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-30 % in dieser Woche, Umsatz +8 %, KGV 6 – Diese Aktie ist jetzt interessant

Bärenmarkt
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Die Hornbach Holding (WKN: 608340) veröffentlichte Anfang dieser Woche eine Ad-hoc-Mitteilung, die den Aktienkurs bis heute um 30 % fallen ließ (Stand: 16.06.22, gilt für alle Angaben). Grund für den Absturz war ein schlechter als erwartetes bereinigtes EBIT im abgelaufenen Quartal sowie eine Reduzierung der EBIT-Prognose für das Gesamtjahr. Ist der starke Kursrückgang angemessen oder bietet sich hier eine gute Kaufchance?

Die Ad-hoc-Mitteilung im Detail

Zum einen veröffentlichte Hornbach die vorläufigen Ergebnisse für das Ende Mai abgelaufene Quartal. Bedingt durch eine stabile Nachfrage nach Bau- und Heimwerkerprodukten stieg der Umsatz um 8 %. Das bereinigte EBIT sank hingegen um 12 %, da die Inflation und Probleme bei den Lieferketten auf das Ergebnis drücken.

Da diesbezüglich keine Besserung in Sicht ist, passt Hornbach die erst Mitte Mai herausgegebene Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr an. Im Vergleich zum Rekordergebnis des Vorjahres soll das bereinigte EBIT jetzt nicht mehr leicht zurückgehen, sondern einen Rückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erleiden. Der Umsatz soll im aktuellen Geschäftsjahr unverändert leicht steigen.

Die Entwicklung der letzten Jahre

Um diese Prognose besser einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsentwicklung der letzten Jahre.

in Mio. Euro

14/15

15/16

16/17

17/18

18/19

19/20

20/21

21/22

Schätzung 22/23

Umsatz

3.572

3.755

3.941

4.141

4.362

4.729

5.456

5.875

6.000

Bereinigtes EBIT

167

151

160

166

135

227

326

363

320

Quelle: Investor Relations Hornbach Holding

Man sieht schön, dass der Umsatz in jedem Jahr gestiegen ist – dies geht bereits seit 20 Jahren so. Die Entwicklung des bereinigten EBIT ist weniger stetig, zeigt aber ebenfalls klar nach oben.

Während der Corona-Pandemie profitierte Hornbach davon, dass die meisten Menschen viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbrachten und es sich zu Hause schön machten. Baumärkte waren auch während der Hochphase der Pandemie weitgehend geöffnet, zudem verfügt Hornbach über eine starke Onlinepräsenz (17 % der Umsätze im letzten Geschäftsjahr wurden online erzielt). Dieser Corona-Boost führte zu hohen Gewinnen, die sich nun wieder etwas normalisieren.

Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 19/20 soll der Umsatz im aktuellen Geschäftsjahr immer noch um ungefähr 21 % höher liegen, das bereinigte EBIT um ca. 29 % steigen.

Zukunftsaussichten

Hornbach scheint mir für die Zukunft gut aufgestellt. Denn der durch die Corona-Pandemie verstärkte „Heimwerker-Trend“ wird meiner Einschätzung nach nicht verschwinden. Ein schönes Zuhause scheint vielen Menschen immer wichtiger zu werden, auch weil viele in Zukunft vermehrt im Homeoffice arbeiten werden. Dabei ist es einerseits angesagt, als Hobby-Handwerker tätig zu sein, andererseits ist die finanzielle Notwendigkeit aufgrund der hohen Preise für Immobilien, Baumaterial und explodierende Bauzinsen gestiegen. Hornbach sieht weiterhin eine steigende Nachfrage wegen eines immer älter werdenden Immobilienbestands und steigenden Vorgaben an Energieeffizienz und CO2-Reduktion.

Daher traue ich dem Familienunternehmen zu, auch in Zukunft langsam, aber stetig zu wachsen. In den nächsten fünf Jahren sollen über 25 neue Märkte eröffnet werden, der Onlinehandel soll durch weitere Investitionen in Click & Collect sowie App und Virtual Reality gestärkt werden. Als weitere Wachstumsrichtung hat Hornbach den Bereich der professionellen Handwerker identifiziert. Die großen US-Baumarktketten Home Depot und Lowe’s haben vorgemacht, wie stark das Wachstum in diesem Segment sein kann.

Meine Einschätzung zur Hornbach-Aktie

Die Senkung der Ergebnisprognose für das laufende Jahr nur vier Wochen nach Veröffentlichung derselben hinterlässt einen schlechten Eindruck. Entsprechend finde ich den kurzfristigen Kursrückgang nachvollziehbar.

Langfristig sehe ich das Unternehmen jedoch weiterhin gut aufgestellt. Die Wachstumstreiber scheinen mir intakt. Hornbach wächst regelmäßig stärker als die Konkurrenz und punktet bei der Kundenzufriedenheit. Die Bewertung mit einem KGV von 6 bezogen auf den Gewinn des letzten Geschäftsjahres bzw. mit einem KGV von 7 bezogen auf das erwartete Ergebnis dieses Jahres finde ich günstig. Auch für Dividendenfans bietet die Aktie etwas. Die Dividende wurde seit zehn Jahren nie gesenkt, die Dividendenrendite beträgt 3 %. Ich beobachte die Aktie schon länger und kann mir gut vorstellen, bald eine erste Position zu eröffnen.

Der Artikel -30 % in dieser Woche, Umsatz +8 %, KGV 6 – Diese Aktie ist jetzt interessant ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Home Depot und empfiehlt Lowe´s.

Motley Fool Deutschland 2022

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