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Die sechs wichtigsten Ursachen einer Inflation – so erklärt, dass sie jeder versteht

Um sicherzustellen, dass euer Geld mit der Inflation Schritt hält, solltet ihr sparen und euer Geld investieren, wenn möglich. - Copyright: Rachel Mendelson/Insider
Um sicherzustellen, dass euer Geld mit der Inflation Schritt hält, solltet ihr sparen und euer Geld investieren, wenn möglich. - Copyright: Rachel Mendelson/Insider

Von Gebrauchtwagen über den Immobilienmarkt bis hin zum Aktienmarkt hat die Inflation für Menschen immer eine wichtige Rolle gespielt. Denn wenn die Preise im Laufe der Zeit steigen, nimmt die Kaufkraft des Euros langsam ab. Der Anstieg und Rückgang der Inflation kann jedoch je nach Wirtschaftslage unterschiedliche Gründe haben.

Was ist Inflation?

Inflation ist der Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen im Laufe der Zeit. Inflation führt dazu, dass eure Kaufkraft schwindet. Bedeutet: mit demselben Euro heute könnt ihr in der Zukunft weniger kaufen.

„Die einfache Geschichte ist, dass zu viel Geld für zu wenige Waren und Dienstleistungen ausgegeben wird“, sagt Dean Baker, leitender Wirtschaftswissenschaftler am „Center for Economic and Policy Research“ in Washington, USA.

Aktuelle Inflationsrate

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni 2022 bei 7,6 Prozent, laut dem Statistischem Bundesamt. Zur Berechnung der Inflation wird zunächst ein "Warenkorb" von Waren und Dienstleistungen erstellt. Das Preisniveau dieses "Warenkorbs" ist das, was von Monat zu Monat gemessen wird. Dieser Warenkorb soll einen Teil der Waren und Dienstleistungen erfassen, die städtische Haushalte typischerweise konsumieren. Anhand dieses Warenkorbs wird der Verbraucherpreisindex erstellt, und der aktuelle Wert des Warenkorbs wird durch Addition der einzelnen Summen ermittelt.

Der nächste Schritt besteht darin, die Kosten des aktuellen Warenkorbs mit demselben Warenkorb im sogenannten Basiszeitraum zu vergleichen. Die Inflation wird dann aus der Veränderung des Preisniveaus des Warenkorbs im Basiszeitraum im Vergleich zum Warenkorb des jüngsten Zeitraums berechnet.

Was sind die Ursachen der Inflation?

Die Inflation kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Die am häufigsten vorkommenden Faktoren sind die nachfragebedingte und kostenseitige Inflation.

Hier sind die Hauptursachen für die Inflation:

1. Nachfragebedingte Inflation

Inflation durch Nachfragesog entsteht, wenn die Nachfrage nach bestimmten Waren und Dienstleistungen größer ist als die Fähigkeit der Wirtschaft, diese Nachfrage zu befriedigen. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, kommt es zu einem Aufwärtsdruck auf die Preise, der die Inflation verursacht.

2. Kostenseitige Inflation

Als Kostendruckinflation bezeichnet man den Anstieg der Preise, wenn die Lohn- und Materialkosten steigen. Diese Kosten werden häufig an die Verbraucher in Form höherer Preise für diese Waren und Dienstleistungen weitergegeben. Ein Beispiel hierfür wäre Bauholz, da es ein Vorprodukt für den Hausbau ist. Als die Kosten für Bauholz im Jahr 2021 um 400 Produkt anstiegen, wirkte sich dies auf den Anstieg der Immobilienpreise aus und führte zu einer Inflation.

3. Erhöhte Geldmenge

Die Geldmenge ist definiert als die Gesamtmenge des im Umlauf befindlichen Geldes, die Bargeld, Münzen, Guthaben und Bankkonten umfasst. Wenn die Geldmenge schneller ansteigt als die Produktionsrate, kann dies zu einer Inflation führen, insbesondere zu einer Inflation durch Nachfragesog, da zu viele Euro für zu wenige Produkte ausgegeben werden.

4. Abwertung

Eine Abwertung ist eine Anpassung des Wechselkurses eines Landes nach unten. Das führt zu einem niedrigeren Wert der Währung eines Landes.

Durch die Abwertung einer Währung werden die Exporte eines Landes billiger, was das Ausland ermutigt, mehr der abgewerteten Waren zu kaufen. Die Abwertung macht auch ausländische Produkte für das abwertende Land teurer, was die Bürger des abwertenden Landes dazu veranlasst, inländische Produkte gegenüber ausländischen Importen zu kaufen.

5. Steigende Löhne

Steigende Löhne sind genau das, wonach es sich anhört – eine Erhöhung der Löhne für die Arbeitnehmer. "Löhne sind Produktionskosten", fügt Baker hinzu. "Wenn die Löhne stark ansteigen, müssen die Unternehmen entweder die Kosten weitergeben oder mit geringeren Gewinnspannen leben. Die Ausnahme ist, wenn sie den Lohnanstieg durch eine höhere Produktivität ausgleichen können".

Die Ökonomen sind sich jedoch uneinig über die Auswirkungen schrittweiser Lohnerhöhungen, wie zum Beispiel die Anhebung des Mindestlohns, im Vergleich zu einem schnelleren, plötzlichen Lohnanstieg. Einige sind der Meinung, dass eine Lohnerhöhung aufgrund der höheren Kosten für die Unternehmen zu einer kostentreibenden Inflation führen könnte. Während andere der Meinung sind, dass höhere Löhne auf breiter Front, und nicht nur in bestimmten Sektoren, auch die Nachfrage so weit erhöhen, dass ein Preisanstieg ausgeglichen wird.

"Steigende Löhne sollten es den Verbrauchern ermöglichen, die Inflation zu bekämpfen, vor allem, wenn die Löhne in gleichem Maße oder schneller steigen als die Inflationsrate", sagt Susane L. Toney, Professorin für Business and Economics an der Hampton University. "Die steigenden Löhne ermöglichen es den Verbrauchern, höhere Preise zu zahlen, ohne dass ihre Kaufkraft beeinträchtigt wird."

6. Politische Maßnahmen und Vorschriften

Bestimmte politische Maßnahmen können ebenfalls zu einer kostenseitigen oder nachfragebedingten Inflation führen. Wenn die Regierung Steuersubventionen für bestimmte Produkte gewährt, kann dies die Nachfrage erhöhen. Wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, können die Kosten steigen. Darüber hinaus können strenge Bauvorschriften und sogar Mietstabilisierungsmaßnahmen unbeabsichtigt die Kosten erhöhen und ein inflationäres Umfeld schaffen, indem sie diese Kosten auf die Bewohner abwälzen oder das Wohnungsangebot künstlich verringern.

Die finanziellen Auswirkungen

Die Inflation, die im Allgemeinen bei etwa zwei Prozent pro Jahr liegt, ist ein normaler Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Unter normalen finanziellen Umständen bedeutet dies, dass euer Geld jedes Jahr weniger wert ist, es sei denn, es wird mit einem Zinssatz verzinst, der größer oder gleich der Inflation ist. Jährliche Gehaltserhöhungen oder Anpassungen der Lebenshaltungskosten durch euren Arbeitgeber können sicherstellen, dass euer Geld mit der Inflation Schritt hält.

"Denkt daran, dass die Inflation in der Regel ungleichmäßig verläuft", fügt Baker hinzu. "Einige Preise steigen schnell, während andere stabil bleiben oder sogar sinken können. Dies kann eine Gelegenheit sein, Geld zu sparen, indem man auf bessere Preise wartet oder einen Ersatzartikel oder eine Ersatzdienstleistung findet.“ Auch euer Geld anzulegen ist eine wichtige Taktik. Denn die Zinssätze, die ihr auf euren Sparkonten erhaltet, werden die steigenden Preise „wahrscheinlich nicht decken“, so der Finanzexperte.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen von Leo Ginsburg übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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