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Bis zu 3000 Euro könnt ihr vom Arbeitgeber als Inflationsausgleich erhalten – diese 19 Unternehmen zahlen bereits

Porsche plant, seinen Angestellten eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3000 Euro zu zahlen.  - Copyright: Karol Serewis/SOPA Images/LightRocket via Getty Images
Porsche plant, seinen Angestellten eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3000 Euro zu zahlen. - Copyright: Karol Serewis/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Bis zu 3000 Euro Inflationsausgleichsprämie können Unternehmen ihren Angestellten steuer- und abgabefrei zahlen. Befristet ist die zusätzliche Zahlung vorerst bis zum 31. Dezember 2024. Sie ist jedem Unternehmen freigestellt – ihr habt also nicht automatisch einen gesetzlichen Anspruch darauf. Welche Unternehmen wie viel zahlen, ist daher von Fall zu Fall unterschiedlich.

Während die beiden Dax-Konzerne Continental und Telekom eine Inflationsprämie bisher ausschließen, zeigen sich andere Unternehmen offener gegenüber einer zusätzlichen Zahlung an ihre Mitarbeitenden. Diese Arbeitgeber planen, die Inflationsprämie an ihre Angestellten zu zahlen.

Airbus

Das Luftfahrtunternehmen Airbus zahlt seinen Mitarbeitenden eine Inflationsprämie in Höhe von 1500 Euro. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, der ein internes Schreiben des Airbus-Managements vorliegt. Alle Mitarbeitenden sollen demnach die Summe erhalten – auch Auszubildende und Werkstudierende. In Deutschland profitieren davon über 40.000 Angestellte.

Die 3000 Euro Inflationsprämie könnte angesichts der steigenden Inflation viele Menschen entlasten.
Die 3000 Euro Inflationsprämie könnte angesichts der steigenden Inflation viele Menschen entlasten.

Bertelsmann

Der Medienkonzern Bertelsmann zahlt seinen Mitarbeitenden ebenfalls eine Inflationsausgleichsprämie. Er kommt „in der Regel“ allen Angestellten in Deutschland zu Gute, bei denen Bertelsmann Mehrheitsgesellschafter ist, wie der Konzern dem Branchenportal „Meedia“ bestätigte. Angestellte mit einem Bruttogehalt von bis zu 75.000 Euro sollen zwei Tranchen in Höhe zu je 1500 Euro erhalten. Insgesamt will der Konzern seinen Beschäftigten damit 3000 Euro zusätzlich zahlen. Die erste Tranche sollen die Mitarbeitenden im November oder Dezember erhalten. Wer mehr als 75.000 Euro brutto verdient, erhält je Tranche demnach 1000 Euro – also insgesamt 2000 Euro. „Divisionale Geschäftsführungen oder Geschäftsführungen von Solution Groups sind von den Prämienzahlungen ausgenommen“, so der Konzern.

Chemie- und Pharmabranche

Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC haben sich kürzlich auf ein neues Tarifpaket geeinigt für über 580.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmabranche. Neben einer Gehaltserhöhung sieht das neue Paket auch die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro vor. Die Prämie soll in zwei Tranchen zu je 1500 Euro spätestens im Januar 2023 und Januar 2024 ausgezahlt werden. Auszubildende sollen 500 Euro pro Tranche erhalten.

Commerzbank

Laut einem Bericht im Intranet der Commerzbank will auch diese Bank ihren Mitarbeitern die steuerfreie Prämie zukommen lassen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sollen Beschäftigte der nicht tarifgebundenen Servicegesellschaften ComTS, des Callcenters CDS und des Tagungshotels Collegium Glashütten 2000 Euro erhalten. 1000 Euro gibt es für Nachwuchskräfte und tariflich bezahlte Mitarbeiter der Commerzbank AG in Deutschland. An außertariflich bezahlte Beschäftigte im Inland sowie Mitarbeiter im Ausland werden 500 Euro ausgezahlt. Führungskräfte der ersten und zweiten Führungsebene bekommen nichts.

DKB

Die DKB zahlt all ihren Angestellten einen Inflationsbonus in Höhe von 1500 Euro. Das bestätigte ein Sprecher der Direktbank auf Nachfrage von „Bloomberg“. Den Bonus erhalten demnach alle Mitarbeitenden der DKB und ihrer Töchter.

Deutsche Bank

Bei der Deutschen Bank bekommen nach Tarifvertrag bezahlten Vollzeitmitarbeitern in Deutschland 1.500 Euro Inflationsprämie. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.  Demnach soll eine erste Zahlung mit dem Dezember-Gehalt kommen. Über eine zweite Zahlung im nächsten Jahr werde noch diskutiert.

EBM Papst

Der Elektromotor- und Ventilatoren-Hersteller EBM Papst zahlt seinen Mitarbeitenden ebenfalls den Inflationsausgleich. Die über 6000 deutschen Angestellten sollen einmalig 500 Euro erhalten. Auszubildende erhalten demnach 150 Euro, wie es in einer Pressemitteilung aus dem September heißt. Die Auszahlung soll frühestens im Oktober erfolgen.

Hypovereinsbank

Die Hypovereinsbank (HVB) mit Sitz in München will ihren Mitarbeitern 2500 Euro steuerfrei überweisen, wie das Nachrichtenportal Bloomberg meldet. Schon im Dezember soll das Geld auf dem Konto landen. Für Azubis gibt es immerhin noch 1250 Euro.

ING

Auch die Bank ING will ihren Mitarbeitenden den Inflationsausgleich zahlen. Eine Unternehmenssprecherin hat das dem Portal „Personalwirtschaft“ bestätigt. Vollzeitmitarbeitende erhalten demnach mit dem Dezember-Gehalt einen zusätzlichen Ausgleich von 1500 Euro. Teilzeitmitarbeitende erhalten mindestens 1000 Euro, wie es heißt. Auszubildende, Praktikanten und Werkstudierende bekommen 500 Euro steuerfrei ausgezahlt.

KfW

Die staatliche Förderbank KfW will ihren Mitarbeitern ebenfalls eine Inflationsprämie zahlen. Laut einem Bericht von Bloomberg gibt es aber erhebliche Unterschiede. Während Tarifangestellte und Trainees 3000 Euro steuerfrei erhalten, sind es bei Teamleitern und Außertarifangestellten nur 2000 Euro. Dual-Studierende und Auszubildende werden 1500 Euro erhalten, Werksstudenten sowie Bereichs- und Abteilungsleiter jeweils 1000 Euro. Praktikanten bekommen immerhin noch 500 Euro. Vorstände und Geschäftsführung sind von der Inflationsprämie ausgenommen.

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Auch für die Angestellten der Landesbank Baden-Württemberg soll es die Inflationsprämie geben. Alle Beschäftigten in Deutschland sollen 2.000 Euro erhalten, in zwei Schritten: 1.200 Euro im Dezember und 800 Euro im Februar 2023. Die Prämie soll auch in gleicher Höhe für Auszubildende, Teilzeitkräfte und Mitarbeitende in Elternzeit gelten.

Metall- und Elektrobranche

Wer in einem Unternehmen dieser Branche arbeitet und gewerkschaftlich organisiert ist, darf sich freuen. Die IG Metall hat bei Verhandlungen in Baden-Württemberg durchgesetzt, dass die 3,9 Millionen Beschäftigten der Branchen eine steuerfreie Einmalzahlung von 3000 Euro bekommen. Hinzu kommen aber auch noch Lohnsteigerungen von 5,2 Prozent zum Juni 2023 und noch mal 3,3 Prozent ab Mai 2024.

Porsche

Der Autohersteller Porsche konnte zuletzt einen gelungenen Börsengang feiern. Das will man auch den Mitarbeitenden danken. Einer Betriebssprecherin zufolge will das Unternehmen seinen Angestellten bis zu 3000 Euro abgabefrei zahlen, wie der „Merkur“ berichtet. Wie viel die Beschäftigten am Ende genau erhalten, hängt demnach von der Betriebszugehörigkeit ab und ob jemand Voll- oder Teilzeit angestellt ist.

Rossmann

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, dürfen sich auch Angestellte der Drogeriekette Rossmann über eine Inflationsprämie freuen. Mitarbeitende, die sozialversicherungspflichtig angestellt sind, erhalten demnach zusätzlich zum Weihnachtsgeld einen Bonus in Höhe von 500 Euro. Verkaufshilfen hingegen bekommen eine reduzierte Zusatzzahlung in Höhe von 250 Euro.

Schwarz-Gruppe

Mitarbeitende der Schwarz-Gruppe – zu der auch der Discounter-Riese Lidl gehört – sollen zusätzlich zur Novemberabrechnung 250 Euro als Inflationsprämie erhalten. Profitieren sollen alle Tarifbeschäftigten, egal ob in Voll- oder Teilzeit. Von der Zahlung ausgenommen sind Angestellte bei Kaufland und PreZero. Sie sollen einen Warengutschein im Wert von 250 Euro erhalten.

Schufa

Die größte deutsche Auskunftei will laut Informationen von FinanzBusiness ihren 900 Mitarbeiten schon im Dezember eine Inflationsprämie überweisen. Wer in Vollzeit arbeitet, kann sich demnach über 1500 Euro steuerfrei freuen, Bereichsleiter und Vorstand sind davon aber ausgenommen. In Teilzeit soll es immerhin mindestens noch 750 Euro geben.

Sixt

Beim Autovermieter Sixt erhalten Mitarbeitende auch eine Inflationsausgleichsprämie. „Wir zahlen jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter weltweit 1700 Euro Sonderbonus als Inflationsausgleich bis zum Ende des Jahres zusätzlich“, sagte der Co-Chef Alexander Sixt dem „Handelsblatt“.

Targobank

Angestellte bei der Targobank erhalten bis zu 3000 Euro als Inflationsausgleich, wie das Unternehmen auf LinkedIn mitteilte. Die Prämie wird in zwei Tranchen ausgezahlt – im Dezember und im kommenden Jahr. Auszubildende und Werkstudierende erhalten demnach je Tranche 1000 Euro, also insgesamt 2000 Euro.

Zigarettenindustrie

In einer Tarifrunde Anfang Oktober hatten sich bereits die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit den großen Zigarettenherstellern auf höhere Löhne geeinigt. Darüber hinaus sagten die Unternehmen ihren Mitarbeitern Bonuszahlungen zum Inflationsausgleich zu: So zahlt Reemtsma seinen Beschäftigten über den Zeitraum von einem Jahr zusätzliche 190 Euro netto pro Monat aus, insgesamt also 2280 Euro.

Von Japan Tobacco International und Philip Morris gibt es eine einmalige Zahlung von 2400 Euro. Und British American Tobacco (BAT) zahlt Vollzeitbeschäftigten und Auszubildenden im Werk in Bayreuth mit dem Dezembergehalt zusätzlich 2600 Euro aus. Beschäftigte in der Hauptverwaltung von BAT in Hamburg sowie Außendienst-Mitarbeiter bekommen hingegen 150 Euro netto pro Monat zusätzlich zum Lohn als Inflationsprämie. Die Zahlung hat eine Laufzeit von einem Jahr – beläuft sich also insgesamt auf 1800 Euro.