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7 Entwicklungen, die eine Aktie nach Peter Lynch für einen Verkauf qualifizieren!

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Wie oft sehen und lesen wir, welche Aktien gerade kaufenswert sind und wie sehr sie sich lohnen. Doch häufig wird der Aktionär dann allein gelassen. Er weiß weder, nach welcher Strategie der Empfehlungsgeber die Aktie ausgewählt hat, noch, wann er sie wieder verkaufen soll.

Zwar folgt jede Strategie ihren eigenen Regeln, doch wer fundamental investieren möchte, für den hat Peter Lynch in seinen Büchern ein paar sehr gute Regeln aufgestellt. Er überprüfte seine Positionen alle sechs Monate und nahm anschließend Veränderungen vor oder ließ sie unangetastet.

Diese sieben Entwicklungen können ein Warnhinweis dafür sein, eine Aktienposition zu reduzieren oder zu verkaufen.

1. Marktanteilsverluste

Verliert ein Unternehmen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Marktanteile, war Peter Lynch gewarnt. Dass fallende Marktanteile ein guter Frühindikator sein können, zeigt das Beispiel Nokia (WKN: 870737). So begannen dessen Marktanteile 2008 zu schrumpfen und fielen 2009 weiter. Das Ende der Geschichte kennen wir. Apple (WKN: 865985) legte gleichzeitig immer stärker zu und war deshalb eher ein Kauf.

2. Keine neuen Produkte

Wenn ein Unternehmen sich mit seinem Stand zufriedengibt, wird es gegenüber der Konkurrenz verlieren und schließlich verschwinden. Deshalb sollten wir prüfen, ob unsere Unternehmen ihre Produkte weiterentwickeln oder neue in der Planung sind.

3. Ver-Diversifizierung

Oft lesen wir davon, dass ein Konzern Unternehmensteile verkauft, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Positiv ist ebenfalls ein Zukauf, der die Marktstellung stärkt. Doch es gibt auch Fälle, in denen Firmen damit beginnen, immer mehr Geschäftsfelder zu erschließen, ohne dabei in einem führend zu sein. Diese „Ver-Diversifizierung“ war für Peter Lynch stets ein negatives Zeichen.

4. Hohe und steigende Schulden

Solange die Geschäfte eines Unternehmens gut laufen, fällt eine hohe Verschuldung kaum ins Gewicht. Doch wenn eine Krise (wie zurzeit) eintritt, kann sie sehr schnell existenzbedrohend werden. Dies haben wir beispielsweise zuletzt bei TUI (WKN: TUAG00) gesehen. Deshalb sollten wir bei zu hohen Schulden verkaufen und uns eine Grenze setzen.

5. Eine zu hohe Bewertung

Neben der operativen Entwicklung kann eine zu hohe Bewertung ebenfalls ein Grund für einen Verkauf sein. Peter Lynch zog dazu mehrere Vergleiche und Kennzahlen zu Rate. So verglich er die Dividendenrendite mit früheren Ständen. Eine weitere Möglichkeit, um eine Über- oder Unterbewertung festzustellen, ist der Vergleich der Kurs- mit der operativen Gewinnlinie. Dies war eine von Peter Lynchs Lieblingsmethoden.

Ein weiterer Weg, eine Überbewertung festzustellen, ist der Vergleich des aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) mit den historischen Durchschnitten. Weiterhin stellte Peter Lynch das Unternehmens-KGV zu dem der Branche ins Verhältnis.

6. Steigende Lagerbestände

Wie oft haben wir in der aktuellen Krise davon gelesen, dass Unternehmen deutlich weniger Produkte verkaufen als zuvor. Zeitgleich stiegen die Lagerbestände, was kein gutes Zeichen ist. In diesen Situationen verringerte Peter Lynch die Position oder verkaufte sie.

7. Vermehrte Management-Verkäufe

Häufig handelt das Management mit Aktien des eigenen Unternehmens. Diese Transaktionen müssen gemeldet werden, sodass sie einsehbar sind. Größere Verkäufe in Kombination mit weiteren negativen Entwicklungen sollten ein Warnzeichen sein.

So halbierte sich beispielsweise die Varta (WKN: A0TGJ5)-Aktie Anfang des Jahres 2020, nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Tojner Aktien im Wert von 98 Mio. Euro verkauft hatte und Varta überbewertet war.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple.

Motley Fool Deutschland 2020