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Abschlussprüfer EY geht nicht gegen Sanktionen im Wirecard-Skandal vor

STUTTGART (dpa-AFX) -Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY legt keine Rechtsmittel gegen die im Zuge des Wirecard-Skandals gegen sie verhängten Sanktionen ein. Die Bewertungen der Abschlussprüferaufsicht Apas teile man nicht in ihrer Gesamtheit, teilte ein EY-Sprecher am Dienstag mit. Man werde sich jedoch in vollem Umfang an die Sanktionen halten. "Damit ist dieses Verfahren abgeschlossen." Ernst & Young (EY) hatte die mutmaßlich gefälschten Bilanzen des früheren Dax DE0008469008-Konzerns Wirecard über Jahre hinweg testiert.

EY hat aus dem Fall Wirecard nach eigenen Angaben wichtige Lehren gezogen. "Sowohl in Deutschland als auch global haben wir die neuesten Technologien implementiert, erweiterte Analysen von Betrugsrisiken eingeführt und legen generell viel stärker den Fokus auf Betrugsrisiken", teilte der Sprecher weiter mit.

Die Apas hatte die Sanktionen bereits vor einem knappen Jahr beschlossen und verkündet. Der förmliche Bescheid bei EY ging im vergangenen Dezember ein. Es handelt sich bei dem Verfahren um das größte, das die Apas nach eigenen Angaben bislang durchgeführt hat.

Sanktionen umfasst unter anderem Geldbuße von 500 000 Euro

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Eine Apas-Kammer hatte bei der Prüfung der Wirecard-Abschlüsse in den Jahren 2016 bis 2018 Verletzungen der Berufspflichten als erwiesen angesehen. EY muss deshalb früheren Angaben zufolge eine Geldbuße von 500 000 Euro zahlen. Sobald der Apas-Bescheid gültig ist, darf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft außerdem bei Unternehmen von öffentlichem Interesse zwei Jahre lang keine gesetzlichen Abschlussprüfungen durchführen. Dabei geht es um Neumandate - bestehende Mandate sind ausgenommen.

Überdies sanktionierte die Apas fünf Wirtschaftsprüfer mit Geldbußen von 23 000 Euro bis 300 000 Euro. Ob die Prüfer ihre Bescheide mittlerweile ebenfalls erhalten haben und wie sie damit umgehen, war zunächst nicht bekannt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, zu dem die Apas gehört, war am Dienstag zunächst nicht erreichbar.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard war im Sommer 2020 zusammengebrochen. Zuvor hatte der Vorstand einräumen müssen, dass 1,9 Milliarden Euro angeblich auf südostasiatische Treuhandkonten verbuchte Erlöse nicht auffindbar waren. Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun und zwei Mitangeklagte stehen seit Dezember 2022 in München vor Gericht. Kernvorwurf der Anklage ist, dass die drei Manager gemeinsam mit Komplizen über Jahre Scheinumsätze in Milliardenhöhe erfanden. Braun bestreitet die Vorwürfe.