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4 Value-Aktien, die Milliardäre gerade nachkaufen

Sean Williams
·Lesedauer: 6 Min.

Seit dem Ende der Rezession 2009 haben Wachstumsaktien Value-Aktien geschlagen. Ausgesprochen niedrige Zinsen und die US-Notenbank haben schnell wachsende Unternehmen dazu ermutigt, sich zu günstigen Zinsen zu verschulden, um neue Mitarbeiter einzustellen, innovativ zu sein und zu expandieren.

Aber dieses Muster könnte sich einem Wendepunkt nähern. Denn historisch gesehen haben Value-Aktien Growth-Aktien auf lange Sicht übertroffen. Darüber hinaus haben sich Value-Aktien in den frühen Phasen einer wirtschaftlichen Erholung deutlich besser entwickelt. Diese historische Outperformance scheint auch den erfolgreichsten Investoren der Welt nicht entgangen zu sein.

Im vierten Quartal investierten die milliardenschweren Profis in vier beliebte Value-Aktien.

Verizon

Laut WhaleWisdom.com, das die von institutionellen Anlegern und Hedgefonds eingereichten Formulare zusammenfasst, war Verizon (WKN: 868402) ein beliebter Titel bei den Profis. Obwohl die Gesamtzahl der Aktien, die von 13F-Einreichern gehalten wurden, im vierten Quartal um weniger als 2 % gegenüber dem dritten Quartal anstieg, stieg die Zahl der neu eröffneten Positionen im vierten Quartal um 154 % gegenüber dem dritten Quartal.

Warren Buffetts Berkshire Hathaway eröffnete eine Position von 146,7 Millionen Aktien bei Verizon, während Jeff Yass’ Susquehanna International seine bestehende Beteiligung um fast 1,9 Millionen Aktien aufstockte.

Die „Verizon kaufen“-These scheint an der Wall Street zwei Treiber zu haben. Erstens gibt es den laufenden Rollout von 5G-Netzwerken in den Vereinigten Staaten. Es ist ein Jahrzehnt her, dass die Geschwindigkeiten des Drahtlosnetzwerks aufgerüstet wurden. Hier dürfte jede Menge aufgestaute Nachfrage von Verbrauchern und Unternehmen vorhanden sein. Da Daten ein wesentlicher Treiber für die Mobilfunkmargen von Verizon sind, sollte 5G mehr organisches Wachstum bedeuten.

Der andere Faktor, der hier eine Rolle spielt, ist Verizons Schuldenabbau. Das Unternehmen hat insgesamt 31 Milliarden Dollar weniger Schulden als der Hauptkonkurrent AT&T. Man ist wenig anfällig gegenüber großen Schwankungen. Da die Renditen der Staatsanleihen nicht unbedingt über der Inflationsrate liegen, könnten die Profis auf Verizon setzen, um eine Rendite auf ihre Barmittel zu erzielen: Die Rendite von 4,5 % ist jedenfalls grundsolide.

Bristol Myers Squibb

Die Profis scheinen zudem ziemlich begeistert von den langfristigen Aussichten für die Pharma-Aktie Bristol Myers Squibb (WKN: 850501) zu sein. Die ist derzeit für weniger als das Achtfache des voraussichtlichen Jahresgewinns (2022) pro Aktie zu haben.

Ähnlich wie bei Verizon hat sich der Anteil von Vermögensverwaltern im vierten Quartal gegenüber dem vorangegangenen dritten Quartal nicht wesentlich erhöht. Die Anzahl der neuen Positionen, die im vierten Quartal eröffnet wurden, stieg jedoch um 92 % gegenüber dem dritten Quartal 2020. Buffetts Berkshire Hathaway stockte seine bestehende Position um fast 3,4 Millionen Aktien auf. Larry Finks BlackRock stockte seinen Anteil um über 10 Millionen Aktien auf.

Der größte kurzfristige Wachstumstreiber für Bristol Myers ist der Abschluss der Übernahme von Celgene im November 2019. Celgene hat ein beeindruckendes Portfolio von Krebs- und Immunologie-Medikamenten aufgebaut. Dabei stach vor allem das Medikament Revlimid hervor.

Im vergangenen Jahr hat Revlimid 12,1 Milliarden USD Umsatz eingebracht und ist seit mehr als einem Jahrzehnt jährlich um einen zweistelligen Prozentsatz gewachsen. Revlimid profitiert von der frühzeitigen Erkennung von Krebs, der längeren Anwendungsdauer, den Möglichkeiten zur Ausweitung der Zulassung und der starken Preissetzungsmacht. Dieser echte Goldesel für Bristol Myers Squibb ist zudem noch fast fünf Jahre lang vor Generika-Konkurrenz geschützt.

Das langfristige Wachstum von Bristol Myers beruht auf Produkten wie Eliquis und Opdivo. Ersteres wurde in Zusammenarbeit mit Pfizer entwickelt, hat sich aber zum unangefochten führenden oralen Antikoagulans entwickelt. Das Medikament Opdivo hat im Jahr 2020 einen Nettoumsatz von 7 Milliarden USD erzielt. Da Opdivo in Dutzenden von klinischen Studien als Mono- oder Kombinationstherapie untersucht wird, dürfte es von zukünftigen Zulassungserweiterungen profitieren.

IBM

Doch: Die Tech-Aktie IBM (WKN: 851399) wurde wie irre von den Profis gekauft. Zwischen dem Q3 2020 und dem Q4 2020 zeigen die Daten von WhaleWisdom, dass sich die Anzahl der neuen Positionen von großen Vermögensverwaltern mehr als verdoppelt hat.

BlackRock erhöhte seine fast 7%ige Beteiligung an IBM, indem es im vierten Quartal mehr als 1,3 Millionen Aktien nachkaufte. In der Zwischenzeit hat Two Sigma Investments von John Overdeck und David Siegel seine Position in IBM durch den Kauf von etwas mehr als 1,4 Millionen Aktien drastisch erhöht.

Das größte Problem für IBM in den letzten zehn Jahren war, dass das Unternehmen zu lange bei Cloud Computing gezögert hat. Der verspätete Einstieg in die Cloud hat dazu geführt, dass das Unternehmen auf seine Legacy-Softwarelösungen angewiesen ist, was in den letzten sieben Jahren zu einem fast unübersehbaren Umsatzrückgang geführt hat. Dank einer Kombination aus organischem Wachstum, aggressiven Ergänzungsakquisitionen und einem klaren Fokus auf Hybrid-Cloud-Lösungen nimmt die Transformation von IBM langsam Gestalt an.

Im Jahr 2020 stieg der gesamte Cloud-Umsatz um 19 % auf 25,1 Milliarden USD, was 34 % des Gesamtumsatzes entspricht. Da die margenstärkeren Hybrid-Cloud-Lösungen einen größeren Anteil am Gesamtumsatz ausmachen, sollte sich der operative Cashflow von IBM deutlich verbessern.

IBM bekommt auch nicht genug Anerkennung für die Aufrechterhaltung des Cashflows aus seinen alten Geschäftsbereichen. Die sorgfältige Kostensenkung bei den Legacy-Softwarelösungen hat dazu beigetragen, die operativen Margen über die Zeit zu halten oder sogar zu steigern. Dies verschafft IBM mehr Cashflow, um Aktien zurückzukaufen, die jährliche Dividende von 5,1 % zu zahlen, Akquisitionen zu tätigen und Innovationen zu entwickeln.

General Motors

Und dann haben sich die Profis noch regelrecht auf die Autoaktie General Motors (WKN: A1C9CM) gestürzt. Die Anzahl der neuen Positionen, die von 13F-pflichtigen Anlegern eröffnet wurden, stieg um 135 % gegenüber dem Q3 2020.

Neu im Boot sind die Milliardäre Ken Griffin und Israel Englander. Griffins Citadel Advisors vervierfachte im Wesentlichen seine Position durch den Kauf von 4 Millionen Aktien, während Englanders Millennium Management seinen Anteil an GM um etwas mehr als 2,3 Millionen Aktien deutlich erhöhte.

Es ist kein Geheimnis, dass der größte Katalysator für GM Elektrofahrzeuge (EV) und autonome Fahrzeuge (AV) sind. Der Autohersteller investiert zwischen 2020 und 2025 satte 27 Milliarden USD in EVs und AVs und will bis 2025 weltweit 30 neue EVs auf den Markt bringen. General Motors hat die nötige Infrastruktur, um die Umstellung auf Fahrzeuge mit sauberer Energie voranzutreiben. Außerdem ist da noch die große Vergangenheit, die den Absatz ankurbeln dürfte.

Hinzu kommt, dass Autoaktien in der Vergangenheit mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen bewertet wurden, die deutlich unter dem Durchschnitt des S&P 500 liegen. Selbst jetzt können Anleger GM für weniger als das 10-Fache des voraussichtlichen Jahresgewinns (2022) pro Aktie kaufen. Aber wenn die Verkäufe von Elektroautos noch mal abheben, würde die gesamte Autoindustrie, einschließlich GM, einen großen Aufschwung im Umsatzwachstum erleben. Die Profis könnten dann sehen, dass Preis-/Gewinnabschläge für die großen Autohersteller doch nicht mehr sinnvoll sind.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway und Bristol Myers Squibb und empfiehlt Aktien von Verizon Communications. Sean Williams besitzt Aktien von AT&T. Dieser Artikel erschien am 18.3.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021