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3 Möglichkeiten, das Portfolio auf eine Rezession vorzubereiten

Motley Fool Investmentanalyst

Die Investoren waren in den letzten Monaten sehr angespannt und fragten sich, ob die USA auf eine weitere Rezession zusteuern könnten.

Falls du es noch nicht gehört hast, es gibt einen Handelskrieg mit China. Die Zinsstrukturkurve drehte sich im August um. Das ist ein Anzeichen für eine Rezession, das die Menschen dazu brachte, den Begriff “Rezession” zu googeln, wie es 2008 der Fall war. Es gibt die scheinbar kontinuierliche Erinnerung daran, dass diese wirtschaftliche Expansion die längste in der Geschichte der USA ist.

Wenn das Ganze dich beunruhigt, hier sind drei Dinge, die dir helfen könnten, egal ob die nächste Rezession in einem Monat, einem Jahr oder fünf Jahren kommt: Deine Aktien überprüfen und überlegen, ob du noch rezessionsresistente Aktien brauchst; einige wichtige Fragen stellen, wie viel Geld in deinem Portfolio sein sollte; und sicherstellen, dass dein wichtiger Notfallfonds in guter Verfassung ist. Diese Art der Vorbereitung kann dir helfen, eine der größten Gefahren für die Investoren zu vermeiden – Panik.

Rezessionsresistente Aktien in Betracht ziehen

Im Allgemeinen wird eine Rezession als mindestens zwei aufeinander folgende Quartale mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Vereinigten Staaten angesehen, obwohl das National Bureau of Economic Research diese Definition verwendet: “Ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftstätigkeit, der sich über die gesamte Wirtschaft ausbreitet und mehr als ein paar Monate dauert, was sich normalerweise am realen BIP, am realen Einkommen, an der Beschäftigung, an der Industrieproduktion und am Umsatz im Groß- und Einzelhandel ablesen lässt.”

Der erste Schritt zur Vorbereitung deines Portfolios auf diesen Rückgang besteht darin, zu wissen, was sich in deinem Portfolio befindet. Ja, es klingt einfach, doch es ist ein wichtiger Prozess. Wenn du Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Immobilien oder Barmittel hast, solltest du wissen, wie jede Beteiligung zu deinen Gesamtzielen passt.

Lass uns kurz auf die Aktien eingehen. Eine schnelle Überprüfung des Jahresabschlusses eines Unternehmens könnte Aufschluss darüber geben, wie ein Unternehmen einer Rezession standhalten könnte.

  • Überprüfe, wie viel Barmittel das Unternehmen zur Verfügung hat und wie viel Schulden. (Diese Informationen findest du in der Bilanz.) Wenn die Einnahmen eines Unternehmens während einer Rezession plötzlich sinken, kann die Schuldentilgung wesentlich schwieriger werden. Deshalb ist es so wichtig, Barmittel zu haben. Es kann einem Unternehmen helfen, die schwierigen Zeiten zu überstehen, sei es bei der Schuldentilgung oder bei den Betriebskosten.
  • Überprüfe die Gewinne eines Unternehmens. (Du findest diese Informationen in der Gewinn- und Verlustrechnung.) Einige Unternehmen haben eine lange Erfolgsgeschichte. Sie wachsen vielleicht nicht schnell beim Umsatz und Ertrag, doch sie sind zuverlässige Geldmaschinen und zahlen vielleicht sogar eine Dividende. Die Unternehmen, die noch nicht profitabel sind, werden wahrscheinlich in einer Rezession untergehen, wenn sich ihr Umsatzwachstum verlangsamt oder verringert.
  • Überprüfe, wie viel Cashflow das Unternehmen hat. (Du findest diese Informationen in der Kapitalflussrechnung.) Die Unternehmen können profitabel sein, doch gleichzeitig auch Barmittel verbrennen. Die Kapitalflussrechnung zeigt dir, wie viel Geld das Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit erwirtschaftet. Ein negativer Cashflow ist ein Warnzeichen.

Nach der Überprüfung der Unternehmen solltest du prüfen, ob dein Portfolio einige (oder mehr) stabile Dividendenaktien benötigt. Sie sind vielleicht nicht sehr interessant, doch sie können effektiv sein.

Die Aktien von Verbrauchsgütern sind ein guter Ausgangspunkt. Das sind Haushaltswaren, die wir alle in guten und in schlechten Zeiten brauchen. Ein Beispiel ist Wal-Mart, ein Unternehmen, das Lebensmittel (wir müssen auch während einer Rezession essen) und andere Haushaltswaren zu niedrigen Preisen verkauft, was besonders wichtig ist, wenn die Menschen versuche, in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs Geld zu sparen. Wie ging es Wal-Mart in der letzten Rezession? Nun, in den fünf Monaten vom 15. Mai bis 15. Oktober 2008 verlor der S&P 500 Index laut Yahoo! Finance 36 % seines Wertes. Im Vergleich dazu sank Wal-Mart um 12 %.

Wenn du rezessionsstarke Optionen suchst, wirf einen Blick auf die Dividendenaristokraten, Unternehmen, die ihre Dividenden seit mindestens 25 Jahren in Folge erhöht haben. Du wirst einige bekannte Namen sehen, darunter AT&T, Coca-Cola, Pepsi, Johnson & Johnson, McDonald’s und Wal-Mart.

Wie viel Bargeld? Denke an deine Situation, nicht an die Richtung des Marktes

Es schadet nie, Barmittel zu haben, wenn der Markt sinkt und deine Lieblingsunternehmen plötzlich zum Verkauf stehen. Doch es gibt wichtige Fragen zu klären, wie viel Barmittel oder risikoarme, renditeschwache Investitionen du in deinem Portfolio haben möchtest.  Die Angst vor einer Rezession sollte dich aber nicht dazu führen, dass du jetzt jede Menge Bargeld anhäufst. Stell dir stattdessen diese Fragen:

Wie schnell wirst du das Geld brauchen?

Wenn du dieses Geld in den nächsten drei bis fünf Jahren benötigen wirst, sollte es nicht aggressiv investiert werden. Wenn dieses Geld auf dem Markt ist und es einen extremen Abschwung gibt – wie der 50-prozentige Einbruch vor einem Jahrzehnt während der Finanzkrise – könnte es mehrere Jahre dauern, bis diese Verluste wieder ausgeglichen sind.

Wenn dein Zeithorizont mehr als fünf Jahre beträgt, könntest du diese Verluste wieder wettmachen und solltest dir darüber im Klaren sein, dass sich der Markt immer wieder erholt hat. Hier ist ein Beispiel: Anfang 2016 brach der Markt in etwa sechs Wochen um mehr als 10 % ein, und die Angst vor einer Rezession stieg. Wenn du einige deiner Investitionen verkauft und dieses Geld in bar angelegt hättest, hättest du das folgende Wachstum verpasst. Der Markt erholte sich schnell, und der S&P 500 ist seit dem 1. März 2016 um mehr als 55 % gestiegen. Geld parat zu haben, kommt mit den Opportunitätskosten, potenzielle Gewinne zu verpassen.

Versuchst du, den Markt zu timen?

Der Versuch, zu erraten, wann eine Rezession eintreten wird oder die kurzfristige Ausrichtung des Marktes zu bestimmen, ist praktisch unmöglich. Selbst Warren Buffett schafft das nicht. Er sagte, er kenne “keine Möglichkeit, Marktbewegungen zuverlässig vorherzusagen”.

Buffett hat immer mit einer langfristigen Perspektive investiert und auf der Grundlage des Unternehmenswertes gekauft, nicht weil er die Richtung des Marktes vorhersehen konnte. Buffett hält Barmittel bereit und hat in den letzten Jahren diesen Barmittelbestand aufgebaut. (Berkshire Hathaway hatte im letzten Quartal mehr als 125 Mrd. US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen in der Bilanz.)

Barmittel zu haben kann Sinn ergeben, und es ist wichtig zu überlegen, was das Beste für deine individuelle Situation ist. Dabei ist es auch wichtig, Buffetts Argument zu wiederholen: Baue kein Geldbestand auf, nur weil du versuchst, den Markt zu timen.

Hast du eine Beobachtungsliste?

Das Vorhandensein von Barmittel ist schön, wenn dieser unvermeidliche Markteinbruch eintritt, doch die eignen Emotionen im Zaum zu halte, kann in diesem Umfeld schwierig sein. Es ist nicht einfach, zu kaufen, wenn alle negativ eingestellt sind und kein Ende des Einbruches in Sicht ist.

Wie bereitest du dich darauf vor? Eine Strategie vor einem Marktrückgang zu haben, kann helfen, die Belastung durch den Wertverlust deines Portfolios zu verringern. Bei manchen kann Panik den Verkauf zum schlechtesten Zeitpunkt auslösen, doch für Buffett ist es das Gegenteil: “Die weit verbreitete Angst ist Ihr Freund als Investor, weil sie Schnäppchengeschäfte ermöglicht”, sagte er.

Die Erstellung einer Beobachtungsliste kann dir helfen, dich auf diese Momente vorzubereiten. Indem du im Voraus recherchierst und Unternehmen mit starker Führung und langfristigen Wachstumsaussichten identifizierst, bereitest du dich auf die Möglichkeit vor, zu einem niedrigeren Kurs zu kaufen.

Stell sicher, dass du einen Notfallfonds hast

Ein Notfallfonds ist unerlässlich, vor allem, wenn du denkst, dass eine Rezession bevorsteht. Die Finanzexperten geben unterschiedliche Ratschläge, wie viel man auf der hohen Kante haben sollte, doch sechs Monate Lebenshaltungskosten sind in der Regel eine gute Faustregel. Ein Notfallfonds-Rechner kann dir helfen, festzustellen, wie viel du benötigen wirst.

Dieses Geld sollte nicht an der Börse oder in riskanten Geschäften investiert sein. Es sollte in dem unglücklichen Fall, dass eine Rezession zum Verlust des Arbeitsplatzes führt, schnell zugänglich sein.

Letzter Gedanke: Sei vorbereitet

Es ist wichtig zu verstehen, dass Rezessionen unvermeidlich sind. Seit 1945 haben die Vereinigten Staaten 11 Rezessionen erlebt, und sie dauerten durchschnittlich etwa 11 Monate, laut dem National Bureau of Economic Research. Es wird eines Tages eine weitere Rezession geben.

Ob dieser Tag morgen ist, oder im Jahr 2020, oder in einem Jahr danach, ist unbekannt. Wir wissen aber, dass eine gute Vorbereitung dir helfen kann, die vielleicht größte Hürde zu überwinden, mit der du jemals konfrontiert wirst: du selbst. Betrachte diesen Auszug aus The Motley Fool Investment Guide, geschrieben von The Motley Fool-Mitbegründern David und Tom Gardner:

Wie wir im Laufe der Jahre gewarnt haben, bist du dein eigener schlimmster Feind… Das liegt daran, dass erfolgreiche Investitionen viel mehr damit zu tun haben, wie man sich verhält, als damit, was man weiß.

Wenn dieser unvermeidliche Marktrückgang eintritt und der Drang besteht, im vielleicht schlechtesten Moment zu verkaufen, kann die Vorbereitung helfen, die eigenen Emotionen in Schach zu halten. Es hilft auch, sich daran zu erinnern, dass sich der Markt nach jeder Rezession – von der Großen Depression vor fast einem Jahrhundert bis zur Finanzkrise vor einem Jahrzehnt – erholt hat.

Hochwertige Unternehmen überleben Rezessionen und werden oft stärker. Vorbereitete Investoren können davon profitieren.

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Dieser Artikel wurde von Mike Dehnung auf Englisch verfasst und am 15.11.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson und empfiehlt folgende Optionen: Long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short Januar 2020 $220 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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