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Von 4 auf 100 Millionen Euro: Auto-Abo-Startup Finn mit Umsatzexplosion

Der Umsatz des Auto-Abo-Startups Finn gibt ordentlich Gas.  - Copyright: Opel
Der Umsatz des Auto-Abo-Startups Finn gibt ordentlich Gas. - Copyright: Opel

Das Konzept des Auto-Abos ist nicht neu. Der erste Anbieter auf dem deutschen Markt war 2017 Volvo mit dem „Care by Volvo”-Programm. Andere markengebundene Anbieter wie Mercedes, Mini, VW, Stellantis und Land Rover folgten mit ihren eigenen Fahrzeugen zum Flatrate-Tarif. Startups wie das 2019 in München gegründete Finn bieten dagegen markenunabhängige Verträge, die so flexibel wie Netflix-Abos sein sollen, mit Kündigungsfristen von 30 Tagen und der Möglichkeit, jederzeit zwischen Automarken und Modellen zu wechseln.

Alles inklusive - außer Tanken

Finn und Mitstreiter wie das bereits verkaufte Cluno oder das Rottendorfer Startup Faaren lassen Abonnenten zwischen verschiedenen Fahrzeug-Modellen von Audi bis Tesla wählen. Sie bieten dabei kurze Mindestabo-Laufzeiten, teilweise schon ab einem Monat und kostenloser Lieferung des bestellten Wagens direkt vor die Haustür. Einzig das Tanken müssen Kunden selbst zahlen, Versicherung, Wartung und TÜV sind im Preis inbegriffen.

Für Finn ist das Geschäftsmodell eine Umsatzrakete: Das Münchner Startup hat seinen jährlich wiederkehrenden Umsatz eigenen Angaben zufolge nun auf 100 Millionen Euro gesteigert. Vor zwei Jahren, also im ersten vollen Geschäftsjahr, waren es noch vier Millionen Euro – der große Umsatzsprung zeigt das wachsende Interesse von Autofahrern an mehr Flexibilität.

Auch die aktuellen Lieferengpässe bringen dem Münchner Startup Neukunden, da diese nicht monatelang auf ihren Neuwagen warten wollen. Die Knappheit an Fahrzeugen ist großteils bedingt durch den aktuellen Computerchip-Mangel, der sich so bald nicht ändern wird. Laut einer neuen Studie der Boston Consulting Group soll die Chipkrise noch bis 2026 andauern, während die Menge an benötigten Halbleitern in Fahrzeugen jährlich um sieben Prozent steigt. Für Finn und andere Anbieter hat die problematische Situation in der Autoproduktion auch seine Schattenseiten: Beim Zusammenstellen der Flotte lassen sich beispielsweise nur wenige der sonst gängigen Hersteller-Rabatte aushandeln, da das geringe Angebot gewinnbringender angebracht werden kann.

Schwarze Zahlen erst 2023

Profitabilität erwartet Finn aber erst im Jahr 2023, wie Mitgründer Maximilian Wühr dem Handelsblatt sagte. Zwar verdiene das Unternehmen „mit jedem Fahrzeug und jedem Kunden” bereits Geld, so Wühr, für die Verluste sei aber der rasante Ausbau der Flotte verantwortlich, vor allem in den USA. Im Gründerszene-Interview im Mai sagte der Finn CEO Max-Josef Meier, er sehe sein Startup vor allem in Amerika im Wettbewerbsvorteil, da es in den Vereingten Staaten bislang nur kleine Anbieter für Auto-Abos gebe. Laut eigenen Angaben zählt Finn 20.000 Kunden in Deutschland und erwarte dasselbe bis Jahresende in den USA.

Investoren sind von dem Konzept des Startups überzeugt. Erst im Mai dieses Jahres sammelte Finn knapp 112 Millionen Euro in einer Series B ein, unter anderem von Holtzbrinck Ventures, Heartcore, UVC Partners und Picus Capital.