben.

Ein wenig anders sieht die Sache allerdings bei einem ETF aus. Hier erwirbt man nämlich nur Anteile des entsprechenden Indexfonds. Und die werden ja von der entsprechenden Investmentgesellschaft ausgegeben. Das bedeutet aber leider, dass man an den im ETF enthaltenen Konzernen nur indirekt beteiligt ist. Doch dies könnte unter Umständen sehr negative Folgen für den Anleger haben.

Schauen wir auf die aktuelle Coronakrise. Sie könnte durchaus das Potenzial dazu haben, dass es in ihrem Verlauf noch zu größeren Verwerfungen im weltweiten Finanzsystem kommen könnte. Die beiden Finanzjournalisten Matthias Weik und Mark Friedrich halten sogar eine Währungsreform für möglich. Doch wenn solche Dinge über uns hereinbrechen sollten, dann könnte es von Vorteil sein, reale Firmenwerte zu besitzen. Denn die Preise von ETF-Anteilen werden dann womöglich von vielen Faktoren bestimmt, nur nicht mehr vom realen Wert der im Indexfonds enthaltenen Konzerne.

Das Risiko wäre mir generell zu hoch

Jetzt muss es ja nicht gleich, wie oben beschrieben, zu einer riesigen Verwerfung an den internationalen Kapitalmärkten kommen. Trotzdem halte ich die Indexfonds für nicht ganz so sicher, wie die meisten denken. Und das aus folgendem Grund. Wer sich ein Depot mit Einzelwerten zusammenstellt, hat meines Erachtens einen entscheidenden Vorteil. Er kann nämlich die Qualität der ausgewählten Unternehmen selbst bestimmen. Und sich so einen Mix aus Aktien zusammenstellen, die kaum in Korrelation zueinander stehen.

Dies ist mit einem Indexfonds allerdings kaum möglich. Und zwar, weil ein ETF ja in der Regel immer einen kompletten Index nachbildet. Dieser Umstand könnte meiner Meinung nach auch in kleineren Crashphasen durchaus von Bedeutung sein. Denn in einer Korrektur könnte es ja passieren, dass ausgerechnet diejenigen Branchen oder Werte die höchsten Kursverluste verbuchen müssen, die im jeweiligen Index auch am höchsten gewichtet sind. In solch einem Fall würden natürlich auch alle entsprechenden ETFs von diesem Kursverfall betroffen sein.

Indexfonds können also durchaus ihre Schattenseiten haben. Dies heißt natürlich nicht, dass man komplett auf sie verzichten muss. Doch man sollte sich immer im Klaren sein, welche Fallstricke bei einem Investment in ETFs lauern können. Dann sollte es später auch nicht zu bösen Überraschungen kommen.

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