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3 Gründe, warum wir Fools Aktien verkaufen (& einer, warum wir es nicht tun!)

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wir Fools sind bekannt dafür, einen langfristigen Buy-and-Hold-Ansatz zu verfolgen. Das bedeutet, dass wir uns eigentlich lieber damit beschäftigen, welche Aktien wir kaufen und über Jahre und Jahrzehnte halten. Anstatt zu Timen, wann ein idealer Verkaufszeitpunkt sein könnte.

Manchmal muss es allerdings auch sein, dass wir uns von Aktien trennen. Dabei gibt es eigentlich immer gute und wohldurchdachte Gründe, weshalb wir den Verkauf-Button drücken.

Werfen wir daher heute einen Foolishen Blick auf drei Gründe, warum wir eine Aktie generell immer und zu jederzeit verkaufen. Sowie ein Grund, der in unseren Augen kein Argument ist, die Reißleine zu ziehen.

1. Die Investitionsthese ist nicht aufgegangen

Die meisten von uns dürften Investoren sein, die mit zukunftsrelevanten Themen ein Vermögen aufbauen möchten. Egal ob Wachstums- oder auch Dividendenaktien: Im Endeffekt versuchen wir stets, in die Zukunft zu blicken und zu schauen, welche Aktien und Geschäftsmodelle hier relevant sind oder bleiben. Und uns langfristig die besten Renditen generieren.

Da ein solcher Handel stets ein wenig vage ist, kann es manchmal sein, dass unsere Investitionsthese einfach nicht aufgeht. Beispielsweise, weil sich eine Wettbewerbsposition doch nicht so festsetzt. Oder aber, weil wir Wettbewerbsvorteile überschätzt, Konkurrenten falsch bewertet oder den generellen Markt nicht richtig eingeschätzt haben.

Solche Gründe sind stets ein Anlass, die Investitionsthese und damit auch die Aktie zu überdenken. Und womöglich zu verkaufen, ja, sogar mit Verlust, wenn der Einsatz an einer anderen Stelle besser aufgehoben ist und höhere Renditen verspricht.

2. Die Ausgangslage verändert sich

Es kann über Monate oder auch Jahre hinweg dazu kommen, dass sich die Ausgangslage einer Aktie und des zugrunde liegenden Unternehmens vollkommen verändert. Das wiederum kann ebenfalls mehrere konkrete Ausprägungen besitzen.

So kann sich über lange Zeiträume hinweg beispielsweise der Wettbewerb grundlegend ändern und die Konkurrenz plötzlich erstarken. Oder aber es gibt technologische Neuerungen, die die Investitionsthese, das Unternehmen und damit auch die zukünftigen Renditeerwartungen gefährden. Insbesondere im Tech-Bereich gibt es schnelle Entwicklungen, die man bei der ursprünglichen Investitionsthese nicht vorhersehen konnte.

Auch in solchen Fällen überprüfen Foolishe Investoren regelmäßig ihre Investitionsthese und ziehen notfalls die Konsequenzen. Das kann ebenfalls mit einem Verkauf zu einem potenziell ungünstigeren Zeitpunkt einhergehen.

3. Eine Aktie wird einfach zu teuer

Zu guter Letzt und einer unserer favorisierten Gründe ist außerdem, dass eine Aktie einfach zu teuer wird, um sie zu halten. Das messen wir allerdings nicht zwangsläufig in fundamentalen Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder anderen Quotienten. Nein, sondern generell im Hinblick auf Chancen, Risiken und die Aussichten auf weitere Renditen.

Wenn eine Aktie daher zu teuer geworden ist und selbst eine optimistische Erwartungshaltung kaum eine Rechtfertigung dafür gibt, dass es mittel- bis langfristig noch weiter bergauf gehen kann, so ist es an der Zeit, ebenfalls die Reißleine zu ziehen. Häufig bedeutet das allerdings, dass wir eine lange, lange Erfolgsgeschichte hinter uns haben. Und die Aktie nicht mit Verlust, sondern mit einem ordentlichen Gewinn verkaufen können.

Warum wir nicht verkaufen

Zu guter Letzt gibt es allerdings auch Foolishe Gründe, aus denen wir nicht verkaufen. Die Angst vor der Korrektur, ein Index auf Rekordhoch oder andere marktbreite oder börsenpsychologische Gründe gehören dazu. Ein starkes Unternehmen mit solidem Wachstum und weiteren Chancen neigt schließlich dazu, sich stärker zu erholen. Selbst wenn es mal zu einer Korrektur oder auch einem Crash kommen sollte.

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