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Die 4 neuen D’s der Rentenrettung – beherzigst du sie alle?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das Thema Altersvorsorge ist mit der gesetzlichen Rente schon lange nicht mehr abgedeckt. Stichworte wie Rentenlücke oder auch Altersarmut können nicht bloß Geringverdiener, sondern auch Mittelständler treffen. Ein solches Szenario gilt es mithilfe eigener Vorsorgelösungen zu vermeiden.

Bereits vor einigen Jahren habe ich diesbezüglich mal getitelt, dass man mit ein paar D’s als Stichworte die eigene Rente retten könne. Diese hießen damals: Diversifikation, defensiv und Dividende. Keine Frage, auch heute skizzieren sie wesentliche Eckpfeiler einer Altersvorsorge. Allerdings sind sie doch sehr abstrakt und nicht für alle das beste Mittel der Wahl.

Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf vier weitere D’s, die zum Thema private Altersvorsorge wichtig werden dürften. Sie können die ersten Stichworte im Grunde genommen etwas genauer definieren beziehungsweise thematisch ergänzen. Wobei deine persönliche Definition der Ziele ein weiteres D sein kann, das es zunächst zu klären gilt.

1. Dividendenwachstum

Aber nehmen wir an, du weißt, wo du hinmöchtest. Um eine Rentenlücke effektiv zu stopfen, können Dividenden jedenfalls eine ideale Wahl sein. Allerdings hat sich in Zeiten des Coronavirus gezeigt: Dividenden alleine sind eben nicht sicher. Konstante Ausschütter können eine gewisse Gefahr beinhalten.

Besser könnte es dabei sein, auf Dividendenwachstumsaktien zu setzen, um effektiver vorzusorgen. Viele Dividendenwachstumsaktien besitzen nämlich wachsende Geschäftsmodelle. Dadurch sind sie vom Grundsatz her defensiver und beständiger. Und bieten häufig langfristig ein solideres Gesamtpaket mit stabileren Ausschüttungen.

Das ist jedoch nicht der einzige Vorteil, der von wachsenden Ausschüttern im Vergleich zur bloßen Konstanz ausgeht: Gerade über Jahre und Jahrzehnte hinweg werden Inflation und Geldentwertung Stichworte werden, denen es ebenfalls entgegenzuwirken gilt. Dividendenwachstumsaktien können hier langfristig einen Inflationsausgleich schaffen, vermutlich sogar noch mehr. Deine Rentenlücke kann dadurch nicht bloß gestopft werden. Nein, es könnte sogar sein, dass du im Alter wohlhabender wirst, wenn du deine Aktien richtig auswählst.

2. Diversifikation

Diversifikation ist und bleibt ein Stichwort, das es zu beachten gilt. Hier hat sich im Grunde seit der ersten Einschätzung wenig verändert. Allerdings glaube ich, dass es gerade im Ruhestand sinnvoll ist, dieses Wort mit mehr Leben zu füllen. Vor allem, was die Allokation der jeweiligen Ausschütter angeht.

Schwerpunkte können für ein Portfolio grundsätzlich gut und legitim sein. Aber sind sie es auch für ein Ruhestandsportfolio? Inzwischen glaube ich, dass sie es eher nicht sind. Denn eine breite Dividendenbasis kann einen effektiver vor Kürzungen schützen.

Mal angenommen, in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten kürzt ein Ausschütter sehr erheblich seine Dividende, trotz einer eigentlich stabilen Historie. Wenn sich die Dividende halbiert und die jeweilige Aktie bloß einen Anteil von 2 % an deinem Gesamtportfolio ausmacht (wo womöglich alle gleich gewichtet sind), so wirst du lediglich 1 % deines errechneten Einkommens verlieren. Wenn eine kürzende Aktie jedoch einen Gesamtanteil von 10 % an deinem Portfolio einnimmt und die Dividende halbiert, so wird der gekürzte Einkommensanteil bedeutend größer ausfallen.

Diversifikation ist selbst bei einer auf Qualität bedachten Auswahl entsprechend wichtig. Mehr ist bei der Altersvorsorge hier definitiv mehr, auch wenn es Situationen gibt, in denen das manchmal nicht der Fall ist.

3. Deutliches Wachstum

Zu guter Letzt sollten Investoren generell auf Wachstum setzen. Wie gesagt, einerseits auf Dividendenwachstum, das begleitet wird von einem soliden Unternehmenswachstum. Allerdings ist das nicht alles.

Ein Ruhestand kann grundsätzlich ein langer Zeitraum sein. In dieser Zeit kann man auch noch auf Vermögensaufbau setzen. Und auf starke Wachstumsraketen. Selbst wenn man mit einem größeren Anteil auf eher stabile und defensive Dividenden setzen möchte.

Es kann sogar ein Fehler sein, bloß auf konservative Ausschütter zu setzen, hier könnte einem ein großer Teil an Rendite entgehen. Besser, man überlegt daher, ob man es sich leisten kann, auf Dividende zu verzichten. Um langfristig einfach mehr Rendite herauszukitzeln.

Deine Wahl!

Im Endeffekt sollte jedoch vieles deine Wahl sein: Ob du auf Dividenden setzen möchtest oder auf Dividendenwachstum, auf Einzelaktien oder ETF. Oder auch auf ganz andere Dinge. Viele Dinge sind möglich, selbst im Ruhestand. Nutze deine Möglichkeiten, damit du in einigen Jahren nichts bereust.

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