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Abstimmung für Gewerkschaftsvertretung in einem zweiten Amazon-Lager in New York

·Lesedauer: 2 Min.
Sanders (links) und Smalls (AFP/Kena Betancur) (Kena Betancur)

Beim US-Versandriesen Amazon können seit Montag die Beschäftigen in einem weiteren Lager in New York über eine Gewerkschaftsvertretung abstimmen. Die Wahl dauert bis Freitag, rund 1800 Beschäftigte sind aufgerufen zu entscheiden, ob sie der Amazon Labour Union beitreten wollen. Ende März hatte die Belegschaft eines Amazon-Lagers ganz in der Nähe für die erste Gründung einer Gewerkschaftsvertretung bei Amazon in den USA votiert.

In dem Lager JFK8 in Staten Island stimmten Ende März 55 Prozent der Beschäftigten dafür, von der Amazon Labour Union (ALU) vertreten zu werden. Der Internetriese stemmt sich seit Jahren gegen die Gründung von Gewerkschaften und musste damit eine schwere Schlappe hinnehmen.

Im Lager LDJ5, ebenfalls in Staten Island, sollen die Stimmen am 2. Mai ausgezählt werden. Der ALU-Vorsitzende Christian Smalls zeigte sich am Sonntag optimistisch: "Wir haben eine gute Stimmung, einen guten Schwung", sagte er AFP.

Zwei prominente linke Vertreter der Demokraten, Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez, kamen zum Amazon-Lager LDJ5 und riefen die Beschäftigten zur Wahl einer Gewerkschaftsvertretung auf. "Dieser Kampf dreht sich nicht nur um Amazon Staten Island", sagte Sanders. "Arbeitende Menschen sind krank und müde, weil sie immer weiter zurückfallen, während Milliardäre wie Bezos reicher werden." Jeff Bezos ist der Gründer von Amazon. An die Beschäftigten gerichtet sagte Sanders: "Sie sind eine Inspiration für Millionen von Arbeitern im ganzen Land."

Vertreter der ALU bekommen nach eigenen Angaben bereits Anfragen aus dem ganzen Land von Beschäftigten weiterer Amazon-Standorte. Zur ersten Gewerkschaftsgründung Ende März hatte sogar US-Präsident Joe Biden gratuliert.

Amazon steht in den USA wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik. Gewerkschaften und auch Politiker kritisieren, dass die Beschäftigten des 1994 gegründeten Konzerns einem hohen Arbeitsdruck und einer permanenten Kontrolle ausgesetzt seien. In Deutschland kämpft die Gewerkschaft Verdi seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden.

Amazon hatte sich "enttäuscht" über die Gewerkschaftsgründung im Lager JFK8 geäußert und angekündigt, seine Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. Das umfasse mögliche Einsprüche wegen einer "unangemessenen Einflussnahme" der US-Arbeitsrechtsbehörde NLRB, die über die Abstimmung wachte.

Bislang hatte es keine Niederlassung des Online-Riesen in den USA geschafft, eine Gewerkschaft zu bilden. Im April vergangenen Jahres scheiterte ein erster derartiger Versuch in einem Logistikzentrum in Bessemer im Bundesstaat Alabama: Eine breite Mehrheit der Beschäftigten stimmte gegen die Arbeitnehmervertretung.

ilo/jm

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