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3 Impfstoff-News von der Biontech-Aktie, Sanofi-Aktie und GlaxoSmithKline-Aktie

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Biotech-Aktien
Biotech-Aktien

Derzeit scheint eine sehr paradoxe Situation zu bestehen, die viele Menschen nicht verstehen. So haben sich bis zum heutigen Tag weltweit nur 30,9 Mio. Menschen (21.09.2020) mit dem Coronavirus infiziert, was im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 7.710 Mio. immer noch verschwindend gering ist. Genau aus diesem Grund werden die aktuellen Maßnahmen (in geschlossenen Räumen Mundschutz tragen und Abstand halten) für übertrieben empfunden. Dabei wird oft vergessen, dass genau sie aktuell die Zahlen noch niedrig halten.

Auf der anderen Seite sind bisher weltweit 959.116 Menschen (21.09.2020) an COVID-19 gestorben, was 3,1 % der Infizierten entspricht. Im Vergleich: Bei einer Grippe sterben nur etwa 0,1 % der Infizierten. Wenn wir also einmal davon ausgehen, die gesamte Bevölkerung würde sich infizieren, lägen die Totenzahlen weltweit bei 239,01 Mio. und für Deutschland bei 2,57 Mio. Menschen. Dies wird sicherlich niemand wollen. Natürlich kann sich die Todesrate auch noch weiter abschwächen, aber sie erklärt, warum derzeit weltweit fast alle Regierungen Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet haben.

Dexamethason erhält EU-Empfehlung

Wahrscheinlich wird es am Ende nicht so schlimm kommen, denn gegen Ende des Jahres werden bereits erste Impfstoffe auf den Markt kommen, deren Anzahl 2021 weiter steigen wird. Hinzu kommen Mittel zur Behandlung der schwer Infizierten.

Neben derzeit in der Entwicklung befindlichen Antikörper-Produkten wurden mit Dexamethason und einem inhalierbaren Beta-Interferon-Produkt (SNG001) der Firma Synairgen (WKN: A0DK7J) zwei nachweislich wirksame Mittel gefunden. Dexamethason wurde an infizierten Patienten, die künstlich beatmet werden mussten, getestet und führte zu einer Verringerung der Sterblichkeit um etwa 35 %. Motley Fool hatte bereits vor einigen Wochen darüber berichtet.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat das Mittel deshalb jetzt zur Behandlung schwer erkrankter Patienten empfohlen, die eine künstliche Beatmung oder Sauerstoff-Therapie benötigen. Dabei ist es von Vorteil, dass Dexamethason bereits zugelassen ist und wenig Nebenwirkungen hervorruft.

Biontech erwirbt Novartis-Werk

Im Rennen um einen zuverlässigen Impfstoff liegt die Biontech (WKN: A2PSR2)-Aktie sehr weit vorn. Aktuell führt das Unternehmen bereits eine Studie der klinischen Entwicklungsphase drei durch, deren Ergebnisse wahrscheinlich schon im Oktober 2020 veröffentlicht werden. Sie wurde zuletzt noch einmal von 30.000 auf 44.000 Teilnehmer erweitert.

Das deutsche Biotech-Unternehmen hat bereits umfangreiche Fördergelder erhalten, um schnell voranzukommen und die Produktion steigern zu können. Mit dem Geld hat Biontech jetzt in Mainz ein Werk mit etwa 300 Mitarbeitern von Novartis (WKN: 904278) übernommen. Der Preis wurde nicht bekannt. Hier sollen in den ersten sechs Monaten 250 Mio. und später jährlich bis zu 750 Mio. Impfdosen produziert werden.

Aufgrund der Partnerschaft mit Pfizer (WKN: 852009) wird Biontech bereits bis zum Ende des Jahres 2020 etwa 100 Mio. und 2021 wahrscheinlich bis zu 1,3 Mrd. Dosen seines mRNA-Impfstoffes BNT162b2 produzieren können.

EU bestellt weitere 300 Mio. Impfdosen

Viele Länder haben bereits große Impfmengen vorbestellt. So hat die EU bei AstraZeneca (WKN: 886455) 400 Mio. und nun bei Sanofi (WKN: 920657) und GlaxoSmithKline (WKN: 940561) weitere 300 Mio. Impfdosen bestellt.

Sanofi und GlaxoSmithKline arbeiten derzeit gemeinsam an einem Impfstoff, der wahrscheinlich 2021 auf den Markt kommen wird. Die USA haben bei dem Konsortium ebenfalls 100 Mio. Dosen mit der Option auf weitere 500 Mio. Dosen vorbestellt. Großbritannien hat 60 Mio. weitere Dosen geordert.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020