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3 Tech-Aktien, die gerade ein Schnäppchen sind

Chris Neiger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 7 Min.
Einkaufenwagen Aktien im Sale günstig
Einkaufenwagen Aktien im Sale günstig

Der Tech-Sektor ist seit März letzten Jahres enorm gewachsen. Die Anleger setzten auf Technologieunternehmen, die während einer Pandemie gedeihen.

Aber in letzter Zeit haben einige Tech-Aktien einen Rückschlag erlitten, und das hat eine Chance für Investoren eröffnet. Wir haben drei Motley Fool-Autoren gefragt, welche Tech-Aktien Anleger kaufen sollten, solange sie so günstig stehen. Als Antworten kamen Roku (WKN: A2DW4X), Datadog (WKN: A2PSFR) und Apple (WKN: 865985) zurück. Warum?

Keine Gründe für Kursabsturz

Danny Vena (Roku): Manchmal sackt der Markt einfach ab. Das ist ein unvermeidlicher Teil des Daseins als Investor. Wer das weiß und dementsprechend vorbereitet ist, wird die Gesamtperformance des Depots verbessern. Vor allem, wenn Investoren sowohl gute als auch schlechte Aktien verkaufen.

Das war in letzter Zeit sicherlich bei Roku der Fall. Der Streaming-Pionier wird derzeit mit einem Abschlag von fast 20 % gegenüber den jüngsten Höchstständen gehandelt. Investoren, die nach einem Grund für den sinkenden Aktienkurs suchen, werden nicht viel herausfinden. Dazu sollte man mal die Ergebnisse des Unternehmens betrachten.

Roku meldete Ergebnisse für das vierte Quartal, die die Erwartungen leicht übertrafen. Die aktiven Konten wuchsen im Jahresvergleich um 39 %, während der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) um 24 % stieg. Und nicht nur das: Bestehende Zuschauer verbringen mehr Zeit auf der Plattform, denn die Streaming-Stunden stiegen um 55 %. All dies hat dazu beigetragen, dass der Umsatz im Jahresvergleich um 58 % gestiegen ist. Das führte zu einem überraschenden Gewinn. Aber das ist noch nicht alles.

Das Streaming-Unternehmen verdient den Großteil seines Geldes mit seinem Plattformsegment, das digitale Werbung, den Roku Channel und das Roku Operating System (OS) umfasst, das das Unternehmen an Hersteller von Connected TVs lizenziert. Der Umsatz aus dem Plattformsegment stieg um 81 % und erreichte damit das höchste Wachstum seit dem zweiten Quartal 2019.

Das Roku OS war das Nr. 1 Smart-TV-Betriebssystem in den USA, das in 38 % aller in diesem Land verkauften Smart-TVs enthalten war. Eine ähnliche Geschichte spielte sich in Kanada ab, wo das Roku OS einen Marktanteil von 31 % hatte. Das Unternehmen hat gerade erst mit der internationalen Expansion begonnen und tritt in die Märkte in Brasilien, Großbritannien und Mexiko ein. Roku wendet die gleiche Strategie an, die in den USA so erfolgreich war: Skalierung, Steigerung des Engagements und Monetarisierung der Nutzeraktivitäten.

Es gibt noch weitere Gründe, optimistisch zu sein. Ein Kundenbericht im Q4-Aktionärsbrief von Roku erklärt, warum Werbekunden in Scharen zu Roku strömen: „Für jeden Dollar, den wir im Juli 2020 für Roku im Vergleich zu einer großen Social-Media-Plattform ausgegeben haben, hatten wir mit Roku einen 65 % besseren Return on Investment. Unsere Werbemöglichkeiten ziehen die richtigen Kunden mit der richtigen Einstellung an, um langfristige Beziehungen aufzubauen.“

Der Roku Channel ist ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber. Im vierten Quartal wuchs die Zuschauerzahl fast doppelt so schnell wie das Gesamtwachstum der Plattform: mehr als 100 % im Jahresvergleich. Der Kanal erreichte fast 20 % aller US-Haushalte.

Es gibt einfach nicht viele Unternehmen, die sich mit Amazon messen können und als Sieger hervorgehen. Doch Roku zählt dazu. Die Roku-Plattform rühmt sich mit 51,2 Millionen aktiven Konten und übertrifft damit die Basis von Fire TV mit 50 Millionen. Noch aussagekräftiger ist, dass sich das Wachstum von Roku im Jahresvergleich auf 38 % beschleunigt hat. Das Wachstum von Fire TV hat sich währenddessen auf 25 % verlangsamt.

Angesichts der Fülle an Wachstumsmöglichkeiten und der starken Ergebnisse sollten Investoren Roku-Aktien kaufen, solange sie günstig zu haben sind.

Der Hund in der Cloud

Brian Withers (Datadog): Wegen der jüngsten Kursverluste bei Tech-Aktien ist auch der Cloud-Überwachungsdienst Datadog gefallen. Er hat in den letzten Wochen über 15 % verloren und liegt nun bei unter 100 US-Dollar pro Aktie. Tech-Investoren sollten sich dieses Juwel daher fix schnappen. Dafür gibt es drei gute Gründe.

Erstens: Das Wachstum des Unternehmens ist atemberaubend. In den letzten fünf Quartalen verzeichnete es Umsatzsteigerungen von 50 % und mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Kennzahl

Q4 2019

Q1 2020

Q2 2020

Q3 2020

Q4 2020

Umsatz

114 Mio. US-Dollar

131 Mio. US-Dollar

140 Mio. US-Dollar

155 Mio. US-Dollar

178 Mio. US-Dollar

Umsatzwachstum ggü. Vorjahr

85 %

87 %

68 %

61 %

56 %

Umsatzwachstum ggü. Vorquartal

19 %

15 %

7 %

11 %

15 %

Quelle: Datadog

Auch wenn sich das Umsatzwachstum mit zunehmender Größe verlangsamt, lagen die Zuwächse von Quartal zu Quartal in vier der letzten fünf Quartale im zweistelligen Bereich. Dies zeigt, dass das Unternehmen in der Lage war, trotz der Pandemie starke Gewinne zu erzielen. Die Produkte finden bei den Kunden Anklang.

Zweitens ist die breite Produktpalette des Unternehmens in der Lage, signifikante Umsätze pro Kunde zu generieren. Mit Abonnementangeboten in den Bereichen Infrastrukturüberwachung, Protokollmanagement sowie Sicherheits- und Netzwerküberwachung können Kunden sicherstellen, dass ihr gesamter Tech-Stack ordnungsgemäß funktioniert. Ein Kunde, Peloton Interactive, verlässt sich auf die Echtzeit-Tools zur Überwachung der Anwendungsleistung, um sicherzustellen, dass seine Live-Fitnesskurse reibungslos ablaufen. Die Anzahl der Kunden, die vier oder mehr Produkte verwenden, hat sich seit letztem Jahr von 10 auf 22 % verdoppelt. Das ist ein Grund dafür, dass die Anzahl der Kunden mit einem Jahresumsatz von 1 Mio. US-Dollar in die Höhe geschnellt ist.

Kennzahl

Q4 2018

Q4 2019

Q4 2020

Kunden mit Jahresumsatz von mind. 1 Mio. US-Dollar

29

50

97

Wachstum ggü. Vorjahr

142 %

72 %

94 %

Quelle: Datadog

Schließlich befindet sich die Abhängigkeit von der Cloud noch im Anfangsstadium. Das Unternehmen schätzte seinen adressierbaren Markt auf 35 Mrd. US-Dollar, als es seinen Prospekt nach dem Börsengang im September 2019 einreichte. Der adressierbare Markt wird sich erweitern, wenn der Einfluss der Cloud wächst. Auch will das Unternehmen weitere Funktionen hinzufügen. Das geschieht etwa mit den jüngsten Übernahmen von Sqreen, einer Software-as-a-Service (Saas)-basierten Sicherheitsplattform, und Timber Technologies, einer hochleistungsfähigen Observabilitätsdaten-Pipeline. Mit einem Umsatz von 604 Mio. US-Dollar nach 12 Monaten hat das Unternehmen heute nur einen Anteil von 2 % am geschätzten Markt.

Auch wenn Datadog vergleichsweise günstig dasteht, ist die Aktie nicht billig. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 49 ist sie hoch bewertet. Aber für langfristig denkende Investoren, die heute ein paar Aktien kaufen und im Laufe der Zeit nachkaufen, bietet sich hier eine interessante Chance.

Apple hat immer noch gehörig langfristiges Potenzial

Chris Neiger (Apple): Die Apple-Aktie hat im letzten Monat einen kleinen Sturzflug hingelegt und ist derzeit um 14 % gefallen. Warum der Rückgang? Es sieht so aus, als ob einige Investoren die Ergebnisse von Apple für das erste Quartal 2021 nicht mochten. Aber ich denke, dass man das große Ganze sehen muss.

Erstens ist Apple immer noch voll im Wachstumsmodus. Der Umsatz des Unternehmens stieg im ersten Quartal um 21 % auf 111 Mrd. US-Dollar und der Gewinn pro Aktie um 35 % auf 1,68 US-Dollar. Ein derartiges Wachstum ist für viele Unternehmen schwer zu erreichen. Ganz zu schweigen von einem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 2 Billionen US-Dollar.

Zweitens: Apple steht mit seinem Dienstleistungsgeschäft erst am Anfang. Dieses Segment umfasst alle neueren Dienste des Unternehmens, wie AppleTV+ und Apple Music sowie andere Dienste wie den App Store und AppleCare. Im letzten Quartal stieg der Umsatz von Apples Dienstleistungen um 24 % auf 15,8 Mrd. US-Dollar. Das ist ein beeindruckendes Wachstum, aber Apples Dienste werden wahrscheinlich weiter expandieren. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass Apple in nur drei Jahren einen Umsatz von 100 Mrd. US-Dollar mit Dienstleistungen erzielen wird.

Und schließlich hat Apple noch die Möglichkeit, den Markt für Wearables zu dominieren. Das Unternehmen führt diesen Bereich mit etwa 32 % Marktanteil an. Dank Geräten wie der Apple Watch über die AirPods bis hin zu den Beats-Kopfhörern verzeichnet Apple hier ein signifikantes Wachstum. Der Umsatz des Unternehmens im Bereich Wearables, Home und Zubehör ist im Vergleich zum Vorjahr um 30 % auf fast 13 Mrd. US-Dollar gestiegen. Hier ist noch Luft nach oben. Das Marktforschungsunternehmen Gartner schätzt, dass der weltweite Umsatz mit Wearables von 46 Mrd. US-Dollar im Jahr 2019 auf 94 Mrd. US-Dollar im Jahr 2022 steigen wird.

Da Apple immer noch wächst und der Aktienkurs des Unternehmens im letzten Monat gesunken ist, könnte man hier jetzt einsteigen – oder nachlegen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Apple, Datadog, Peloton Interactive, Roku und Shopify und empfiehlt Gartner. Brian Withers besitzt Aktien von Amazon, Apple, Datadog und Shopify. Chris Neiger besitzt Aktien von Apple, Danny Vena besitzt Aktien von Amazon, Apple, Datadog, Roku und Shopify. Dieser Artikel erschien am 27.2.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021