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5 Warnsignale für die Zukunft von Palantir

·Lesedauer: 5 Min.
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In 3 Sätzen

  • Palantir ist nach wie vor äußerst unrentabel und verwässert seine Aktien ständig durch hohe aktienbasierte Vergütungen.

  • Die Aktie ist im Verhältnis zum Umsatz nach wie vor teuer und die Insider verkaufen immer noch mehr Aktien als sie kaufen.

  • Trotzdem bleibe ich optimistisch angesichts der Zukunft von Palantir.

Im September letzten Jahres kaufte ich Palantir Technologies (WKN: A2QA4J) zu einem Preis von knapp unter 10 US-Dollar pro Aktie. Das war unmittelbar nach der direkten Notierung an der Börse. Das Interesse des Marktes an der Data-Mining-Firma war zunächst verhalten, aber während der von Reddit ausgelösten Rallye Ende Januar stieg die Aktie auf 45 US-Dollar pro Aktie.

Ich verkaufte damals ein Drittel meiner Position, um meine ursprüngliche Investition auszugleichen, und behielt dann den Rest, als die Palantir-Aktie wieder auf knapp unter 20 US-Dollar zurückfiel. Ich bin nach wie vor optimistisch, was die Zukunft von Palantir angeht. Und ich glaube, dass das Unternehmen sein Ziel, von 2021 bis 2025 ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens 30 % zu erzielen, problemlos erreichen kann.

Dennoch halte ich es für wichtig, dass auch die Bullen die Schwächen von Palantir kennen. Deshalb werfe ich heute einen Blick auf fünf Warnsignale, die die kurzfristigen Gewinne von Palantir beschneiden könnten.

1. Rote Zahlen

Palantir erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 1,09 Mrd. US-Dollar, verzeichnete aber einen satten Nettoverlust von 1,17 Mrd. US-Dollar.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 44 % auf 1,11 Mrd. US-Dollar, während sich der Nettoverlust von 1,02 Mrd. US-Dollar auf 364 Mio. US-Dollar verringerte. Das mag nach großer Verbesserung klingen. Aber man sollte auf dem Schirm haben, dass der Nettoverlust von Palantir im letzten Jahr durch die direkten Kosten für die Börsennotierung aufgebläht wurde.

Wenn wir in die Vergangenheit schauen, war das Unternehmen seit seiner Gründung vor 18 Jahren eigentlich noch nie profitabel. Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen zumindest in den nächsten zwei Jahren nicht profitabel sein wird.

2. Der Aufstieg von RAVEn

Palantir erzielt etwas mehr als die Hälfte seiner Einnahmen aus Regierungsverträgen. In seinen SEC-Einreichungen erklärt das Unternehmen, dass es sein langfristiges Ziel ist, Gotham, seine Data-Mining-Plattform, die Dutzende von Regierungsbehörden bedient, zum „Standardbetriebssystem für Daten in der gesamten US-Regierung“ zu machen.

Anfang dieses Jahres wurde jedoch durch ein durchgesickertes Regierungsdokument bekannt, dass die Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement, ICE) FALCON, die auf die Behörde zugeschnittene Version von Gotham, durch eine neue interne Plattform namens RAVEn ersetzen wollte. Das ICE hat in den letzten drei Jahren neue Verträge zur Entwicklung von RAVEn vergeben, und die bevorstehende Einführung würde wahrscheinlich die Beziehung der Behörde zu Palantir beenden.

Wenn andere Regierungsbehörden dem Beispiel von ICE folgen und RAVEn übernehmen oder ihre eigenen internen Data-Mining-Plattformen entwickeln, könnte das Regierungsgeschäft von Palantir einen noch nie da gewesenen Einbruch erleben. Und: Es hat in den letzten beiden Quartalen bereits ein verlangsamtes Umsatzwachstum verzeichnet.

3. Die anhaltende Verwässerung der Aktien

Die Anzahl der gewichteten durchschnittlichen Aktien von Palantir stieg Ende 2020 nach der Direktnotierung um 70 % gegenüber dem Vorjahr. In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 stieg die Zahl der gewichteten durchschnittlichen Aktien im Jahresvergleich um 165 %.

Die Anzahl der Palantir-Aktien steigt weiter an, da das Unternehmen stark auf seine aktienbasierte Vergütung (die in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 55 % seiner Einnahmen ausmachte) angewiesen ist, um seinen Betrieb anstelle von Barmitteln zu finanzieren. Diese Verwässerung wird sich wahrscheinlich fortsetzen, solange Palantir unrentabel bleibt.

4. Die hohe Bewertung

Diese Verwässerung wird auch verhindern, dass sich die hohen Bewertungen von Palantir abkühlen. Dank einer Marktkapitalisierung von 36 Mrd. US-Dollar wird Palantir immer noch mit dem 24-Fachen des diesjährigen Umsatzes bewertet. Die Bullen werden argumentieren, dass Palantirs Ziel, ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 30 % zu erzielen, dieses höhere Kurs-Umsatz-Verhältnis rechtfertigt. Aber es ist leicht, Aktien mit vergleichbaren Wachstumsraten zu niedrigeren Bewertungen zu finden.

C3.ai beispielsweise, ein Anbieter von KI-Algorithmen für Behörden und Großunternehmen, rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum von 35 bis 36 %. Die Aktie wird jedoch nur zum 13-Fachen dieser Prognose gehandelt.

5. Insider verkaufen Aktien, der Kurs sinkt

In den letzten drei Monaten haben die Insider von Palantir 12,6 Millionen Aktien verkauft und 11,8 Millionen Aktien gekauft. Dieses Gleichgewicht zwischen Verkäufern und Käufern ist nicht allzu auffällig. Aber die Aktie von Palantir hat in den letzten drei Monaten auch etwa ein Drittel ihres Wertes verloren und wird nahe dem 52-Wochen-Tief gehandelt.

Wenn eine Aktie auf ein 52-Wochen-Tief gefallen ist, würde ich gerne sehen, dass die Insider mehr Aktien kaufen als sie verkaufen, um sie als potenziellen Turnaround-Wert zu betrachten. Palantir erfüllt dieses Profil noch nicht, und die anhaltende Verwässerung sowie die automatischen Aktienverkäufe könnten verhindern, dass die Insider-Käufer die Verkäufer übertreffen.

Warum ich bei Palantir optimistisch bleibe

Palantir steht vor vielen Herausforderungen und könnte weiterhin in Ungnade fallen, da Inflationsängste die Anleger von wachstumsstärkeren Technologiewerten abhalten.

Langfristig rechne ich jedoch damit, dass Palantir seinen kampferprobten Ruf nutzen wird, um mehr Regierungskunden zu gewinnen und sein Unternehmensgeschäft auszubauen. Palantir sollte auch vom wachsenden Bedarf an Echtzeitdaten profitieren und ein Top-Unternehmen auf dem expandierenden KI-Markt bleiben.

Daher sollten Anleger, die die kurzfristige Volatilität verkraften können, bei Palantir bleiben. Derweil sollten unruhigere Anleger auf inflationsresistentere Technologiewerte setzen, die zu vernünftigen Bewertungen gehandelt werden.

Der Artikel 5 Warnsignale für die Zukunft von Palantir ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Leo Sun besitzt C3.ai, Inc. und Palantir Technologies Inc. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von C3.ai, Inc. und Palantir Technologies Inc. Dieser Artikel erschien am 23.12.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2022

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