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Sind die 3 am schlechtesten performenden Aktien des Dow Jones 2020 jetzt ein Kauf?

James Brumley
·Lesedauer: 4 Min.
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance
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Der Dow Jones Industrial Average mag im bisherigen Jahresverlauf aus den roten Zahlen gekommen sein. Aber nicht jede der 30 Aktien im Index kann das von sich behaupten.

Die Aktienkurse von Boeing (WKN: 850471), Walgreens Boots Alliance (WKN: A12HJF) und Chevron (WKN: 852552) liegen im bisherigen Jahresverlauf deutlich im Minus. Mit Stand 7. Dezember sind sie seit Ende 2019 um etwa 29 %, 26 % bzw. 23 % gefallen. Der Dow selber ist um etwa 5 % gestiegen.

Es gibt zwei Denkansätze, wie diese Diskrepanz betrachtet werden sollte. Einerseits kann man sagen, dass diese drei Picks aus guten Gründen gefallen sind. Andererseits liegt die Masse auch mal daneben, und eigentlich sollten diese Aktien viel höher stehen.

Einige der Probleme aus diesem Jahr dürften 2021 abflauen. Andere allerdings nicht. Unterm Strich bieten diese drei Namen zu den aktuellen Preisen jedoch einige Chancen.

Das harte Jahr 2020

Es versteht sich (fast) von selbst, dass die Pandemie für den größten Teil der Probleme dieser drei Aktien verantwortlich war. Alle drei Unternehmen waren besonders anfällig für die Auswirkungen der Pandemie.

Bei Boeing veranlassten die Reisebeschränkungen die Fluggesellschaften dazu, die Auslieferung neuer Passagierjets zu verschieben oder ganz zu stornieren. Die Branche hat in diesem Jahr bis Ende September nur 98 Flugzeuge ausgeliefert. Ein Jahr zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt noch 301. Dazu kam noch das behördliche Flugverbot für den 787 MAX Jet.

Der Ölriese Chevron war ein weiteres Opfer der Pandemie. Der Lockdown sorgte für Stillstand. Infolgedessen hatten Konsumgüterhersteller und Einzelhändler – außer Grundnahrungsmitteln – weniger Waren zu liefern. Die U.S. Energy Information Administration schätzt, dass die Welt im Oktober 95,3 Millionen Barrel Öl pro Tag verbraucht hat. Das ist gegenüber dem Tiefststand im April deutlich höher, aber immer noch 6 % unter dem Verbrauch vom Oktober 2019.

Walgreens Boots Alliance ist als Einzelhändler ein großer Nutznießer dessen, was während der Pandemie verbraucht wurde. Der Umsatz des Unternehmens stieg mit Stand Ende August im Vergleich zum Vorjahr um 2 %. Die relativ stabilen Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten glichen Probleme an anderen Stellen aus. Der Bruttogewinn und der Nettogewinn gingen im Geschäftsjahr 2020 jedoch deutlich zurück. Auch der Vorstoß von Amazon in das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten durch die Übernahme von PillPack im Jahr 2018 belastet die Performance von Walgreens in 2020.

Es wird besser

Daher macht die schwache Performance dieser drei Aktien in diesem Jahr durchaus Sinn. Jedes Unternehmen stand bereits vor einzigartigen Hürden. COVID-19 hat diese Herausforderungen nur noch verschärft.

Doch die Angst könnte hier übertrieben sein und bestehende Probleme verschärft haben.

Beispiel Boeing: Es ist weitgehend untergegangen, dass die 737 MAX von der FAA für den Einsatz in den Vereinigten Staaten neu zertifiziert wurde. Die Aufsichtsbehörden in Übersee stehen kurz vor der gleichen Entscheidung. American Airlines hat das Flugzeug bereits wieder in Dienst gestellt. Die Aufträge sind noch nicht in großem Umfang bei Boeing eingegangen, aber diese Branche bewegt sich langsam.

In der Zwischenzeit zeigt sich Walgreens-Finanzchef James Kehoe unbeeindruckt von Amazons Konkurrenz. Er sagte: „Wenn man sich impfen lassen will, ruft man dann Amazon oder eher Walgreens oder CVS an?“ Die Morningstar-Analystin Julie Utterback stimmt zu, dass Walgreens durch die Präsenz im stationären Handel gut vor Amazon geschützt ist. Sie bemerkt, dass durch die Läden die Menschen bedient werden, die nicht auf Medikamente warten können.

Und Chevron? Bei Chevron könnte die Erholung am längsten dauern, aber auch hier wird ein Impfstoff für den Aufschwung sorgen.

Unterm Strich

Aktien werden aufgrund ihrer Zukunftsaussichten gehandelt, nicht wegen der Vergangenheit. Die schlechtesten Performer im Dow Jones Industrial Average hatten mit kurzfristigen Problemen zu kämpfen, außerdem mit den Emotionen der Anleger. Der Markt korrigiert das langsam, nicht nur bei den oben erwähnten Dow-Aktien und nicht nur bei Namen, die große Verluste erlitten haben. Auch andere Aktie stehen vor einem Comeback.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. James Brumley besitzt Aktien von Boeing. Dieser Artikel erschien am 9.12.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020