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Achte nur auf KGV, KBV und Dividendenrendite – und du wirst niemals reich in den Ruhestand gehen!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Aber da du gerade auf dieser Seite bist und diese Zeilen liest, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du mehr aus deinem Geld machen willst. Mithilfe von Aktien wirst du dein Vermögen bestimmt gerne vermehren wollen. Vielleicht auch, um die eine oder andere Rentenlücke zu stopfen.

Häufig liest man dabei: Kaufe günstige Dividendenaktien, um deinen Ruhestand zu retten. Oder: Mit diesen günstigen Aktien wirst du die Rentenlücke schließen. Und auch wenn ein solcher Ansatz teilweise vielversprechend sein kann, sollte man als Investor besser nicht einem folgenschweren Trugschluss unterliegen.

Wer nämlich bloß auf eine günstige Bewertung, auf ein niedriges KGV, auf eine Bewertung unter Buchwert oder aber eine hohe Dividendenrendite achtet, der wird vermutlich niemals richtig reich werden.

Sagt dir der Begriff Value-Falle etwas?

Wie gesagt: Es kann manchmal smart sein, solche fundamentalen Kennzahlen zur Bewertung einzelner Aktien heranzuziehen. Wer jedoch bloß auf Zahlen wie diese achtet, wird vermutlich niemals den breiten Markt hinter sich lassen. Denn ein Stichwort dürfte in diesem Fall eine Rendite mächtig bremsen: die Value-Falle.

Eine günstige Bewertung kann nämlich attraktiv sein. So manches Mal existieren jedoch gute und vor allem problematische Gründe, weshalb die Bewertung so niedrig ist. Mal kann diese Bewertung zwar ungerechtfertigt sein. So manches Mal sind Zahlen wie ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis oder eine hohe Dividendenrendite jedoch auch berechtigt. Oder eben ein Hinweis auf eine lauernde Gefahr.

Das Problem hierbei: Beim Blick auf die bloßen fundamentalen Kennzahlen wird man nicht erkennen können, ob eine günstige Bewertung eine Chance ist. Oder eben eine Value-Falle. Deshalb wird man als Investor zwingend den Betrachtungswinkel seiner Investitionsauswahl erweitern müssen.

Zwei Dinge, die wirklich zählen

Zum einen wird man so als Investor nämlich die möglichen Investitionschancen aus einem erweiterten Blickwinkel betrachten müssen. Die fundamentale Bewertung kann zwar ein erstes Interesse rechtfertigen. Letztlich geht es jedoch darum, das Unternehmen und das Geschäftsmodell zu begutachten. Und in Anbetracht der langfristigen Chancen und Risiken mitsamt der Bewertung zu analysieren. Das ist es vom Grundsatz her, was einen unternehmensorientierten Ansatz kennzeichnet.

Des Weiteren und womöglich viel wichtiger: Als Investor sollte man sich generell nicht bloß auf günstige Bewertungen mit hohen Dividendenrenditen oder vermeintlich unter dem inneren (Buch-)Wert fokussieren. Ansonsten wird man viele starke Wachstumsaktien nicht wahrnehmen, die zwar eine fundamental höhere Bewertung besitzen. Jedoch häufig auch starke Wachstumsraten, mit deren Hilfe sie in ihr Bewertungsmaß hineinwachsen.

Generell ist es wichtig, als Foolisher Investor stets unternehmensorientiert zu investieren und nicht bloß auf Kennzahlen zu blicken. Wer diesen Unterschied und auch die verschiedene Vorgehensweise bei der Analyse erkannt hat, der besitzt bereits das Potenzial, bessere Investitionsentscheidungen zu treffen.

Günstige Bewertung alleine macht keinen Ruhestand!

Eine günstige Bewertung und eine hohe Dividende können daher auf eine potenziell günstige Chance hinweisen. Muss es allerdings nicht zwingend. Wichtig ist bei einem marktschlagenden, Foolishen Ansatz daher, dass man stets das Unternehmen in den Vordergrund rückt. Und nicht bloß ein reines Kennzahlenset.

Ein solcher Ansatz kann außerdem die Sicht auf weitere Chancen und Wachstumsaktien eröffnen. Das Unternehmen macht einen Großteil der künftigen Rendite. Und nicht bloß die Kennzahlen.

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