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3 Wege, wie Pinterest mehr Geld verdienen kann!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Trotz wackeligem Jahresauftakt im Kontext des Corona-Crashs kann die Aktie von Pinterest (WKN: A2PGMG) unterm Strich ein doch recht erfolgreiches Börsenjahr 2020 feiern: Seit Jahresstart kletterten die Anteilsscheine schließlich von 18,80 US-Dollar auf das derzeitige Kursniveau von 38,93 US-Dollar (24.09.2020, maßgeblich für alle Kurse). Das entspricht einem Kursplus von ca. 107 %.

Die letzten Quartalszahlen waren dabei eher gemischt: Während das Nutzerwachstum auf 416 monatlich aktive Nutzer relativ stark gewesen ist, blieb die Umsatzentwicklung eher mau. Letztlich konnte Pinterest seinen Quartalsumsatz um 4 % auf 272 Mio. US-Dollar steigern. Ein Wert, der den des Vorquartals getroffen hat.

Für Foolishe Investoren stellt sich jetzt die Frage: Kann Pinterest sein Umsatzwachstum langfristig bedeutend erweitern? Ja, das ist möglich. Drei Wege drängen sich an dieser Stelle quasi auf.

1. Monetarisierung des „guten“ Nutzerkreises

Pinterest besitzt zum einen die Möglichkeit, seinen konsumfreudigen Nutzerkreis über die eigene Plattform weiter zu monetarisieren. Wie Foolishe Investoren mit Sicherheit wissen, sind die US-amerikanischen Nutzer noch das Zünglein dieser Wachstumsgeschichte. Im zweiten Quartal brach diese Nutzergruppe, die es insgesamt auf 96 Mio. monatlich aktive Nutzerbringt, durchschnittlich um 2,50 US-Dollar pro Nase sein. Mit einem Umsatzanteil von ca. 240 Mio. US-Dollar nimmt dieser Personenkreis den Löwenanteil ein.

Natürlich: Möglicherweise könnte hier das Limit bereits erreicht worden sein. Trotzdem gibt es eine Kennzahl, die Mut macht, dass auch dieser Nutzerkreis weiterhin oder effizienter monetarisiert werden kann. Im Vorjahresquartal kamen die US-amerikanischen Nutzer beispielsweise auf einen durchschnittlichen Umsatz je User von 2,80 US-Dollar. Das könnte auf ein Turnaround-Potenzial hindeuten. Vor allem, wenn die Werbe- und Lead-Budgets der Partner von Pinterest wieder größer werden. Oder, anders formuliert: Wenn die wirtschaftlichen Zeiten sich bessern.

Auch die US-amerikanischen Nutzer dürften weiterhin moderat wachsen. Sofern die US-Nutzer es schaffen, den durchschnittlichen Umsatz wieder auf das alte Niveau zu steigern, lauern hier weitere Umsätze von ca. 30 Mio. US-Dollar. Das Potenzial dieser konsumfreudigen Gruppe sollte nicht unterschätzt werden.

2. Monetarisierung des größten Nutzerkreises

Aber keine Frage: Pinterests größte Aufgabe wird es sein, die internationalen Nutzer dazu zu bewegen, mehr über die Pinterest-Plattform zu konsumieren. Und dadurch den eigenen durchschnittlichen Umsatz zu steigern. Immerhin: Die 321 Mio. aktiven internationalen Pinner brachten es zuletzt auf 0,14 US-Dollar im Schnitt. Im Vergleich zum vorherigen Durchschnittsumsatz von 0,11 US-Dollar entspricht das einer deutlichen Steigerung. Jedoch auf geringfügiger Basis.

Pinterest verfügt hier entsprechend über ein großes Potenzial. Aber gleichzeitig auch über ein großes Risiko, wenn man diese Gruppe nicht monetarisieren kann. Aber immerhin: Sollte Pinterest es gelingen, den durchschnittlichen Umsatz dieser Pinner zu verdreifachen, so würde das einem weiteren Umsatz von über 77 Mio. US-Dollar gleichen. Trotzdem läge dieser Nutzerkreis mit einem durchschnittlichen Umsatz von dann 0,42 US-Dollar noch immer unter dem zuletzt ausgewiesenen Durchschnittswert aller Nutzer von 0,70 US-Dollar. Auch das dürfte eines verdeutlichen: Nämlich wie groß das Potenzial der internationalen Pinner ist.

3. Effizientere Angebote

Die US-Nutzer und die internationalen Pinner sind natürlich der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg. Wichtig wird für Pinterest jedoch auch, die eigenen (kommerziellen) Angebote effizienter zu schalten, sodass mehr Engagement auf der Plattform erfolgt. Wichtig könnten dabei programmatische Werbeanzeigen werden, die Angebote und Interessen der Nutzer näher zusammenführen. Über Pinterest selbst erhält das soziale Kreativnetzwerk schließlich viele Daten darüber, wofür sich die eigenen Nutzer jeweils und individuell interessieren. Das könnte langfristig wichtig für den Erfolg werden.

Wichtig ist allerdings auch, dass Pinterest einen Spagat schafft: Und zwar den, die Monetarisierung anzutreiben, ohne den Kommerz auf Kosten des Kreativnetzwerks anzukurbeln. Ansonsten könnte möglicherweise das Nutzerwachstum leiden.

Pinterest verfügt über viel Potenzial. Aber auch der Weg wird entscheidend sein, ob das Unternehmen und Management dieses letztlich wird bergen können.

Pinterest: Eine spannende Aktie!

Letztlich zeigt sich jedoch: Hinter Pinterest steckt eine spannende Aktie mit viel Potenzial für weiteres Wachstum. Wer mit dem Nutzerkreis rechnet, wird schnell feststellen, dass die bisherigen 272 Mio. US-Dollar noch nicht die Spitze dieses Eisbergs sind. Trotz einiger Risiken könnte hier eine spannende, langfristige Wachstumsgeschichte stecken.

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Vincent besitzt Aktien von Pinterest. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Pinterest.

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